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Nerds retten die Welt - Folge 12: Gespräch mit Avi Loeb, Professor für Astrophysik an der Harvard-Universität (REPUBLIK)

Ein spannendes Gespräch über schwarze Löcher, Plasmaphysik und das Cern in Genf, das Objekt Oumuamua und Ausserirdische und über die Zukunft des Universums, durchsetzt mit der jüdischen Frömmigkeit des Gesprächpartners und dem Kulturpessimismus der Interviewerin. - al

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Erstellt von al | | Anthropologie | Deutsch | Schöpfung

Krone der Schöpfung (REPUBLIK)

Auf die Frage "Was macht den Menschen zum Menschen?" findet der Autor: Die eindeutigen Antworten sind nicht die richtigen. Wenn wir akzeptieren würden, dass wir die Welt mit Tieren und mit Maschinen teilen, könnten wir aufhören, die Würde des Menschen mit der Einzigartigkeit der Gattung zu begründen. Dabei orientiert er sich am Renaissance­philosoph Giovanni Pico della Mirandola. Das ist sicherlich - wie die ganze Kolumne - etwas kurz gefasst, aber mal ein erfrischend anderer Ansatz. - al

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| Anthropisches Prinzip | Anthropologie | Biologie | Deutsch | Evolution

Zufall oder Zwang? Streit um das Wesen der Evolution - Deutschlandfunk

In leicht verständlicher Form stellt der Artikel eine zentrale Kontroverse der Evolutionsbiologie vor: Dominierte in der Entwicklung des Lebens bis zum Menschen der Zufall oder lief alles mehr oder weniger zwangsläufig ab? In den Worten der Hauptvertreter dieser Kontroverse wird dies an einem anschaulichen Vergleich diskutiert: Würde man den Film der Evolution zurückspulen und neu ablaufen lassen, würde es für Stephen Jay Gould nicht zu den gleichen uns bekannten Formen einschl. des Menschen kommen, für Simon Conway Morris durchaus. Einen Hinweis darauf erblickt Conway Morris im Phänomen der Konvergenz: Die Evolution hat unabhängig voneinander für eine Aufgabe immer wieder gleiche Lösungen gefunden, wie z. B. Linsenaugen. Dass nur durch einen zufälligen Asteroideneinschlag, der die Dinosaurier ausgelöscht hat, Platz für den Menschen geschaffen wurde, ist für Conway Morris kein Argument. Der Mensch wäre auch ohne Einschlag entstanden, es hätte nur noch etwas länger gedauert. - hhp

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Erstellt von fv | | Deutsch | Wissenschaftstheorie

Verführte Physiker

Schönheit oder/und Wahrheit? Zu schön, um wahr zu sein. So lautet eine Redensart. Gilt das auch für physikalische Theorien? In der FAZ ist ein lesenswertes Interview mit der Physikerin Sabine Hossenfelder abgedruckt. Frau Hossenfelder zweifelt sehr an der Tragweite bestimmter Kategorien, vor allem die der Symmetrie in der Physik. Symmetrien sind ohne Zweifel "elegant" und auch "schön", denn sie machen Ordnungen sehr offensichtlich. Doch möglicherweise sind Physikerinnen und Physiker auf dem Holzweg, wenn die das Kriterium der Symmetrie zu stark betonen. Symmetrische Lösungen können Hinweise auf Wahrheit geben, sie müssen es aber nicht. Frau Hossenfelder prangert vor allem an, dass die Tendenz existiert, Symmetrien aufgrund der Datenbefunde theoretisch zu konstruieren. Ihre Einwände sind gewichtig: Was ist die Bedeutung von theoretischen Ansätzen, die empirisch nicht umfassender sind als ihre Vorgänger, jedoch alles in Symmetrien darstellen können? In der Physik ist das herausragende Kriterium immer die Empirie, das ist unbestritten. Macht es darüber hinaus Sinn, symmetrische Lösungen unsymmetrischen vorzuziehen? Letztlich zielt die Diskussion auf die Kriterien für physikalische Fundamentaltheorien, eine offene Debatte! - fv

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Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

