Erstellt von hhp | | Anthropologie | Theologie | Philosophie | Schöpfung | Gottesbild | Deutsch

Angemessener über Gott sprechen - Herder Korrespondenz

Klaus Müller, Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie, empfiehlt der Theologie, der "panentheistischen Wende" und ihren "prozessphilosophischen Motiven" zu folgen, wenn sie "die Herausforderung durch das alle moderne Naturwissenschaft leitende Paradigma der Evolution ernst nehmen" will. Der PanENtheismus (die Welt ist in Gott, Gott aber mehr als die Welt) überbiete einerseits einen Pantheismus, der Gott und Welt gleich setze, andererseits einen klassischen Theismus, der die Gott-Welt-Differenz betone. Dadurch wäre Gott als Schöpfer, ja auch als Person angemessener zur Sprache zu bringen: "Sofern der Mensch sich selbst in seiner Personalität als staunenswert gewahrt, begegnet ihm im Staunenswerten der Welt etwas ... Konnaturales, das ihn ermutigt, eben jener Weltdimension Personalität zuzuschreiben". Bei aller Zustimmung könnte man an Müller die Frage richten, ob der "schultheologische Monotheismus", der laut Müller "knietief in der Krise" steckt, nicht bereits den geforderten Panentheismus in Ansätzen enthält - implizit (Karl Rahner, Jürgen Moltmann) oder explizit (Hans Kessler, Prozessphilosophie inklusive). Dass die Theologie diese Ansätze ausformulieren sollte, um "für die ontologischen Verpflichtungen, die sie mit ihrer Gottrede eingeht, auch intellektuell aufzukommen", wäre freilich im interdisziplinären Dialog mit den Naturwissenschaften eine plausible Forderung und ein vielversprechendes Forschungsprogramm. Und nach der Forschung käme dann die Vermittlung ... - hhp

Erstellt von hhp | | Einstein | Deutsch | Kosmologie | Physik | Wissenschaftsgeschichte

Einstein in der Grübelfalle - Zeit-online

Vor exakt 100 Jahren legte Einstein die finale Version der Allgemeinen Relativitätstheorie vor. In einer interessanten Kombination aus Biografie und Entdeckungsgeschichte zeichnet der Artikel das lange Ringen Einsteins um eine Theorie der Gravitation nach, die Newtons Schwerkraft überlegen sein sollte. Dieser Versuch schien anfangs genau so zu scheitern, wie Einsteins Bemühungen um Pazifismus. Es sollte bis 1915 dauern, bis sich Einsteins erneut modifizierte Theorie am Planeten Merkur empirisch bestätigen ließ. Der Artikel vergisst nicht zu erwähnen, dass das damit errungene Fundament der modernen Kosmologie nicht nur auf genialen Geistesblitzen beruht, sondern vor allem auf permanente und harte mathematische Arbeit. - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie

Zeit für einen neuen Eid

Tagtäglich sehen sich Patienten mit Angeboten konfrontiert, von denen sie nicht wissen, ob sie ihrer Gesundheit dienen oder nur die Kasse des Arztes füllen sollen. Zug um Zug, sagt der Freiburger Medizinethiker Giovanni Maio, würden die Ärzte die ihnen eigentlich fremde Logik der Ökonomie zu ihrer eigenen Logik machen. Zusammen mit einem Chirurgen, einer Wirtschaftswissenschaftlerin, einer Psychologin und einer Theologin wurde deshalb am Interdisziplinären Institut für Ethik im Gesundheitswesen in Zürich einen neuer, zeitgemäßer Ärzteschwur entwickelt. Aktuelle Herausforderungen sind der steigende medizinische Bedarf bei begrenzten Ressourcen, die Forderung nach mehr Patientenautonomie und die Zersplitterung des ärztlichen Berufes. Im Kern haben sich vier Grundsatzprinzipien guten ärztlichen Handelns herauskristallisiert: das Selbstbestimmungsrecht des Patienten; das Prinzip der Schadensvermeidung; das Patientenwohl; und die soziale Gerechtigkeit. Gesamtgesellschaftliche Fragen wie beispielsweise die aktuelle Debatte, ob Ärzte Menschen aktiv beim Suizid helfen dürfen, gehören dort nicht hinein. Die Reaktionen auf aktuelle Missstände machen einen Eid zwar griffiger – aber auch vergänglicher. Es bleibt die Herausforderung, den ethischen Kanon – ob alt oder neu – wieder ins Bewusstsein der Ärzte zu rücken. - al

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Wieviel Alphatier steckt im Menschen?

