Presseschau - deutschsprachige Artikel

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh), Petra Kühn (pk) und Heinz-Hermann Peitz (hhp) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).
2012/11/23: Als wir uns trennten - NewScientist
Die Frage, wann sich im evolutiven Stammbaum Mensch und Schimpanse voneinander getrennt haben, gehört zu den spannendsten Kontroversen der Evolutionsbiologie. Die Stammbäume der Paläontologen wollten bislang nicht so recht zu denen der Genetiker passen. Eine neue "bahnbrechende Studie" könnte hier für Entspannung sorgen, weil sie die genetische Uhr neu geeicht hat. Der Studie zufolge ist die Mutationsrate halb so groß wie bisher angenommen. Dies ergäbe - einmal mehr - ein radikales Umschreiben bisheriger Stammbäume. So rückt die Trennung von Affe und Mensch weiter in die Vergangenheit, aber auch unsere näheren Verwandten wie der Neandertaler und Homo heidelbergensis. Allerdings lassen diese sich mit der neuen genetischen Uhr konsistenter ins Stammbaumgeäst einfügen. Der Sonderstellung des Menschen scheint die größere Distanz zu den Vormenschen zu schmeicheln, und der Artikel schließt: "Jetzt sind wir noch ein wenig eigener". hhp
2012/11/18: Nahtod - was passiert im Körper? - W wie Wissen
Die Seite informiert über die gleichnamige Fernsehsendung und zitiert u. a. den Hirnforscher Christian Hoppe, der beispielsweise außerkörperliche Erlebnisse bei Nahtoderfahrungen für unwahrscheinlich hält. Geistig-seelische Vermögen sind für Hoppe an das Gehirn als notwendiger Voraussetzung gebunden. Diese Annahme ist allerdings für Hoppe - gut wissenschaftlich - grundsätzlich falsifizierbar: "Exakt in der Phase, wo das Gehirn nicht in der Lage ist, Bewusstsein zu tragen, sollten keine Erlebnisse möglich sein." Sollten solche Erlebnisse dennoch nachgewiesen werden können, "hätte man die Leitidee der modernen Hirnforschung in diesem Moment widerlegt". Genau daran wird gearbeitet. hhp
2012/11/17 Der große Heisenberg irrte - faz.net
Werner Heisenberg wollte seine berühmte Unbestimmtheitsbeziehung auch in den Störungen wiedererkennen, die ein Messung verursacht. Diesen Schluss haben kanadische Forscher widerlegt, wie Rainer Scharf für die FAZ berichtet. Die Forscher betonen, dass Heisenbergs Unbestimmtheitsrelation nach wie vor für die Unschärfe gültig ist, die von Natur aus in einem Quantenzustand steckt und als Streuung der Messergebnisse zutage tritt. Die Grenzen, die uns die Quantenmechanik setzt, beruhen aber nicht in erster Linie darauf, dass wir bei unseren Experimenten die Natur stören. Ein in der Tat sehr wichtiges Resultat für die philosophische Deutung der Unschärferelation. -al
2012/11/10 Sterben gehört nicht ins Krankenhaus - faz.net
Ein Interview mit Michael de Ridder über den Sinn von Hospizen und die Bedeutung der Palliativmedizin. Worum es am Lebensende geht: umfassende Symptomlinderung zum einen, vor allem aber um Gespräche und die großen Fragen des Lebens. Auch für die Seelsorge eine wichtige Aufgabe also, auch wenn die Bedeutung des geistigen Beistands nicht erwähnt wird. Die wichtige Rolle der Angehörigen und der nichtprofessionellen Pflegekräfte kommt allerdings im Interview vor. -al
2012/11/09: "LSD hat mich offener gemacht" - NewScientist
Der Psychiater und Neurologe Oliver Sacks (Autor von "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte") wendet sich mit seinem neuen Buch "Hallucinations" gegen Missverständnisse und gegen die soziale Stigmatisierung von Sinnestäuschungen, die oft als Verrücktheit abgetan würden. Sacks ist froh darüber, eigene Erfahrung mit halluzinogenen Drogen gemacht zu haben: "Sie haben mir gezeigt, wozu unser Gehirn fähig ist". An die Realität solcher Erscheinungen zu glauben findet Sacks besorgniserregend und bezieht dies unmittelbar auf die kürzlich veröffentlichte Nahtoderfahrung Eben Alexanders (s. u.), der davon überzeugt sei, den Himmel erlebt zu haben (s. Alexanders Buch "Proof of Heaven"). Dagegen betont Sacks, "dass Halluzinationen nichts beweisen, schon gar nicht die Existenz eines Himmels". hhp
2012/11/02 "Früher sprach man in Cafés über Einstein – das ist jetzt zurück" - ZEIT online (via spektrum.de)
Kurzes Interview unter dem Thema der Repopularisierung der Physik, im Grunde dreht es sich jedoch rückblickend um die Aufregung um die vermutliche Entdeckung des Higgs-Teilchens am CERN. - al
2012/11/01: Evolution und Schöpfungslehre an christlichen Bekenntnisschulen - VEBS
Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) regt mit diesem Thesenpapier des Kreationisten Reinhard Junker an, in der Schule Schöpfung als Alternative zur Evolutionstheorie zu diskutieren. Im Hintergrund steht die Unterscheidung von Mikroevolution (die Junker für möglich hält) und Makroevolution, welche die Entstehung neuartiger Bauplantypen nicht hinlänglich erklären könne. Alternativ dazu geht Junkers Grundtypmodell davon aus, dass Grundtypen erschaffen wurden und sich nur mikroevolutiv weiterentwickeln. Konflikte, die an dieser Stelle auf der Hand liegen, führen zu kritischen Rückfragen an die Evolutionstheorie - nicht etwa an die Theologie. Hier lässt ein Offenbarungspositivismus grüßen, der biblische Formulierungen für unfehlbar hält. hhp

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