Man fühlt sich in die Zeit zu Beginn der Gentechnik zurückversetzt: Die alten Versprechungen werden genauso aufgewärmt wie die einstigen Befürchtungen. Einerseits fragt der Artikel, ob Craig Venter "Konkurrent Gottes" und "neuer Frankenstein" ist, andererseits traut man der synthetischen Biologie mit "maßgeschneiderten Genomen" die Lösung globaler Probleme zu, allem voran das Energieproblem. In Zeiten der Ölpest wird man dies gern hören

- hhp

Craig Venter hat es geschafft: Vom Lesen zum Schreiben des genetischen Codes! Das computergenerierte Genom kontrolliert nun eine "synthetische Zelle". Neben den technischen Segensverheißungen verspricht man sich auch die Klärung philosophischer Fragen: "Was ist Leben?"

- hhp

Angst vor künstlichem Leben, gar vor Bioterrorismus? Hört sich aber doch beruhigend an, wenn es im Artikel heißt, dass "die Ethik ... zum ständigen Begleiter der Forschungsprogramme" wurde. Doch wer betreibt hier eigentlich die Ethik? Es ist immer wieder die Rede davon, dass die "Wissenschaftler selbst" die Regeln festlegen und sich "eigene Verhaltenskodizes" geben. Doch reicht hier die Eigenkontrolle aus?

- hhp

Die FAZ berichtet zunächst über die wissenschaftlichen Aspekte dieses "Meilensteins der Synthetischen Biologie". Erwähnt werden daraufhin die philosophischen und ethischen Implikationen. Nach Venter selbst habe sich durch dieses Projekt die Definition und Einsicht in die Wirkungsweise des Lebens geändert. Auch Kritik kommt zu Wort: Die NGO "Action Group on Erosion, Technology and Concentration" warnt, dass mit dieser Hochrisikotechnologie die Büchse der Pandora geöffnet worden sei und fordert ein Moratorium bis internationale Gesetze etabliert seien

- hhp

Der Originalbeitrag des Craig Venter Institute in "Sciencexpress" ist übertitelt mit "Schaffung einer Bakterienzelle kontrolliert von einem chemisch synthetisierten Genom". Berichtet wird von der Synthese des Genoms und seiner Implementation in die Empfängerzelle, die letztendlich ausschließlich vom synthetischen Chromosom kontrolliert wird. Die neuen Zellen haben die erwarteten phänotypischen Eigenschaften und sind fähig zur fortgesetzten Selbstreplikation. Der letzte kurze Absatz betont, dass die ethische Debatte über synthetisches Leben seit den frühesten Stadien dieses Projekts angestoßen wurde. Man antizipiert, dass das Projekt philosophische Fragen aufwerfen wird, die weitgehende soziale und ethische Implikationen in sich bergen. "Wir unterstützen den kontinuierlichen Diskurs"

- hhp