Erstellt von fv | | Aufklärung | Deutsch | Quantenphysik

Pseudowissenschaft Quantenmedizin

Warum die Wissenschaft immer ein gefährdetes Projekt sein wird Es ist schon erstaunlich, zu sehen, dass doch recht vernünftige wirkende Zeitgenossen sich für solche obskuren Lehren wie Quantenheilungen interessieren. Es gibt gerade im Bereich der Gesundheit ein großes (und berechtigtes) Interesse daran, auch auf das hinzuweisen, was eine objektivierende wissenschaftliche Sprache nicht gut erfassen kann. Doch einige nutzen dieses Interesse aus, indem sie für das Unbekannte vollmundig Alternivlehren zur Wissenschaft anbieten, dies ist die Masche der Esoterik. Wenn diese dann sich aber den scheinbar seriösen Wissenschaftsmantel überzieht (Hat die Quantenphysik nicht schon lange gezeigt, dass alles ganz anders ist?), dann ist für viele die Bereitschaft groß, der Autorität zu vertrauen. Doch Wissenschaft hängt nicht an der richtigen Kleidung, sondern an der Freiheit des kritischen Arguments! Das aber ist nicht gut zu vermitteln, wenn in der Öffentlichkeit die Wissenschaft zu einer Disziplin des Bescheidwissens geworden ist - man sieht: die Wissenschaft als vorurteilsfreie und selbstkritische Suche nach dem besseren Argument bleibt gefährdet.... - fv

Erstellt von fv | | Deutsch | Wissenschaftstheorie

Wie der Drittmittelzwang die freie Forschung bedroht

Freiheit der Wissenschaft? Zu den Grundvoraussetzungen der Wissenschaft gehört die Forschungsfreiheit. Sie ist so hochrangig, dass sie im Grundgesetz im Artikel 5 verbürgt ist. Kann es nun aber sein, dass die Forschungsfreiheit durch den Forschungsbetrieb sukzessive ausgehöhlt wird? Das Interview problematisiert den Einfluss der Industrie an Deutschen Hochschulen durch Drittmittelprojekte. Nun wäre es sicherlich übertrieben, von einem nun anstehenden Verlust der Freiheit zu sprechen. Dennoch ist der Einfluss von außen nicht zu vernachlässigen. Es kann ja auch eine Veränderung in vielen kleinen Schritten stattfinden! - fv

Erstellt von fv | | Deutsch | Einstein | Physik

Licht beim Trödeln ertappt

Licht im Vakuum langsamer als Lichtgeschwindigkeit? Es gibt auch in der heutigen Zeit immer wieder überraschende Befunde, die zumindest die Ahnung aufkommen lassen, dass auch gut etablierte Theorien wie etwa die Relativitätstheorie noch einmal überdacht werden müssen. So hat man nun Versuche mit einem speziell modulierten Licht gemacht (Bessel-Strahlen) und festgestellt, dass dieses Licht sich auch im Vakuum langsamer fortbewegt als mit Lichtgeschwindigkeit. An der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit hängt in gewisser Weise aber die Relativitätstheorie. Nun wird das spezielle Licht so interpretiert, als ob die Photonen tatsächlich mit Lichtgeschwindigkeit fliegen, allerdings auf einer Zickzack Kurve. Diese Interpretation "rettet" die Relativitätstheorie und die Konstanz von c. Was aber, wenn es auch andere Interpretationen gäbe - sollte man dann noch einmal neu über die Relativitätstheorie nachdenken müssen!? Man sieht: die Forschung bleibt spannend! - fv

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch | PID

Wie sicher ist sicher genug?

