Eine Welle elektrischer Hirnaktivität könnte für die lebendigen Nahtoderfahrungen verantwortlich sein - berichtet BBC-News im Rückgriff auf eine Studie, die an sterbenden Ratten durchgeführt wurde. Die Studie widerlegt offenbar die gängige Annahme, dass das Gehirn nach dem klinischen Tod weniger Aktivität aufweise als im Wachzustand, was definitiv nicht der Fall sei. Innerhalb von 30 Sekunden nach dem Herzstillstand wurde ein steiler Anstieg hochfrequenter Gehirnströme gemessen, die zu den neuronalen Merkmalen gehören, die vermutlich auch menschlichem Bewusstsein zugrunde liegen. Die Leiterin der Studie hält es für möglich, dass diese erhöhte Hirnaktivität Nahtodvisionen hervorrufen kann. Dazu müssten die Ergebnisse allerdings an Menschen bestätigt werden. Vor allem müsse - so ein Kommentator - der genaue Zeitpunkt der Nahtoderfahrung bestimmt werden. Ein abschließender Kommentator warnt vor voreiligen Schlüssen von Rattenexperimenten auf menschliche Erfahrung

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Subjektivität, also die Fähigkeit des Menschen, sich seiner Selbst als Denkender, Handelnder und Fühlender bewusst zu werden, beruht nicht allein auf den biologischen Gegebenheiten des Gehirns, sondern ist das Ergebnis sozialer Interaktion. Das, so die Autorin des Artikels, sei (knapp zusammengefasst) das Ergebnis zwanzigjähriger Forschung des Kognitionswissenschaftlers und Psychologen Wolfgang Prinz, das dieser in seinem neuen Buch „Selbst im Spiegel: Die soziale Konstruktion von Subjektivität“ darlegt. Um Handlungen anderer Menschen antizipieren zu können, würden Menschen sich gegenseitig Bewusstsein (Gedanken/Absichten) unterstellen. Diese Fremdzuschreibung werde dann (bereits in den ersten Lebensmonaten und –jahren) als Selbstzuschreibung übernommen. Prinz greife hiermit eine aus Kulturpsychologie und Sozialphilosophie bekannte Idee auf, setze sich damit aber vom kognitionswissenschaftlichen Mainstream und dessen Paradigma des Naturalismus und des Individualismus ab

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Achtsamkeitsmeditation kann Angstgefühle abmildern. Das ist schon länger bekannt. Forscher am Wake Forest Baptist Medical Center haben nun Hinweise darauf gefunden, wie diese Wirkung der Achtsamkeitsmeditation, die darin besteht, sich der eigenen Gedanken und Gefühle bewusst zu werden ohne sie zu bewerten, zustande kommt. Die Achtsamkeitsmeditation verringert offenbar die Aktivität im vorderen Gyrus cinguli (Teil des Limbischen Systems im Gehirn), der für die Kontrolle von Denken und Emotionen verantwortlich ist und erhöht die Aktivität im ventromedialen präfrontalen Cortex, der für die Kontrolle von Besorgnis verantwortlich ist

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Am Forschungszentrum Jülich haben Wissenschaftler ein virtuelles dreidimensionales Modell („BigBrain“) des menschlichen Gehirns erstellt, das 50mal genauer sein soll als das, was es bisher in diesem Bereich gegeben hat. Dazu haben sie das Hirn einer 65-jährigen Toten in über 7400 hauchdünne Scheiben geschnitten, die Scheiben gescannt und das Gehirn am Rechner rekonstruiert. Die Auflösung des Modells liegt nahezu auf Zellebene. Das Modell kann möglicherweise helfen, Gehirnstrukturen verstehen zu lernen und so krankhafte Veränderungen zu bewerten. Es wird frei zugänglich sein. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in das Human Brain Project einfließen