Leithammel, Silberrücken und Spitzenpolitiker Eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Trends in Ecology and Evolution" veröffentlichte Studie vergleicht das Führungsverhalten unter Tieren und unter Menschen. Nun muss man solche direkten Vergleiche immer mit großer Vorsicht interpretieren, nur allzu schnell finden Projektionen statt von der Menschenwelt in die Tierwelt. Und doch scheint es interessante Parallelen zu geben, etwa die, das zu einer erfolgreichen Führungsrolle Lebenserfahrung gehört. Eine einfache Durchsetzungsgewalt reicht also nicht aus. Doch viel weiter tragen die Beobachtungen nicht.... Die Konsequenz des Spiegel-Autors: Merkel und Oberlöwe haben ähnliche Führungsmuster, ist dann doch etwas weit hergeholt! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Evolutionismus | Giordano-Bruno-Stiftung | Neuer Atheismus | Politik | Schmidt-Salomon | Schöpfung | Schule | Umfrage

Evolution sollte schon in der Grundschule gelehrt werden - evokids

Der Beitrag stellt die Forderung einer Expertengruppe vor, Lehrpläne zu ändern und Evolution schon in der Grundschule zu lehren. Verabschiedet wurde dies in einer Resolution, deren Wortlaut wiedergegeben wird. Die pädagogischen Bedenken, das Thema überfordere Grundschüler, sei mit empirischen Gründen ausgeräumt, heißt es dort. Dass Evolution bisher in keinem Grundschullehrplan Platz finde, stehe im Widerspruch zur Bedeutung der Evolutionstheorie bei allen Lebenswissenschaften. Der Anspruch wird jedoch über die Lebenswissenschaften hinaus ausgeweitet: Evolution sei der "wohl wichtigste Bestandteil des modernen Welt- und Menschenbildes". Hier dürfte für manche der Bogen weltanschaulich allzu überspannt und etwas mehr Bescheidenheit angebracht sein. Die Gefahr des Biologismus zeigt sich auch in der impliziten Frontstellung gegen Religion und Weltanschauungen: Während man im Zusammenhang mit Wissenschaft von "Erkenntnissen" spricht, gerät Schöpfung in den Kontext von "Mythen", und religiös-weltanschauliche Erziehung drohe Schüler zu "beeinflussen". Die Beteiligung der Giordano-Bruno-Stiftung und des explizit atheistischen AK Evolutionsbiologie schlagen hier anscheinend zu Ungunsten weltanschaulicher Neutralität durch. Dem eigentlich plausiblen Anliegen, Evolution in die Grundschule zu bringen, dürften diese völlig unnötigen Frontstellungen eher schaden als nutzen. - hhp

Erstellt von fv | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Organtransplantation

Dein ist mein Schweineherz

Die wunderbare Welt der Zellen!? Neuere Forschungen sind der Möglichkeit, Xenotransplantationen durchzuführen, also tierische Organe in Menschen einzupflanzen, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Offenkundig bieten sich in absehbarer Zeit Möglichkeiten, endogene Viren etwa von Spendertieren wie Schweinen auszuschalten. Xenotransplantation ist ein ethisches Thema ersten Ranges, hier geht es um viel, etwa auch im Vergleich der Kulturen. Doch über das ethische Thema hinaus zeigt sich ein sehr grundlegendes Thema: die Plastizität der Zellen. Offenkundig gelingt es immer besser, Hürden, die zwischen sehr unterschiedlichen Zellen bestanden, zu überwinden. Zellen werden zu einem generalisierten Baustein von Leben schlechthin und lassen sich durch gezielte gentechnische Eingriffe beinahe beliebig modifzieren. Was sagt das über das Bild vom Menschen, über unser Bild von den Tieren und über das Leben an sich? - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Kreationismus

Die Fossilien von Dmanissi aus kreationistischer Sicht - ag-evolutionsbiologie

Übergangsformen passen so gar nicht in ein kreationistisches Weltbild, das von unverbundenen Grundtypen ausgeht: Großaffen und Menschen sind demnach durch eine unüberbrückbare Lücke getrennt. Wie werden Kreationisten - so fragt Hansjörg Hemminger - mit Fossilfunden fertig, die diese Lücke zu schließen beanspruchen? Da solche Übergangsformen aus einem Mosaik von archaischen und modernen Merkmalen bestehen, greife der Kreationist schlicht die modernen heraus, lasse die archaischen unberücksichtigt, und rechne den Fund zum modernen Menschen. So messe Michael Brandt "den archaischen Merkmalen des Schädelbaus ... kein Gewicht bei, sondern bewertet ausschließlich den Bau der Extremitäten, den er für modern hält". Damit führe Brandt "seine Leserschaft in die Irre". Hier kann man Brandt allerdings wohlwollender lesen. In der von Hemminger kritisierten Veröffentlichung erwähnt Brandt durchaus die geringe Schädelkapazität, lässt sie aber deshalb unberücksichtigt, weil der Erstbeschreiber des Fossilfundes selbst sich auf die "postkranialen" (= unterhalb des Schädels befindlichen) Merkmale beschränkt und in diesen den Übergangscharakter des Fundes festmacht. Wenn Brandt im Gegenzug diesen Merkmalen (konkret der Schultermorphologie) den Übergangscharakter abspricht, ist dies nicht von vornherein methodisch illegitim. Der Schluss von einem einzigen Merkmal auf ein "Homo erectus kein 'Missing Link'" greift jedoch zu kurz. Dies könne man - jetzt wieder mit Hemminger - "nur dadurch beurteilen, dass man möglichst viele Merkmale heranzieht". Hier übergehe Brandt "die offensichtliche Tatsache, dass sich - selbst wenn er in Bezug auf das Schulterskelett Recht hätte - am Übergangscharakter dieser fossilen Funde nichts ändern würde". - hhp