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Glaube, Geschichte und Vernunft - Zum Tod des evangelischen Theologen Wolfhart Pannenberg - NZZ

Die Reaktion auf den Tod des bedeutenden evangelischen Theologen Wolfhart Pannenberg ist im deutschsprachigen Bereich (bis jetzt) mehr als spärlich und beinahe auf den vorliegenden Artikel des systematischen Theologen Gunther Wenz beschränkt. Wenz hebt die immense Bedeutung Pannenbergs hervor, der seinerzeit gegen die Vorherrschaft der dialektischen Theologie eine neue Richtung eröffnete. Ziel dieser Richtung und im interdisziplinären Kontext relevant ist der "Nachweis einer allem Irrationalismus und Dezisionismus überlegenen Vernünftigkeit des Glaubens". In Überwindung einer privatistischen Frömmigkeit sollte diese Vernünftigkeit "vor dem Forum das allgemeinen Wahrheitsbewusstseins" gerechtfertigt werden - anthropologisch zum Beispiel mit der Struktur der "Gottoffenheit" des Menschen. Der Artikel gibt einen prägnanten Einstieg in den Ansatz Pannenbergs, schade nur, dass nicht mehr und ausdrücklicher auf Pannenbergs Dialog mit den Naturwissenschaften eingegangen wird. - hhp

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Nachruf - Die Auferstehung Jesu ist eine historische Tatsache - Idea

Der ehemalige Bischof und Neutestamentler Ulrich Wilckens stellt in seinem Nachruf die bekannte Frontstellung Pannenbergs gegen Barth und die Gefahr einer Selbstisolierung der Theologie von allem weltlichen Wissen an den Anfang. Pannenberg habe die Verbindung von Glaube und Vernunft gewollt. Das Wort Gottes sei kein "senkrecht von oben" kommender Fremdkörper für einen Sonderbereich, sondern Mitte der ganzen Weltgeschichte. Dass Gott und Geschichte zusammen gehören, bedeute mit Pannenberg dann auch, dass die Auferstehung Jesu "als historische Tatsache ernst zu nehmen" sei. Für den Autor steht dies "in keinerlei Gegensatz zu vernünftigem Naturwissen". Hier dürften einige widersprechen und ausdrücklich einen "unlösbaren Widerspruch zum heutigen Weltwissen" (Hans Kessler) reklamieren - es sei denn, man dürfte "historische Tatsache" im Sinne von "Wirklichkeit" verstehen, die geschichtlich wirksam wurde und insofern mehr ist als ein bloßes "theologisches Konstrukt", von dem sich Wilckens mit Pannenberg absetzen will. - hhp

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Offenbarung ist Geschichte und anderes nicht. Wolfhart Pannenberg zur Erinnerung - Theologie und Kirche.de

"Offenbarung ist Geschichte" steht als Leitmotiv in Hans-Joachim Sanders Nachruf auf Wolfhart Pannenberg. Mit der Verbindung zur Geschichte widerstehe Offenbarung der fundamentalistischen Versuchung, widersprüchliche Geschichte einfach zu übergehen. Wird Geschichtlichkeit ernst genommen, bestätigt Offenbarung "schon gar nicht letztgültige Ideen von Geschichte", und dieses bedinge Pannenbergs Nähe zu den Naturwissenschaften. - hhp

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Ein ganz Großer unserer Zunft! Ein Nachruf auf Wolfhart Pannenberg - Theologie und Kirche.de

Der Nachruf des Dogmatikers Georg Essen macht für den interdisziplinären Kontext die Leistung Pannenbergs deutlich, dass er den Begriff der Offenbarung nicht nur mit dem der Geschichte verfugt, sondern ihn auch vernunfttheologisch unterfangen habe. Es habe mit dieser Vernunftförmigkeit seiner Theologie zu tun, "dass er katholischerseits so breit rezipiert wurde wie kaum ein anderer protestantischer Theologe seiner Generation". - hhp

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Forschern gelingt "Telepathie" Experiment

Wie weit kann unser Denken öffentlich werden? Ein kürzlich in Frankreich und Indien durchgeführtes Experiment lässt weitgehende Möglichkeiten eines technischen Umgangs mit Gedanken erahnen. So ist es einer Forschergruppe gelungen, ein EEG (Elektroenzephalogramm) eines Gedankens in Indien aufzuzeichnen, es als Datensatz nach Frankreich zu schicken und über transkranielle Magnetstimulation wieder einem Probanden zuzuführen, so dass dieser den ursprünglichen Gedanken erkennen kann. Wie so oft, ist das zunächst nur ein bescheidener Anfang, es ging offenkundig nur um aus einem Wort bestehende Begrüßungsformeln, ob das auch je für komplexe GEdanken gilt (IRonie etc)? Wie ist das bei unterschiedlichem Wortschatz und Bildungsgrad? Doch zumindest zeigt das Experiment, dass Output und input technisch grundsätzlich beherrschbar sind! - fv

Erstellt von fv | | Deutsch | Anthropologie

Erstmals Gravuren von Neanderthalern entdeckt

Und sie waren doch Künstler! Neuere Untersuchungen an Funden, die man in Gibraltar gemacht hat, zeigen, dass aufwändiger hergestellte Steinzeichen in Höhlen auf die Produktion durch Neanderthaler verweisen. Denn sie sind etwa 38000 Jahre alt und sind damit vor der Zeit zu datieren, in der homo sapiens sapiens diese Gegend besiedelte. Damit wäre belegt, dass die Neanderthaler nicht nur über Werkzeuge verfügten, sondern auch rudimentäre Kunst vollbrachten. Kann man also auch auf eine Religiosität von Neanderthalern schließen!? Das alles bedeutet, dass die Sonderstellung des Menschen, des homo sapiens sapiens, wieder einmal schwieriger zu begründen sein wird. Das weist in eine ähnliche Richtung wie die anthropologische Forschung von Michael Tomasello und anderen! - fv

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Wenn die Quantenverschränkung zum Alltag wird...

Zu den großen Rätseln der Interpretation der Quantenphysik gehört die Frage, wie der Zustand zweier Teilchen zu interpretieren ist, wenn sie miteinander verschränkt sind. Hieran haben sich gerne viele interessante und auch weniger interessante Spekulationen geknüpft. Je weiter jedoch die technischen Möglichkeiten voranschreiten, desto alltäglicher werden diese Rätsel. Nun ist es einem Team um Anton Zeilinger gelungen, verschränkte Teilchen für "photographische" Abbildungen einzusetzen. Werden wir auch künftig über die Interpretation der Quantenphysik nachdenken oder werden die Eigenschaften der Quantenteilchen eine alltägliche Erscheinung werden? - fv