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Im Forschungszentrum Jülich wollen Wissenschaftler das menschliche Gehirn auf Europas schnellstem Computer nachbauen und seine Funktionsweise simulieren. Das Projekt wird mit bis zu einer Milliarde Euro von der EU gefördert und von Henry Markram von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) geleitet. Auf längere Sicht könne das Gehirn-Modell genutzt werden, um auf virtuelle Weise herauszufinden, wie Medikamente auf das Gehirn wirken, wie neurologische Krankheiten die Funktionsweise des Gehirns beeinträchtigen oder vielleicht sogar wie wir denken. Das Projekt ist allerdings umstritten. Trotz der Größe des Computers reiche seine Leistungsfähigkeit nicht aus, um das komplette menschliche Gehirn mit seinen rund 100 Milliarden Neuronen zu simulieren – so der Autor. Der Münchener Hirnforscher Moritz Helmstädter meint offenbar dementsprechend, man solle sich zunächst an die Erforschung kleinerer Nervennetze wie das des Wurms C. elegans begeben. Alles andere sei utopisch

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Raymond Tallis: Increasing claims for neuroscience – that it can locate jealousy or Muslim fundamentalism – are ludicrous

Psychologische Experimente hätten gezeigt, erläutert die Autorin, dass die Religiosität des heutigen Menschen ähnlich wie Musikalität zu 40 bis 60 Prozent genetisch bedingt sei. Die Anlage zur Religiosität sei evolutionär erfolgreich gewesen, weil Religiosität auf individueller Ebene helfe, mit den Tiefen des Lebens fertig zu werden und auf kollektiver Ebene größere Kooperativität fördere. Dies habe religiösen Menschen einen größeren Fortpflanzungserfolg beschert. Die für die Religiosität verantwortlichen Gehirnfunktionen seien im Stirnhirn zu finden, in genau den Bereichen, die in der Evolution angewachsen und die auch für die intelligenten Leistungen des Menschen verantwortlich seien. Diese Gehirnfunktionen macht der Autor auch für die Entstehung von Aberglauben verantwortlich. Je unberechenbarer die Welt sei, desto mehr versuche das Gehirn, in zufälligen Ereignissen eine Regelhaftigkeit und somit einen Sinn zu erkennen

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Die Seite informiert über die gleichnamige Fernsehsendung und zitiert u. a. den Hirnforscher Christian Hoppe, der beispielsweise außerkörperliche Erlebnisse bei Nahtoderfahrungen für unwahrscheinlich hält. Geistig-seelische Vermögen sind für Hoppe an das Gehirn als notwendiger Voraussetzung gebunden. Diese Annahme ist allerdings für Hoppe - gut wissenschaftlich - grundsätzlich falsifizierbar: "Exakt in der Phase, wo das Gehirn nicht in der Lage ist, Bewusstsein zu tragen, sollten keine Erlebnisse möglich sein." Sollten solche Erlebnisse dennoch nachgewiesen werden können, "hätte man die Leitidee der modernen Hirnforschung in diesem Moment widerlegt". Genau daran wird gearbeitet

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Der Artikel räumt gründlich mit dem Vorurteil auf, die Hirnforschung sei nun endgültig dem Geheimnis von Bewusstsein und Geist auf der Spur. Ein solcher Anspruch lebe populärwissenschaftlich von der suggestiven Kraft bildgebender Verfahren und erkenntnistheoretisch von einem naiven Realismus, der eine 1:1 Relation zwischen Zeichen und Bezeichnetem unterstellt - eine "altbackene Haltung", die die Sprachwissenschaft längst hinter sich gelassen habe. Demgegenüber seien Hirnscans nicht ein genaues Abbild des menschlichen Geistes, sondern ein Konstrukt, in das zahlreiche subjektive (wenn nicht willkürliche) Vorannahmen einfließen; ein Konstrukt, das dann auch noch interpretiert werden muss. Diese "Gemachtheit" der Bilder werde allzu häufig verschleiert. Frei nach Kant ("Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit") schließt deshalb der Autor: "Hirnforschung ist die Rückführung des Menschen in seine selbst verschuldete Unmündigkeit"

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Seit ihrer Entdeckung haben die sog. Spiegelneurone, die während des Betrachtens eines Vorgangs die gleichen Reize auslösen wie beim Selber-Handeln, für Faszination und Spekulation gesorgt. Die Phänomene Imitation, Empathie und auch Religion schienen sich damit neu verstehen zu lassen. Nun sollen die Spiegelneuronen ihren praktischen medizinischen Nutzen erweisen. So könnte bei der Rehabilitation mentales Üben das physische Üben soweit unterstützen, dass sich die Effekte gegenseitig potenzieren. Inwieweit nun Einzelbeobachtungen verlässlich verallgemeinert und nutzbar gemacht werden können, soll nun eine größere Studie erweisen

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