Erstellt von fv | | Deutsch | Psychologie | Quantenphysik | Wissenschaftstheorie

Grenzen der Wissenschaft?

Eine Metastudie in Science hat darauf aufmerksam gemacht, dass ein sehr großer Teil der psychologischen Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist. Das wirkt wie eine schwerwiegende Infragestellung für all die, die der Meinung sind, das auch die Psychologie gleichen Kriterien genügen müsse wie die Physik oder die Chemie. Offenkundig ist es außerordentlich schwierig, hier diegleichen methodischen Standards zu etablieren. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Wirklichkeit sich vielfältig zeigt und nicht in jeder Hinsicht mit dengleichen methodischen Standards bearbeitet werden kann, dann ist diese Nachricht keine so neue. Heisenberg hat in seiner Schrift "Ordnung der Wirklichkeit" schon 1940 die Auffassung vertreten, dass es sukzessive Objektivierungsgrade unter den Wissenschaften gibt. Die Quantenphysik siedelte er dabei zwischen der klassischen Physik und der Chemie an, dann folgen Biologie und andere Wissenschaften. Wenn man mit diesen Einschränkungen leben kann, dann zeigt sich ein spannendes Panorama unterschiedlicher Wissenschaften, die aber nicht an dem einen Objektivitätsideal arbeiten müssen! - fv

Erstellt von al | | Transhumanismus | Deutsch | Neuro-Enhancement | Hirnforschung

Hirn auf Hochtouren

Hirndoping ist zum Massenphänomen geworden. Kritiker warnten in den vergangenen Jahren bereits vor unabsehbaren gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen. Ein Beweis dafür, dass die Substanzen wirklich halten, was viele sich von ihnen versprechen, fehlte bislang. In diesem Jahr aber ist eine systematische Übersichtsarbeit veröffentlicht worden, die den neuesten Kenntnisstand über ein altes Medikament (Modafinil) zusammenfasst. Es verbessert vor allem das konvergente Denken, wenn es also darum geht, für die Lösung eines Problems verschiedene Informationen zusammenzuführen – also logische Schlussfolgerungen. Divergentes Denken hingegen, bei dem die Gedanken um flexible Lösungen für ein Problem kreisen, wird nicht verbessert. Wären Prüfungen mehr an Kreativität ausgerichtet denn an Reproduktion von Wissen, hätte Modafinil wohl keine Chance. Vor dem Konsum wird in jedem Fall gewarnt, weil die Datenlage bei Gesunden noch unzureichend ist. Bei Patienten, die Modafinil krankheitsbedingt regelmäßig einnehmen mussten, sind in seltenen Fällen auch gravierende Nebenwirkungen aufgetreten. Auch wurde Modafinil fast ausschließlich in Laborexperimenten untersucht und nicht unter lebensnahen Bedingungen, wird kritisiert. - al

Erstellt von vf | | Anthropologie | Deutsch | Künstliche Intelligenz

Sind Roboter die besseren Menschen?

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Nachrichten aus dem Bereich der Robotik.Ihr gemeinsamer Tenor ist: Die Entwicklung schreitet schneller voran als bisher vermutet. In Europa wird das Thema noch nicht so intensiv diskutiert, das ist in Japan anders. Nun muss man bei dem Thema Künstliche Intelligenz vorsichtig sein, denn Entscheidendes unseres eigenen Menschseins verstehen wir noch nicht ansatzweise. Aber darum mag es in der Robotik auch gar nicht gehen. Es wäre ja schon eine riesige Herausforderung, wenn hochintelligente und flexible Maschinen menschliches Verhalten weitgehend simulieren könnten. Dies würde nicht nur den alltagsnahen Einsatz möglich machen, sondern sicherlich auch unsere zwischenmenschlichen Konventionen verändern. 24 Stunden einsatzfähige Roboter in der Pflege könnten eine Erleichterung darstellen, aber auch ein künstliches GEfängnis für die zu Pflegenden darstellen. Viel wird davon abhängen, wie sich die gesellschaftlichen Konventionen und Regeln im Umgang mit intelligenten Maschinen sich entwickeln wird. - vf

Erstellt von fv | | Deutsch | Hirnforschung

Wege der Hirnforschung

Vor einigen Tagen ist ein Artikel in der FAZ erschienen, der die Möglichkeiten der Neurowissenschaften darstellt, grundlegende Fragen zu beantworten, etwa die, was Aufmerksamkeit sei. Sehr viel interessante Ergebnisse der Neurowissenschaften werden zusammen getragen! Leider zeigt der Artikel aber auch, dass Philosophie dann nur noch als Garnierung der eigenen Erkenntnisse wahrgenommen wird. Platons Problem im Höhlengleichnis war nicht die Frage, wie wir die Welt entdecken können, sondern wie wir zu der Erkenntnis des Guten (des einen, ewigen Guten) kommen. Darüber handeln die Neurowissenschaften aber gar nicht (das Gute im Platonischen Sinne ist nicht das moralisch Gute) - warum dann sich auf Plato berufen? Um die eigenen Erkenntnisse bedeutungsvoller darstellen zu können? Das sind Wege auf dünnem Eis... - fv

Erstellt von al | | Physik | Deutsch | Astronomie

Aufruhr vor dem Rendezvous

Komet "Tschuri" und ROSETTA-Sonde sind der Sonne am 13.8. am nächsten gekommen. Viele Fragen bei der Analyse des Kometen sind noch offen. Der aus der Nähe zur Sonne entstehende Schweif z.B. speist sich aus Material, dessen Herkunft noch unklar ist. - al

Erstellt von hhp | | Deutsch | Tierethik

Schimpansen vor Gericht - Süddeutsche

Der Versuch von Tierrechtlern, Affen als nichtmenschliche Personen mit "gewissen Rechten" auszustatten, ist gescheitert. Ende April hatte Richterin Barbara Jaffe noch für leise Hoffnung gesorgt, indem sie zumindest eine Anhörung zuließ, was von manchen als Teilerfolg gefeiert wurde. Jaffes jetzige Ablehnung bindet sich an eine gerichtliche Entscheidung von 2014 zurück, die den Zuspruch von Rechten an die Wahrnehmung von Pflichten koppelt, weshalb es unangemessen sei, Schimpansen mir Rechten zu versehen. Die Tierrechtler würdigten die Entscheidung, kündigten aber ein Berufungsverfahren an. - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Umweltverantwortung

Klima und soziale Bewegungen

Der Klimawandel beschäftigt viele. Nun gibt es auch neue Akteure, die neben den etablierten politischen Bewegungen, Kirchen, Gewerkschaften usw. ihren Platz suchen (zB. in diesem Artikel Avaaz). Vielleicht entsteht ja bei dem Problem des Klimawandels eine neue, durch digitale Medien gestützte Sozialform, die auch bei anderen weltweiten Themen denkbar wäre (Gerechtigkeit, Füchtlinge etc). Das war schon einmal 2001 in der Diskussion, als attac aufkam. Möglicherweise war das noch zu früh. Es bleibt zu hoffen, dass der Pariser Umweltgipfel da ein Impulsgeber sein wird! Wichtig wäre allerdings, dass die etablierten weltweiten Akteure - wie etwa die Kirchen - dies mit unterstützen... - fv