Spuren einer neuen Kraft

Lange war es ruhig an der Front der physikalischen Grundlagenforschung. Das Higgs-Boson, das 2012 identifiziert wurde, war auch keine wirkliche Neuerung, eher eine Bestätigung alter theoretischer Vermutungen. Doch möglicherweise zeigt sich nun etwas wirklich Neues. Messungen am Large Hadron Collider in Genf geben erste Indizien, dass die Standardtheorie der Elementarteilchen möglicherweise nicht das letzte Wort ist. Es gibt Abweichungen in den Messungen, die andeuten, dass die schwache Wechselwirkung nicht auf alle Leptonen gleich groß ist. Der Artikel mutmasst, dass es Teilchen geben könnte, die irgendetwas zwischen Quarks und Leptonen darstellen. Das ist insofern spannend, weil so vielleicht sogar ein Ausweg aus einer Pattsituation möglich werden könnte, die die Grundlagenphysik ergriffen hat. (vgl. das Gespräch mit Harald Lesch  zur Krise der Physik: https://www.youtube.com/watch?v=EJyvHNiDVKk&lc=z23wg5ihjyniwxae3acdp43bnijgbvp3k0x0anuszwhw03c010c.1528346077003097). Noch sind es viele Konjunktive - aber es zeigt: Die Grundlagenforschung der Physik bleibt spannend! - fv

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Kann man beweisen, dass Gott existiert?

Kann man Gott beweisen?
Vor kurzem gab es ein längeres Interview von Zeit online mit dem Theologen Dirk Evers zu der Frage, ob man Gott beweisen kann. Das Gespräch fand großes Interesse und ist vielfach kommentiert worden. Es zeigt gut, wie philosoophisch vielschichtig die doch scheinbar einfache Frage ist. Für mich ist das zentrale Problem, dass man die Ausgangsfrage nur dann präzise formulieren kann, wenn man sagen kann, was oder wer Gott ist. Die Frage: Kann man X beweisen? kann man nur dann beantworten, wenn man weiß, was X ist. Nun zeigen aber alle biblischen Texte deutlich, dass Gott offenkundig keine Entität ist, die Menschen so leichthin begreifen können. Also wird man ihn auch nicht beweisen können, wenn man ihn nicht hinreichend kennt. Der Beweis ist nur für die naheliegend, die genau zu wissen meinen, wer oder was Gott ist. Religiöse Menschen sind da vorsichtiger. Religiöse Sprache, und das Wort "Gott" gehört dazu, ist eine Erfahrungssprache, die auf Erfahrungen weist, die man eben nicht mehr so klar im Griff hat. Auf eine solche Sprache kann man aber nur der verzichten, der meint, alles klar im Griff zu haben. Die meisten stimmen darin überein, dass wir vieles nicht "im Griff" oder verstanden haben. Dann muss man auch über das reden können, was man nicht hinreichend verstanden hat. Für religiöse Menschen kann es deshalb Sinn machen, über Gott zu reden, auch wenn man ihn nicht beweisen kann! - fv

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Wie der Jesuit Teilhard de Chardin den Glauben mit der Wissenschaft vereinen wollte - NZZ

In einem offiziellen Gesuch plädiert der Päpstliche Kulturrat für die Rehabilitierung des interdisziplinären Pioniers Pierre Teilhard de Chardin - Anlass für den systematischen Theologen Jan-Heiner Tück, in die Gedankenwelt Teilhards einzuführen. Da mit der positiv zu würdigenden Grundintention Teilhards, Glaube und Evolution zu versöhnen, tiefgreifende Veränderungen in Schöpfungs-, Gottes- und Christusverständnis einher gegangen seien, habe Teilhard von Anfang an bis über seinen Tod hinaus "Schwierigkeiten mit den kirchlichen Autoritäten" gehabt. Erst mit dem Zweiten Vaticanum seien "Rezeptionsblockaden" gefallen, und Papst Franziskus habe nun "positiv auf Teilhard de Chardin Bezug genommen". Der Autor begrüßt eine Rehabilitierung Teilhards, was eine "Selbstkorrektur des römischen Lehramtes" einschließe, aber auch bedeute, "die selektive Rezeption Teilhards in Esoterik und New Age, in Transhumanismus und Digitalismus kritisch unter die Lupe zu nehmen". Bei einer Rehabilitierung müsse allerdings "die methodische Unschärfe, aber auch die eigenwillige Begrifflichkeit Teilhards" vermieden werden, wenn man im aktuellen interdisziplinären Gespräch ernst genommen werden wolle.

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