Ein Vergleich zwischen der Situation in Deutschland und Großbrittanien. Während hierzulande der ungefährlichere Bluttest bei Schwangeren zur Erkennung genetischer Defekte noch um seine kassenärztliche Zulassung ringt, hat das britische Unterhaus - nach einjähriger öffentlicher Debatte - in bestimmten Fällen der Verwendung der Vererbungsmaterialien von drei Eltern zugestimmt. "Es entsteht eine Art Schimäre". Auch die Technik der Keimbahnreparatur ist in ihren Grundzügen bereits Realität. - Die Frage wird sein, wie die Gesellschaft mit denen umgeht, die auf diese Vorzüge verzichtet haben. Heisst es dann bei einem Kind mit Down-Syndrom "Das braucht man doch heute nicht mehr..."? Die Eugenik Debatte kommt wieder, diesmal schon in vitro. - al

Erstellt von fv | | Deutsch | Vatikan

Die Kirche glaubt an die Wissenschaft

Die Kirche glaubt an die Wissenschaft? Bischof Sanchez Sorondo, der Vorsitzende der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften hat sich in einem kurzen Interview mit dem Spiegel zu einer sehr kurzen Beschreibung des Verhältnisses von Kirche und Wissenschaft eingelassen. Eine solche Formulierung schafft wohl eher Missverständnisse als dass sie aufklärt. Sie ist aber wohl auch eher polemisch zu verstehen gegen ein Stereotyp, das die Kirche in einer Gegnerschaft zur Wissenschaft sieht. Doch wenn es auch keine Gegnerschaft gibt, so doch unterschiedliche Akzente. Die von Bischof Sorondo zum Ende des Interviews hin erwähnten Positionierungen entstammen doch eher einer Tradition des Naturrechts als der naturwissenschaftlichen Forschung selbst. - fv

Erstellt von hhp | | Kosmologie | Deutsch | Naturwissenschaft | Physik | Schöpfung | Theologie | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Gott und der Urknall - Publik-Forum 1/2015, 26-29

Können naturwissenschaftliche Theorien Grundfragen des Daseins beantworten? Für ein entschiedenes "Nein" plädiert der Autor Frank Vogelsang und macht dies am Beispiels des Urknalls deutlich. Scheinbar war der Übergang von der Newtonschen Welt ohne Anfang zu einem Kosmos mit Anfang ("Urknall") theologisch anschlussfähiger. Tatsächlich jedoch - so Vogelsang - "muss vor einer solchen voreiligen Identifizierung von Schöpfung und Urknall nachdrücklich gewarnt werden". Schließlich könnten sich Erkenntnisse samt vermeintlicher Anschlussfähigkeit ändern, man denke an Multiversums- oder anfangsfreie Theorien à la Hawking. Sich auf bestimmte physikalische Theorien festzulegen ist der Theologie aber nicht nur aus strategischen Gründen verwehrt. Solche Theorien "können aus grundsätzlichen methodischen Überlegungen heraus keine theologischen Erwartungen bedienen". Theologie komme dann ins Spiel, wenn es um "Lebenswelt" geht, die umfassender ist als das, was naturwissenschaftlich beschrieben werden kann. - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Wissenschaftstheorie

Physik am Scheideweg

Wann ist die Physik noch Physik? Im letzten Jahr und auch über den Jahreswechsel hat es Beiträge zu der Debatte der Theoriebildung in der theoretischen Physik gegeben. Der Artikel der FAZ bezieht sich auf einen Beitrag der Physiker Ellis und Silk in Nature, die kritisch fragen, ob neuere Theorieentwicklungen noch den Standards der Physik entsprechen, wenn sie nach dem heutigen Stand der Wissens nicht falsifiziert werden können. In der Tat gehört die Falsifizierbarkeit zu den herausragenden Kriterien naturwissenschaftlicher Forschung. Doch kein Kriterium ist sakrosankt oder alleingültig. Es gab und es gibt immer Abweichungen. Zu fragen ist allerdings, ob man auf künftige Falsifizierbarkeit spekulieren sollte, wie es der Beitrag tut. Das erinnert an die Theorie des Theologen Pannenberg, der davon ausging, dass am Ende der Tage sich die christliche Rede als die richtige erweisen werde. Dies hilft allerdings für die gegenwärtige Theoriebildung nicht sehr... - fv