Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

120 Jahre Röntgenstrahlen

Der Beginn des Durchblicks Am 8. November jährt sich zum 120. Mal der Tag, an dem die Menschheit den Durchblick bekam: Wilhelm Röntgen entdeckte die später nach ihm benannten Strahlen, die zunächst X Strahlen hießen (im Englischen auch heute noch x-rays genannt). Das verlinkte Video schildert schön, wie es zu der Entdeckung kam, ein klassischer Zufallsbefund! Das fluoreszierende Material hätten vielleicht viele gesehen, sich gewundert und es wieder vergessen. Nicht so Röntgen, er ging der Sache systematisch nach und fand so einen neuen physikalischen Zusammenhang, Strahlen, die offenkundig auch feste Stoffe durchdringen. - fv

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Müde Sammler und Jäger

Warum Müdigkeit keine Schande ist! Manchmal kommt Trost von unerwarteter Seite: Immer ein wenig müde schleppt man sich durch den Alltag und stellt viele Vermutungen an, woran das liegen mag, was man vielleicht einmal ändern sollte. Doch die anthropologische Studie, auf die in diesem kurzen Artikel hingewiesen wird, zeigt: Das war schon immer so! Wir Menschen haben offenkundig die Angewohnheit, immer ein wenig mit Schlafmangel zu kämpfen. Sogar die indigenen Völker in abgelegenen Weltgegenden verhalten sich nicht anders... Also können wir uns getrost in unser Menschheitsschicksal fügen und weiter munter müde sein! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Einstein | Physik | Quantenphysik | Wissenschaftsgeschichte

Einstein würde sich die Haare raufen - zeit.de

Der Titel des Artikels spielt darauf an, dass sich Einstein nie mit der seltsamen Welt der Quanten abfinden wollte. Hier dachte Einstein klassisch: Objekte 'haben' Eigenschaften - egal, ob man sie misst ('Realität'), und diese Realität lässt sich 'lokal' beschreiben, da räumlich weit getrennte Objekte keinen Einfluss nehmen ('Lokalität'). Nun soll in der Quantenphysik alles anders sein: Objekte bekommen Eigenschaften erst durch Messungen zugeschrieben und nehmen dabei instantan Einfluss auf weit entfernte Objekte, haben eine 'spukhafte Fernwirkung', wie Einstein formulierte. Da dies mit der Alltagsphysik und gar dem Alltag so gar nicht vereinbar zu sein scheint, suchte man stets in "Schlupflöchern" nach Alternativtheorien "mit einem alltagstauglicheren Weltbild". Nun gebe es aber ein Experiment, mit dem Wissenschaftler "die Unausweichlichkeit der Quantenmechanik eindrucksvoll demonstriert haben". Sie hätten die beiden wichtigsten Schlupflöcher gleichzeitig geschlossen, was bisher nicht gelungen sei. Es blieben zwar noch minimale Lücken offen, neue "lokal-realistische" Entwicklungen seien davon aber nicht zu erwarten. Fachleute mögen urteilen, inwieweit das neue Experiment tatsächlich neu ist: Schon 2008 konnte der theoretische Physiker Jürgen Audretsch schreiben: "Es gibt keine lokal realistische Alternative zur Quantentheorie". Der kurze, aber lesenswerte Artikel verweist mit einem Link auf die frei verfügbare Originalpublikation in Nature. Indes scheinen die eingebetteten Videos, die das Unanschauliche anschaulich machen könnten, nicht zu funktionieren. - hhp

Erstellt von al | | Komplexität | Anthropologie | Deutsch | Hirnforschung | Evolution | Evolutionsmedizin

