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Geschlecht und Evolution: „Es wird versucht, alles gleichzumachen“ - Stuttgarter Zeitung

Das neue Buch des Evolutionsbiologen Axel Meyer wende sich gegen die Gender-Forschung und stelle dies als "Konflikt zwischen Natur- und Geisteswissenschaften" dar. Im vorliegenden Interview stellt Meyer den weitgehenden Einfluss der Gene auf die Geschlechterdifferenz heraus, und hier gehe es "um wissenschaftliche Evidenz ... nicht um Philosophie, nicht um Ideologie". Die Anfrage, selbst ideologisch, sprich "biologistisch" zu sein, weist Meyer von sich: Es sei durchaus nicht alles genetisch determiniert. Nur werde "mit ideologischem Impetus vollkommen übertrieben versucht, alles gleichzumachen". Nach den umstrittenen Äußerungen des Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera sorgt nun auch Meyers Beitrag für eine Wiederbelebung der alten "nature vs. nurture"-Debatte. - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Hirnforschung

Große Koalition des Mitgefühls

Häufig sind es nicht nüchterne Argumente, die dem eigenen Handeln die Richtschnur vorgeben, sondern eher intuitive Einsichten, die im Unbewussten reifen und sich zunächst eher als vages Gefühl äußern. Die Ratio liefert in solchen Fällen erst im Nachhinein jene Argumente, die den zuvor intuitiv getroffenen Entschluss rechtfertigen. Wer im Fernsehen eine anrührende Flüchtlingsreportage sieht, wer gemeinsam mit anderen im Fußballstadion jubelt oder angesichts einer Großkundgebung massenhafte Trauer verspürt, kann die Erfahrung einer "emotionalen Ansteckung" machen: Man wird dabei von den Emotionen seiner Mitmenschen auf eine Weise berührt, ja mitgerissen, die sich unserer Kontrolle entzieht und uns umso stärker ergreift. Seit den Tagen des Nationalsozialismus schlägt dem Erleben kollektiver Emotionen in Deutschland stets eine besondere Skepsis entgegen. Es scheint, als müssten wir uns erst wieder daran gewöhnen, dass kollektive Gefühle auch positiv besetzt sein können. Das Leid der Flüchtlinge, denen wir in diesen (und noch vielen kommenden) Tagen begegnen, stellt nicht nur eine Herausforderung für unser kollektives Gefühlsleben dar, sondern bietet zugleich die Möglichkeit einer echten Lernerfahrung: der Erkenntnis nämlich, dass aktives Mitgefühl anderen hilft und zugleich unsere eigene Gemütsverfassung zum Guten verändern kann. Was aus einem historischen Moment dann einen sehr persönlichen macht. - al

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Homo in Kleinformat

Ein neuer Vorfahr entdeckt? In Südafrika hat eine internationale Forschergruppe Knochen gefunden, die möglicherweise zu einer noch nicht entdeckten Art der Gattung homo gehören können. Das berichten viele Medien heute. Das Alter der Fossilien ist ungeklärt. Möglicherweise gab es schon Bestattungsrituale. Immerhin zeigt sich, dass der Stammbaum der Menschen doch noch deutlich komplizierter sein kann als gedacht. Offenkundig finden sich im Umfeld der Grabungsstätte noch viel mehr ähnlicheFossilien - das macht weitere Entdeckungen wahrscheinlich! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution

Der Mann, der Charles Darwin auf den Kopf stellt - Welt

Jeremy England und seine vermeintlich neue Theorie zur Lebensentstehung (Leben nicht zufällig, sondern notwendig) sorgen mal wieder für Schlagzeilen. Im Januar mutmaßte man, dass er die Kreationisten das Fürchten lehre (siehe 13.01.), im vorliegenden Artikel nun stellt er "Darwin auf den Kopf", ja er könnte "zum neuen Darwin werden". Derart geködert findet man beim Lesen jedoch bescheidenere Töne: Den Darwinismus "stellt England nicht infrage", nur ringe er um genauere Quantifizierung und Formalisierung, verbleibt bisher allerdings "im Stand der Spekulation". Der jüdische Forscher England brauche übrigens keinen religiösen Konflikt zu befürchten: Das Judentum habe "keine Probleme mit den Lebenswissenschaften", während indes "Christentum und Darwinismus einander eher widersprechen". Mehr als diese Vorurteile und Spekulationen hat der Artikel kaum zu bieten, mal abwarten, was die Peer-Review-Begutachtung des neuen England-Artikels ergeben wird. - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Kosmologie | Physik

