Theologie und Naturwissenschaften – sind das nicht Gegensätze?

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die verbreitete Auffassung, Theologie und Naturwissenschaften seien zueinander gegensätzlich wie Feuer und Wasser, ist ein Mythos. Die historische Entwicklung und Auseinandersetzung der beiden Disziplinen, auch im Falle Galileis und Darwins,  ist wesentlich vielschichtiger und daher auch spannender als diese Auffassung nahelegt.

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Die Himmel verkünden... Astronomie, Kalender und Religion

Leitartikel von Fr. Juan Casanovas S.J.

Der erste und praktischste Grund, warum die Menschen im Altertum die Sterne und Planeten mit ihren jeweiligen Bewegungen studierten, war der Wunsch, einen zuverlässigen Kalender zu erstellen.
Ein Kalender zählt die Tage in Einheiten von Wochen, Monaten und Jahren. Das Problem bei der Erstellung eines Kalenders ist der Tatsache geschuldet, dass der Mondmonat keine exakte Anzahl von Tagen hat; und ebenso wenig hat das Jahr eine exakte Anzahl an Tagen oder eine genaue Anzahl an Monaten. Die Differenzen, Bruchteile eines Tages und Bruchteile eines Monats innerhalb eines Jahres, summieren sich über die Jahre, was es schließlich erforderlich macht, Tage hinzuzufügen oder wegzulassen, damit der Kalender im Einklang mit der jährlichen Abfolge der Jahreszeiten bleibt. Dieses Verfahren nennt man Interkalation oder Einschaltung. Ein guter Kalender ist ein einfaches und klares Regelwerk, aus dem hervorgeht, wann gegebenenfalls ein Tag oder gar ein Mondmonat eingeschaltet werden muss.

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Masterstudienprogramm

Religionsphilosophie / Religion and Science

An der Theologischen Fakultät der Universität Zürich wird ab diesem Herbst neu ein Masterstudien-programm Religionsphilosophie/ Religion and Science angeboten. Eine Besonderheit des Lehrangebotes besteht im Themenschwerpunkt ›Religion and Science‹. Das Studienprogramm bearbeitet klassische religionsphilosophische Fragen (z.B. zum Verhältnis von Glauben und Wissen) in Hinblick auf Fragen der Verhältnisbestimmung und des Dialoges von Religion und Naturwissenschaft.

Dabei wird unter anderem über folgende Fragen nachgedacht:

  • Gibt es einen grundsätzlichen Konflikt zwischen naturwissenschaftlichem Weltbild und religiösen Haltungen?
  • Wie verhält sich der traditionelle Glaube an eine »Schöpfung aus nichts« zum Urknall-Modell?
  • Steht der Schöpfungsglaube im Konflikt mit naturwissenschaftlichen Evolutionstheorien?
  • Verletzt das göttliche Wirken in der Welt die Naturgesetze oder lässt es sich in Regionen physikalischer Indeterminiertheit lokalisieren?
  • Was für religiöse und religionshybride Metaphern tauchen im Bereich der KI-Forschung oder des Transhumanismus auf?
  • Lässt sich Religiosität neurowissenschaftlich messen?
  • Widerspricht der „methodische Atheismus“ der Naturwissenschaften allen religiösen Transzendenzbezügen?
  • Mit welchen vorwissenschaftlichen Axiomen arbeiten Naturwissenschaften – und sind sie religiös anschlussfähig?
  • Wie ist ein konstruktiver Dialog zwischen christlicher, aber auch jüdischer, islamischer etc. Religion und Naturwissenschaften möglich?
     

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Neuerscheinung

Die Vermessung der Welt und die Frage nach Gott

Die Naturwissenschaften gewinnen immer mehr und immer detailliertere Erkenntnisse über die Welt. Doch die Frage nach Gott entzieht sich wie andere existentielle Fragen unseres Lebens den Methoden einer exakten naturwissenschaftlichen Vermessung. Dabei ist das Verhältnis von Wissenschaft und Religion nicht nur kontrovers, sondern auch sehr vielschichtig, oft überraschend. Wer weiß heute noch, dass schon im Mittelalter bekannt war, dass die Erde eine Kugel ist?

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