Erstellt von fv | | Deutsch | Kosmologie

Gravitationswellen vom Urknall

Gravitationswellen vom Urknall? Wir hatten in diesem Forum auf die Meldung von Entdeckungen des Teleskops Bicep2 am Südpol hingewiesen. Messungen gaben dort Hinweise auf Gravitationswellen, die aus Vorgängen kurz nach dem Urknall zeugen. Doch nun gibt es erhebliche Fragen zur Validität dieser Ergebnisse. Es steht die Frage im Raum, ob die beobachteten Wirbel nicht eher aus Störungen durch Staub in der Milchstrasse resultieren denn aus dem Anfang des Universums. Diese Diskussion zeigt vor allem, wie komplex die Verhältnisse sind, wenn man vom Urknall redet. In manchen Veröffentlichungen entsteht der Eindruck, man müsse nur genau hinsehen und schon zeigen sich die Folgen des Urknalls. Tatsächlich aber ist das, was wir mit "Urknall" betiteln ein ungeheuer komplexer Prozess, Messungen dem zuzuordnen geht nur mit einer erheblichen Interpretationsleistung. Das macht die Wissenschaft spannender, aber es zeigt auch, wie vorsichtig man mit plakativen Aussagen im öffentlichen Raum umgehen sollte! - fv

Erstellt von al | | Astronomie | Kosmologie | Physik | Deutsch

"Eher pluff als plonk"

Hinter diesem blödsinnigen Titel verbirgt sich ein Artikel über eine der ehrgezeigsten Missionen der europäischen Raumfahrt: die Raumsonde Rosetta erforscht die Geheimnisse der Kometen. Vor einem Monat hat sie ihr Ziel, den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreicht. Schon jetzt hat sie mehr Daten über diese "schmutzigen Schneebälle" gesammelt, als alle Kometenmissionen vorher zusammen. Was der Artikel nicht verrät: die Mission kann vielleicht auch Auskunft über die Herkunft des irdischen Wassers geben und damit die Frage nach dem Ursprung des Lebens beantworten helfen. - al

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Deutsch | Wissenschaftstheorie | Theologie | Pannenberg

Glaube, Geschichte und Vernunft - Zum Tod des evangelischen Theologen Wolfhart Pannenberg - NZZ

Die Reaktion auf den Tod des bedeutenden evangelischen Theologen Wolfhart Pannenberg ist im deutschsprachigen Bereich (bis jetzt) mehr als spärlich und beinahe auf den vorliegenden Artikel des systematischen Theologen Gunther Wenz beschränkt. Wenz hebt die immense Bedeutung Pannenbergs hervor, der seinerzeit gegen die Vorherrschaft der dialektischen Theologie eine neue Richtung eröffnete. Ziel dieser Richtung und im interdisziplinären Kontext relevant ist der "Nachweis einer allem Irrationalismus und Dezisionismus überlegenen Vernünftigkeit des Glaubens". In Überwindung einer privatistischen Frömmigkeit sollte diese Vernünftigkeit "vor dem Forum das allgemeinen Wahrheitsbewusstseins" gerechtfertigt werden - anthropologisch zum Beispiel mit der Struktur der "Gottoffenheit" des Menschen. Der Artikel gibt einen prägnanten Einstieg in den Ansatz Pannenbergs, schade nur, dass nicht mehr und ausdrücklicher auf Pannenbergs Dialog mit den Naturwissenschaften eingegangen wird. - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Pannenberg | Wunder | Theologie

Nachruf - Die Auferstehung Jesu ist eine historische Tatsache - Idea

Der ehemalige Bischof und Neutestamentler Ulrich Wilckens stellt in seinem Nachruf die bekannte Frontstellung Pannenbergs gegen Barth und die Gefahr einer Selbstisolierung der Theologie von allem weltlichen Wissen an den Anfang. Pannenberg habe die Verbindung von Glaube und Vernunft gewollt. Das Wort Gottes sei kein "senkrecht von oben" kommender Fremdkörper für einen Sonderbereich, sondern Mitte der ganzen Weltgeschichte. Dass Gott und Geschichte zusammen gehören, bedeute mit Pannenberg dann auch, dass die Auferstehung Jesu "als historische Tatsache ernst zu nehmen" sei. Für den Autor steht dies "in keinerlei Gegensatz zu vernünftigem Naturwissen". Hier dürften einige widersprechen und ausdrücklich einen "unlösbaren Widerspruch zum heutigen Weltwissen" (Hans Kessler) reklamieren - es sei denn, man dürfte "historische Tatsache" im Sinne von "Wirklichkeit" verstehen, die geschichtlich wirksam wurde und insofern mehr ist als ein bloßes "theologisches Konstrukt", von dem sich Wilckens mit Pannenberg absetzen will. - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Pannenberg

Offenbarung ist Geschichte und anderes nicht. Wolfhart Pannenberg zur Erinnerung - Theologie und Kirche.de

"Offenbarung ist Geschichte" steht als Leitmotiv in Hans-Joachim Sanders Nachruf auf Wolfhart Pannenberg. Mit der Verbindung zur Geschichte widerstehe Offenbarung der fundamentalistischen Versuchung, widersprüchliche Geschichte einfach zu übergehen. Wird Geschichtlichkeit ernst genommen, bestätigt Offenbarung "schon gar nicht letztgültige Ideen von Geschichte", und dieses bedinge Pannenbergs Nähe zu den Naturwissenschaften. - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Pannenberg | Theologie

Ein ganz Großer unserer Zunft! Ein Nachruf auf Wolfhart Pannenberg - Theologie und Kirche.de

Der Nachruf des Dogmatikers Georg Essen macht für den interdisziplinären Kontext die Leistung Pannenbergs deutlich, dass er den Begriff der Offenbarung nicht nur mit dem der Geschichte verfugt, sondern ihn auch vernunfttheologisch unterfangen habe. Es habe mit dieser Vernunftförmigkeit seiner Theologie zu tun, "dass er katholischerseits so breit rezipiert wurde wie kaum ein anderer protestantischer Theologe seiner Generation". - hhp

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Forschern gelingt "Telepathie" Experiment

Wie weit kann unser Denken öffentlich werden? Ein kürzlich in Frankreich und Indien durchgeführtes Experiment lässt weitgehende Möglichkeiten eines technischen Umgangs mit Gedanken erahnen. So ist es einer Forschergruppe gelungen, ein EEG (Elektroenzephalogramm) eines Gedankens in Indien aufzuzeichnen, es als Datensatz nach Frankreich zu schicken und über transkranielle Magnetstimulation wieder einem Probanden zuzuführen, so dass dieser den ursprünglichen Gedanken erkennen kann. Wie so oft, ist das zunächst nur ein bescheidener Anfang, es ging offenkundig nur um aus einem Wort bestehende Begrüßungsformeln, ob das auch je für komplexe GEdanken gilt (IRonie etc)? Wie ist das bei unterschiedlichem Wortschatz und Bildungsgrad? Doch zumindest zeigt das Experiment, dass Output und input technisch grundsätzlich beherrschbar sind! - fv