Kosmologie und Elementarteilchenphysik

Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie Spannende Experimente finden zur Zeit zu einer genaueren Bestimmung der Antimaterie statt. In diesem Artikel wird ausführlich beschrieben, wie neue experimentelle Möglichkeiten möglicherweise Aufschluss darüber geben können, warum die erhebliche Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie in unserem Universum besteht. Im Grunde ist das eine Frage, die dringend bearbeitet werden muss, da die bisherigen Theorien keine Begründung für die Asymmetrie geben können. Die Kosmologie geht von einer anfänglichen Gleichverteilung von Materie und Antimaterie aus und die Elementarteilchenphysik kann nicht die Bevorzugung der einen gegenüber der anderen begründen. Hier deuten sich möglicherweise fundamentale Veränderungen oder Erweiterungen der bisher bekannten Theorien an! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolutionismus | Soziobiologie

Professor gegen Genderforschung: "Jung, attraktiv, muss gut kochen können" - Spiegel online

Der Artikel fasst die Reaktionen auf die gegen die Genderforschung gerichteten Äußerungen des Biologen Ulrich Kutschera mit entsprechenden Links auf die Originalquellen zusammen. Stein des Anstoßes war ein Interview des Biologen, in dem er die Genderforschung mit Krebsgeschwür und Kreationismus verglich und (mal wieder) die Überlegenheit der 'faktenbasierten' Naturwissenschaft über andere Wissenschaften, wie z. B. die "Sozialkunde", beschwor. Der Asta beschwerte sich, und die Hochschulleitung mahnte den "Respekt gegenüber anderen wissenschaftlichen Disziplinen" an. Kutschera reagierte seinerseits mit dem Hinweis, er habe schließlich rein fachwissenschaftlich argumentiert. Eine fachwissenschaftliche Bescheidenheit merkt man allerdings Pauschalurteilen wie "Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht viel diskutieren muss" kaum an. Sind Männer nur "Urviecher", oder vielleicht doch auch Kulturwesen? - hhp

Erstellt von al | | Einstein | Deutsch | Kosmologie | Astronomie | Physik

Gesucht: Einsteins letztes Hirngespinst

Einer der skurrilsten Vorhersagen aus Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie ist, dass die Schwerkraft als Welle durch Raum und Zeit eilt. Es ist zudem die letzte große Idee des Genies, die noch nicht durch Messung bestätigt oder widerlegt wurde. Vielleicht ein epochales Stück Physik, oder Einsteins letztes Hirngespinst. Der bis dato einzige Hinweis, dass Gravitationswellen mehr sind als ein Hirngespinst, stammt aus dem Jahr 1979. Um die Frage abschließend zu klären, wurden in den USA, Deutschland und Italien vier Riesendetektoren gebaut. Aber weder Virgo in der Toskana noch eine der anderen Anlagen fing auch nur den Hauch einer Welle auf. Darum haben die Physiker ihre Apparate in Italien und den USA nun aufgemotzt. Sollte es dennoch nicht gelingen, die Erschütterungen in der Raumzeit auf der Erde zu messen, müssten sich die Physiker bis zum Jahr 2034 gedulden. Dann soll die europäische Weltraummission eLisa starten. Sie besteht aus drei Satelliten, die ein Dreieck aufspannen und Laserstrahlen hin und her schießen können. Eine Strecke von einer Million Kilometern müssten die Strahlen zurücklegen. Man müsse herausfinden, wie man mit dem Laser auf solche Entfernungen genau genug zielen kann. Der nötige Mechanismus wird Ende dieses Jahres in einer eigenen, 400 Millionen Euro teuren Testmission erprobt: mit dem Satelliten Lisa Pathfinder. Sollte Einstein recht behalten, wollen die Fachleute demnächst jede aufgeschnappte Raumzeitdelle haarklein analysieren und so den Ablauf kosmischer Großereignisse klären. - al