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Hat sich das Universum blitzartig ausgedehnt? idea

Die einen feiern, die anderen zweifeln! Die kosmologischen Neuentdeckungen machen den Urknall für einige "evangelikale Wissenschaftler" nicht sympathischer. Sie halten Urknall und Evolutionstheorie, die seltsamerweise in den gleichen Topf geworfen wird, mit Schöpfung unvereinbar: "Da stehen sich zwei Weltanschauungen völlig konträr gegenüber", meint Kreationist Werner Gitt. Auch Reinhard Junker hält "Schöpfung für wahrscheinlicher ... als einen Urknall". Evangelische wie katholische Mainstream-Theologie kennt ein solches entweder-oder nicht, sondern hält beides für gut vereinbar. - hhp

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"Mich wundert, wie zahm wir waren" - Zehn Jahre 'Das Manifest' - Geist und Gehirn 3/2014, 64-69

Klar, dass auch die Zeitschrift "Geist und Gehirn", in der vor 10 Jahren das Manifest führender Hirnforscher veröffentlicht wurde, eine Bilanz der damals geäußerten Prognosen vornimmt. Dazu befragte GuG die Hirnforscherin Katrin Amunts und den Mitautor des Manifests Gerhard Roth. Mit den Kritikern (siehe "Memorandum reflexive Neurowissenschaft") stimmt Roth darin überein, dass die vorausgesagte 'theoretische Neurowissenschaft' "noch in weiter Ferne" liegt: "Da haben wir uns im Manifest wohl doch etwas verschätzt" (66). Ebenfalls im Konsens mit den Kritikern betonen sowohl Roth als auch Amunts die Notwendigkeit von Interdisziplinarität (66, 69). Während hier jedoch im interdisziplinären Konzert die Philosophie nicht erwähnt wird, spielt sie bei den Kritikern eine geradezu "essentielle" Rolle. Vielleicht ist dieser Ausfall der Philosophie dafür verantwortlich, dass es nicht recht überzeugt, wenn Roth sich so vehement gegen den Vorwurf des "platten Reduktionismus" (65) verwahrt. oder wenn Amunts sich von der Vermehrung empirischer Daten (67) induktiv ein besseres Verständnis verspricht, was die Kritiker ausdrücklich bezweifeln. - hhp

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Memorandum „Reflexive Neurowissenschaft“

Unter der Federführung von Felix Tretter und Boris Kotchoubey bilanziert ein 15-köpfiges Team von Neurowissenschaftlern in einem ausführlichen Artikel die Voraussagen und Ansprüche des vor 10 Jahren herausgegebenen "Manifest der Hirnforscher". Da eine Annäherung an die gesetzten Ziele nicht einmal in Sicht sei, fällt die Bilanz der Wissenschaftler eher ernüchternd aus. Die Revolution des Menschenbildes sei ausgeblieben, da die Reduktion des Geistigen, Psychischen, ja des Menschen insgesamt auf das Gehirn von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sei. Den Grund für das Zurückbleiben hinter den Erwartungen sehen die Autoren in Unzulänglichkeiten im Bereich der Theorie und Methodologie der Neurowissenschaften, in ihrem überschätzten Erklärungspotenzial und in den unterstellten wissenschaftstheoretischen und naturalistischen Vorannahmen. So bedeute empirischer Datenzuwachs noch lange kein besseres Verständnis, und die zirkulären Kausalitäten des Gehirn, erst recht aber das Gehirn-Psyche-Geist Problem werde unterkomplex angegangen. Lösung könne hier künftig nur eine systemische und interdisziplinäre Methodologie, die vor allem die Philosophie einzubeziehen und zu einer nichtreduktiven, nachdenklichen (reflexiven) Neurowissenschaft zu führen habe. - hhp

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Goldgrube im All - Süddeutsche

Auch deutsche Zeitungen weisen in meist kleinen Beiträgen auf die neu entdeckten Exoplaneten hin (vgl. Beitrag des Guardian). Der ausführlichere Artikel der Süddeutschen spricht von den neu ausgewerteten Daten des Weltraumteleskops Kepler in den Worten der Nasa von einer "Goldgrube der Welten". Die neue Analysemethode erschließe nun auch Systeme mit mehreren Planeten. Der Artikel schließt interessanterweise mit Links auf die vorveröffentlichten Original-Forschungsarbeiten der Nasa. - hhp

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Das Quantentröpfchen

Die Basis unseres materiellen Weltbildes sei alles andere als stabil. Ein neu entdecktes "Quasiteilchen", das "Dropelton" zeigt, wie sehr die Physik zur Geisteswissenschaft geworden ist, so meint der Kommentator Ulrich Schnabel. "Sie behandelt flüchitige Dinge, die eigentlich nicht existieren, frei von praktischem Nutzen sind und nur unsere geistige Vorstellungswelt bereichern." Ob diese Beschreibung aber auf die Geisteswissenschaften zutrifft? - al

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Die große Neuro-Show

Was wurde aus den Verheißungen der Hirnforschung? Ulrich Schnabel zieht zehn Jahre nach dem "Manifest" der Hirnforscher eine kritische Bilanz. Ein neues Memorandum kritischer Forscher fordert eine systemwissenschaftliche Gesamtschau der Körperfunktionen anstelle einer Fixierung aufs Gehirn. - al

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Die Geburt einer Ethik

Vor 450 Jahren wurde Galileo Galilei geboren. Durch ihn erlangten die Naturwissenschaften ihre Deutungshoheit. Was wir heute mit diesem Kulturgut anfangen, fragt der Autor Ulrich Woelk. Sein Fazit: Die Grundlage der Naturwissenschaften – das nüchterne Erkennen dessen, was ist und was nicht, und die Lehre, das eine vom anderen zu unterscheiden – ist nicht nur irgendeine Forschungsmethode, sondern selbst eine Ethik. Und zwar die einzige, auf die sich Menschen über alle kulturellen Gräben hinweg bisher haben einigen können. Da hat er wohl recht, doch trotz besseren Wissens im Fall Galilei konstruiert er dann doch den üblichen Widerspruch zwischen Kirche und Wissenschaft. Was nicht heißt, dass manche Kirchenvertreter in Ethikräten manchmal wissenschaftlich besser informiert sein könnten. - al