Im Kern überraschend

Die Idee, dass es keine nennenswerten genetischen Differenzen zwischen den Körperzellen gebe, war einst ein Credo der biomedizinischen Forschung. Anders als bisher vermutet, tragen Körperzellen des Menschen aber kein einheitliches Erbgut in sich, sondern bilden Mosaike. Die biologische Identität des Individuums muss aufgegeben werden. Befunde legen nahe, dass jede einzelne Nervenzelle im Großhirn mehr als 1.500 unterschiedliche Mutationen beherbergt. Wie viel Individuum ist der Mensch? Nicht nur solche philosophischen und anthropologischen Fragen stellen sich. Die neuen Erkenntnisse haben ganz handfeste Konsequenzen. Die Gene, die Eigenschaften und Krankheiten von Menschen steuern und die unser Verhalten leiten, könnten anders agieren als bislang angenommen. Man stehe analog dem großen Unbekannten der Astrophysik "vor der dunklen Materie der Genetik". - al

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Außerirdische Leiden

Ein Flug zum Mars oder Mond wären ohne Weltraummedizin aussichtslos. Man mag Flugbahnen auf Jahre zentimetergenau im Voraus berechnen können, Menschen bringen die Unberechenbarkeit mit an Bord. In Experimenten auf der Erde und aus der Analyse zurückliegender Missionen haben die Ärzte einiges über die Anforderungen an solche Expeditionen herausgefunden. Bis zur Landung auf einem fernen Planeten gilt es, vier Phasen zu überstehen, die in dem Artikel geschildert werden. Die Menschen wollten immer die Grenzen sprengen und ihre Spielräume erweitern. Die Frage ist also nicht, ob so eine Mission Wirklichkeit wird, sondern nur, wann man das macht. - al

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Die Intuition des Charles Townes

Welche Rolle hat die Intuition in der Wissenschaft? Anbei findet sich ein interessanter Blog-Beitrag, der an den Physiker Charles Townes erinnert und dessen Fähigkeit zur Intuition hervorhebt. Welche Rolle spielt die Intuition in der wissenschaftlichen Forschung? Wahrscheinlich muss man unterschiedliche Phasen wissenschaftlicher Forschung beschreiben: Es gibt Zeiten, an denen neue Gipfel gestürmt werden (die Paradigmenwechsel des Thomas Kuhn) und es gibt Zeiten, an denen die Mühen der Ebene unumgänglich sind und viele kleine Schritte gemacht werden müssen. Spannend sind natürlich die ersteren: Beneidenswert sind jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihrer Intuition nachgehen und so Neues entdecken können! Wichtig scheint mir das Lob der Einfachheit zu sein: Oft verstecken sich auch unverstandene Anteile einer Theorie in hochkomplexen Rechnungen. Doch das sieht man erst, wenn jemand seiner Intuition folgte und eine einfache Antwort auf die gleiche Frage präsentieren kann. Die Phase der Intuitionen ist natürlich auch für das Verhältnis von Wissenschaft und Philosophie oder Theologie sehr interessant! - fv

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Unser neuer Vetter vom Kap

Noch nie wurde ein so umfangreicher Fossilienschatz aus der Vorgeschichte des Menschen geborgen wie jener aus der Rising-Star-Höhle westlich der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg. Der dort gefundene Homo naledi verfügte zwar über recht menschliche Füße, hatte aber Hände eher wie ein Affe und ein Gehirn, das ungefähr so groß war wie eine Orange – er ist also ein ziemlich undefinierbares Zwischenwesen, das wohl nicht in die direkte Linie unserer Vorfahren passt, aber doch zur Familie gehört. Der Versuch, im Clan der Menschenartigen den Überblick zu behalten, wird damit immer anspruchsvoller. Die Einteilung in Gattungen, Familien, Ordnungen und Arten ist wie jede Systematik der Natur nur eine Abstraktion. Sie ist hilfreich und sinnvoll, um umfangreiche Sammlungen nach einem verbindlichen Schema zu ordnen. Letztlich aber ist sie ein gedankliches Hilfskonstrukt, das der unübersichtlichen Wirklichkeit nur bedingt entspricht. Das gilt insbesondere für den Begriff der "Art" oder der "Spezies", der zur Einteilung der Natur besonders beliebt ist. - al