23.06.2017: Regierung streicht Evolutionsunterricht

Kein Evolutionsunterricht mehr?

 

Eine Meldung aus der Türkei lässt aufhorchen: Die türkische Regierung scheint die Evolutionstheorie aus dem Schulunterricht drängen zu wollen! Das ist sehr bedenklich, aber es wirkt aber auch hilflos. Diese Entscheidung wird, vorsichtig gesagt, den Anschluss der Türkei an Wissenschaft und Technik nicht befördern. Was soll dann die langfristige Perspektive für das Land sein?  - fv


22.06.2017: 12000 km entfernt und doch verbunden!

Quantentechnik und Quantenrätsel

 

In China soll kürzlich ein Experiment gelungen sein, den Verschränkungszustand zweier Photonen auf einer Distanz von 1200 km zu erhalten. Das ist in der Tat ein weiterer erstaunlicher Fortschritt. Hier mag, wie der Artikel nahe legt, ein erster Schritt zur Nutzung der Quantenkryptographie über weite Distanzen gemacht sein. Erstaunlich ist, dass man das, was in den Grundlagen erhebliche Deutungsprobleme aufwirft - für die Verschränkungszustand gibt es keinerlei Anschauung - in der Technik immer weiter zu beherrschen lernt. Hier kann man zweierlei sehen: Technik setzt nicht immer ein vollständiges Verständnis der Dinge voraus, zum anderen aber sollte man vorsichtig sein, in das Unverstandene etwas "hineinzugeheimnissen". Nicht wenige haben hier einen Zugang zum Welträtsel oder dessen Lösung gesehen. Doch scheinbar lassen sich die Bedingungen dieses Rätselhaften doch ganz gut reproduzierbar beherrschen!  - fv


07.06.2017: Anthropologie - Erster! - zeit.de

Wieder einmal werden neue Fossilfunde von Homo sapiens als Sensation gefeiert ("Das wird die Lehrbücher ändern"). Wieder einmal spricht man von der Rückdatierung der "Geburtsstunde der Menschheit" (diesmal um 100.000 Jahre auf 300.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung) und der Verlegung der "Wiege der Menschheit", die jetzt "panafrikanisch" lokalisiert werden muss. Der Artikel vermittelt einen interessanten Einblick in das 'making of' unseres Stammbaums, weil nicht nur über die Forschungsergebnisse berichtet wird, sondern auch über das Ringen und die "feurigen Debatten", ja auch über forschungsexterne Einflussfaktoren. So ist die Rede davon, dass ein Forscher "zu Optimismus verpflichtet ist", da "an dieser Frage seine ganze Forscherkarriere" hängt. Könnte da - so frage ich mich - nicht gern etwas zu einer Sensation hochstilisiert werden, indem man die Grenzziehung zu den Vorfahren des Homo sapiens vielleicht etwas verschiebt (vgl. Kommentar von Nick Matzke auf fb). Denn, nun ja, so richtig symbolisch denken (charakteristisch für Homo sapiens) konnte er wohl nicht, der neue Fund - mutmaßt Forscherkollege Ian Tattersall. Immerhin: Die Fossilfunde müssen immer wieder abgeglichen werden mit den Stammbäumen, die die Genforschung aus den rezenten Humangenomen rekonstruiert. Und hier scheint sich eine auffällige Korrelation zu ergeben: Genau vor 300.000 Jahren scheint sich ein markanter genetischer Umbau vollzogen zu haben (siehe Presseschau vom 29.09.16). Und der gefeierte Fund fällt in diese Umbauphase. Konnte er bereits von der genetischen Innovation profitieren?, fragt der Artikel. - Angereichert wird der Beitrag noch durch Links auf die frei verfügbare Nature-Dokumentation, durch Animationen des Schädelfundes und Überblicke zur Entwicklung der Hominidenentwicklung. - hhp


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