Ein spannendes Gespräch über schwarze Löcher, Plasmaphysik und das Cern in Genf, das Objekt Oumuamua und Ausserirdische und über die Zukunft des Universums, durchsetzt mit der jüdischen Frömmigkeit des Gesprächpartners und dem Kulturpessimismus der Interviewerin.

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Leicht verliert man den Überblick über Artikel zum Tod des bekannten Kosmologen Stephen Hawking. Aus der Fülle an Kurzbiografien des Forschers hebt sich ein Faktencheck der besonderen Art ab: Ist Hawking letztlich doch zum Christentum konvertiert? Eine "unehrenhafte Facebook-Seite" reihe sich ein in eine lange Litanei fingierter Bekehrungen berühmter "Ungläubiger". Was Charles Darwin, Carl Sagan und beispielsweise dem 2011 verstorbenen Atheisten Christopher Hitchens untergeschoben wurde, treffe nun auch Hawking - allen gegenteiligen Fakten zum Trotz, wie der vorliegende Artikel glaubhaft versichert. Solche Fake-News wären kaum der Rede wert, wenn der gebrandmarkte Facebook-Post nicht bereits 15.000 mal geteilt worden wäre.

- hhp

Theoretiker wie Stephen Hawking oder Edward Witten, der Vordenker der geheimnisvollen Stringtheorie, sind in ihren ganz eigenen Denkwelten unterwegs. Der Artikel berichtet von Interviews, zunächst mit Witten (Princeton). "Doch nicht umsonst haben ihn seine Studenten den "Marsianer" getauft; tatsächlich scheint der Mann in einer außerirdischen Gedankenwelt zu leben, in der die Hirnprozesse extrem beschleunigt ablaufen." Auch mit Hawking (Cambridge) führte der Autor ein Interview. "Stephen Hawking ist ein Popularisierer, der selbst schwierigste physikalische Themen scheinbar leichthin zu erklären vermag." Dennoch fühlt der Autor sich als Zwerg, und so lautet das Fazit des Artikels: In Princeton und Cambridge wurde dem Autor klar, wie klein und unbedeutend die eigene Existenz ist.

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Ulf von Rauchhaupt erinnert daran, dass der eigentliche Entdecker des Urknalls der Priester und Astrophysiker Georges Lemaitre war. Seine Leistung bestand vor allem darin, Theorie (Relativitätstheorie) und Beobachtung (Rotverschiebung) zusammenzubringen, was ihn zu der Einsicht brachte, dass der Raum expandiere. Auf die Idee, dass diese Expansion in einem "Ur-Atom" ihren Anfang nahm, der Kosmos also einen zeitlichen Beginn hatte, kam Lemaitre erst später. Er erntete dafür scharfe Kritik, die bekannteste von Fred Hoyle, der abfällig vom "Big Bang" sprach und damit den Begriff Urknall prägte. Zeitlebens wehrte sich Hoyle gegen einen Urknall, wohl aus dem atheistischen Unbehagen heraus, der Urknall könne mit der Schöpfung identifiziert werden. Diese vermeintlich nahe liegende Verbindung war für Lemaitre allerdings nicht der Grund, die Urknallthese zu favorisieren. Im Gegenteil, er mochte es nicht, "wenn jemand den Urknall als Argument für die christliche Lehre in Dienst nahm", wie dies auch Papst Pius XII. tat. Offenbar brachte Lemaitre den Papst daraufhin dazu, sich bei späteren Gelegenheiten zurückhaltender zu äußern. Bereits für Thomas von Aquin - so vertieft der Autor - sei eine anfanghafte Welt genauso mit der Schöpfungslehre vereinbar wie eine ewige. Diese Hinweise verdienen ausdrückliche Beachtung, da die Gleichsetzung von Schöpfung und Urknall ein immer noch aktuelles Missverständnis darstellt. So hält sich hartnäckig das Gerücht, Johannes Paul II. solle Stephen Hawking gebeten haben, den Urknall nicht näher zu erforschen - dies sei schließlich der Augenblick der Schöpfung. Als Papstäußerung halte ich dies für eine Ente, als verbreitete Meinung ist dies - ganz im Sinne des vorliegenden Artikels - dringend korrekturbedürftig.

- hhp

Was passiert, wenn ein Astronaut in ein Schwarzes Loch fällt? Ein Gespräch der ZEIT mit dem Physiker Polchinski, der dieses Gedankenexperiment angeregt hat, über Hawkings jüngste Äußerungen zu Schwarzen Löchern. Inklusive einiger Reflexionen über Hawkings Umgang mit den Medien.

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Der britische Physiker Stephen Hawking stellt den Ereignishorizont infrage – jene imaginäre Grenzfläche in der Raumzeit, die Schwarze Löcher von ihrer Umgebung trennt. Der Schritt ist radikal. Damit könnte er die Welt der Quantenphysik mit der Relativitätstheorie versöhnen. Die Gedankengänge sind allerdings mit Vorbehalt zu genießen, denn der Artikel ist noch nicht von unabhängiger Seite begutachtet worden.

- al

Der Autor widerspricht der These, dass die Philosophie (genauer gesagt die Metaphysik) tot sei und quasi durch die Physik ersetzt werden könne. Die Physik selbst stecke in Schwierigkeiten: 1. Die Bemühungen, die Relativitätstheorie und die Quantentheorie miteinander zu vereinbaren, seien festgefahren. Die String-Theorie als ein solcher Versuch sei sogar für viele Wissenschaftler, die mit ihr arbeiteten, unverständlich. Die Quantenmechanik selbst beherberge wiederum das Paradoxon der Heisenberg’schen Unschärferelation. 2. Bisher scheitere die Physik daran, Bewusstsein zu erklären. 3. Der Physik gelinge es nicht, mit dem Phänomen ‚Zeit’ adäquat umzugehen. Diese Probleme führt der Autor an, um eine radikale Überprüfung des Rahmens zu fordern, innerhalb dessen die Naturwissenschaft sich heute bewege. Man müsse sich fragen, inwieweit die Physik überhaupt die ‚Realität’ erfasse und was denn mit ‚Realität’ überhaupt gemeint sei. Dies sei eine Aufgabe der Philosophie

- pts

Stephen Hawking anlässlich seines 70. Geburtstages mit Einstein zu vergleichen und in eine Reihe mit all den Großen zu stellen, die unser heutiges Wissen um den Kosmos geschaffen haben, ist sicher aller Ehren wert. Leider feiert die Laudatio auch den größten Fehlschluss Hawkings, der Schluss von den Naturwissenschaften zur Religion: "Hawking hatte Gott gleichsam abgeschafft". Da sollte man es besser mit Hawkings Freund Sir Martin Rees halten, seines Zeichens Königlicher Astronom und Präsident der Royal Society: "Hawking hat sehr wenig Philosophie und noch weniger Theologie gelesen" und "ich glaube nicht, dass wir seiner Sicht dieser Dinge irgend ein Gewicht beimessen sollten"

- hhp

Niemand hat die moderne Physik den Mitmenschen ausdauernder erklärt als der Engländer Stephen Hawking, so die FAZ. Dieser Lehrer und Forscher verkörpere eine noch sehr junge Sorte Denker mit "Neugier, Vernunft, Wahrheitsliebe und Fleiß". Der Artikel nimmt den Geburtstag zum Anlaß eines Abrisses des Kontextes, in dem Hawking arbeitet, und stellt somit eine interessante Ergänzung zum bodenständigeren ZEIT-Artikel dar.

- al