Presseschau - deutschsprachige Artikel

- © Palabra (Fotolia.com)
Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh), Petra Kühn (pk) und Heinz-Hermann Peitz (hhp) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unserem Redakteur Andreas Losch (al).
2011/07/26: To be or not to be, oder: Gibts das Higgs-Teilchen? - swissinfo.ch
Der deutschsprachige Artikel stellt ebenso die Frage nach der Existenz des Higgs-Teilchens und den Konsequenzen für die Standardtheorie, wenn das Teilchen nicht existiert. Der Artikel vergisst nicht, auf die noch (?) offenen "letzten Mysterien" hinzuweisen: Schwarze Energie und Materie, Antimaterie etc. - genug Stoff für weitere Kongresse ähnlich dem, über den der Artikel berichtet. hhp
2011/07/26 Ellipse Now - SPIEGEL ONLINE
Popularistisch aufgebauschter historischer Artikel über Keplers Entdeckung der elliptischen Umlaufbahnen der Planeten. Zur Aufmachung gehört dann auch die übliche Suggestion, Kepler (der übrigens Pfarrer werden wollte) habe für den Fortschritt der Wissenschaft gegen die Kirche gekämpft. - al
2011/07/13 Woodstock-Physik - Neues von der Suche nach der Weltformel - süddeutsche.de
Während die Kosmologen auf den Spuren der großen Strukturen des Universums sind, suchen die Quantenphysiker nach den kleinsten Bausteinen. Es will jedoch einfach nicht gelingen, die mathematische Beschreibung des Makrokosmos mit den Formeln des Mikrokosmos zu vereinigen. Die große Vereinheitlichung zu einem allumfassenden Gleichungssystem, populär oft "Weltformel" genannt, ist bislang nicht gelungen. Physiker vermuten nun, dies könnte an Ungereimtheiten in den beiden großen Theorien liegen. -al
2011/07/09: PID-Beschluss im Bundestag: Wünsch dir was - The European
Katrin Grüber, die Leiterin des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft bedauert die Entscheidung des Bundestags zur PID. Sie befürchtet insbesondere, dass eine dauerhafte Begrenzung des Anwendungsbereichs der PID nicht möglich ist. Mit Verweis auf die Erfahrungen in anderen Ländern geht sie davon aus, dass die getroffenen Verfahrensregelungen auf Dauer nicht verhindern können, dass die PID qualitativ immer weiter auf eine steigende Anzahl von Krankheiten und Behinderungen ausgedehnt werden wird. Als problematisch sieht sie auch den ungeklärten Umgang mit bei der Diagnostik erhaltenen Überschussinformationen, sowie den ungeklärten Umgang mit dem höheren Bedarf an Embryonen für das Verfahren. Die Befürworter der PID sieht sie nun in der besonderen Verpflichtung, die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Behinderung als Teil menschlicher Vielfalt ansieht, in dieser Hinsicht umzusetzen. pk
2011/07/06 PID-Entscheidung: Welchen Embryo meint ihr? - FAZ.NET
In der PID-Entscheidung im Bundestag ging es um die Auswahl und den Schutz des frühesten, künstlich gezeugten Embryos. Das Embryonenschutzgesetz ist in der Hinsicht aber heillos veraltet, geht es doch von der Abgrenzung der totipotenten Zelle gegen die pluripotente Zelle aus. Zu dem Zeitpunkt, als es beschlossen wurde, war die Technik noch nicht entwickelt worden, mit der aus embryonalen, pluripotenten Stammzelllinien neue Individuen erzeugt werden können. Nun muß das Regelwerk überdacht werden. Das denkbare Kriterium, all diese Zellen strafrechtlich vor Manipulationen zu schützen, ist unmöglich. Um eine konsistente Basis zu erhalten, indem zum Beipiel all diese Zellen als totipotent eingestuft werden, müssten wesentliche Bereiche der aktuellen Medizin kriminalisiert werden. Der Artikel bietet einen anderen, sinnvolleren Ausweg an. -al
2011/06/30 Reproduktionsmedizin: Für den Kinderwunsch in die Klinik im Ausland - ZEIT ONLINE
Nachwuchs dank PID oder Eizellspende: Kinderwunschkliniken in Europa locken mit Methoden, die in Deutschland verboten sind. Für einige Paare sind sie die letzte Hoffnung. In den Zentren werden inzwischen wohl jährlich schon rund 15.000 Patientinnen behandelt. Ein Beispiel für die notwendige Harmonisierung zumindest der europäischen Rechtsprechung, insbesondere wenn man bedenkt, dass Beratung zu der Angelegenheit, auch über medizinische Aspekte, bereits als Beihilfe zu einer Straftat gewertet werden kann. - al
2011/06/30 Mit Gewissen und Verstand - ZEIT Nr. 27 S. 42
Martin Spiewaks sachliche Darstellung des Für und Wider in Sachen PID ist von einem deutlich befürwortenden Tenor geprägt, für den erst die Geburt der entscheidende "moralische Wendepunkt" ist. Ein weiterer Artikel informiert über die zur Abstimmung stehenden Gesetzesalternativen. Interessant wäre nun ein ebenso sachlicher Contra-PiD Artikel, sollte die ZEIT wirklich Entscheidungshilfe und nicht Lobbyistin sein wollen. Sicher ist ein relationaler Ansatz, der die Rechte des Embryo mit den Rechten der austragenden Mutter in Beziehung setzt, sinnvoll. "Damit der Zellhaufen leben kann, braucht er nämlich die Mutter". In der Tat. Aber auch das Baby braucht andere Menschen, ohne die es nicht leben kann, und so bleibt zu fragen, ob die Geburt tatsächlich der alles entscheidende Wendepunkt ist, mit dem sich alles ändert. -al

RSS-Feed
Facebook-Forum



RSS