Ernst Peter Fischer

„Es gibt zwei Arten von Wahrheit: Die Wahrheit, die den Weg weist, und die Wahrheit, die das Herz wärmt. Die erste Wahrheit ist die Wissenschaft, und die zweite ist die Kunst. Keine ist unabhängig von der anderen oder wichtiger als die andere. Ohne Kunst wäre die Wissenschaft so nutzlos wie eine feine Pinzette in der Hand eines Klempners. Ohne Wissenschaft wäre die Kunst ein wüstes Durcheinander aus Folklore und emotionaler Scharlatanerie (emotional quackery). Die Wahrheit der Kunst verhindert, daß die Wissenschaft unmenschlich wird, und die Wahrheit der Wissenschaft verhindert, daß die Kunst sich lächerlich macht.“
In den „Notizbüchern“ von Raymond Chandler, dem Erfinder des legendären Philip Marlowe, findet sich dieser Eintrag unter dem Datum vom 19. Februar 1938 unter der besondere Aufmerksamkeit verlangenden Überschrift „Großer Gedanke“ („Great Thought“).

 

Ernst Peter Fischer wurde 1947 in Wuppertal geboren; er studierte Mathematik und Physik in Köln, und Biologie am California Institute of Technology in Pasadena (USA) (Promotion 1977). Er war Habilitationsstipendiat der DFG im Bereich Wissenschaftsgeschichte (Habilitation 1987) und ist nun apl. Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Heidelberg, ausserdem wissenschaftlicher Berater der Stiftung Forum für Verantwortung, Buchautor und Publizist. Er hat mehr als 60 Bücher geschrieben, zuletzt erschienen Gott und der Urknall.

Seine eigene Webseite ist www.epfischer.com.

 

Uns stellte er den Leitartikel Die Gretchenfrage und die Wissenschaft zur Verfügung.