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PID-Gesetzesentwurf: Doppelte Falle - ZEIT Nr. 11 S. 37

Das deutsche Embyronen-Schutzgesetz verbietet es, mehr als drei Eizellen pro Behandlungszyklus zu befruchten. Der Sinn der PID ist es jedoch, aus mehreren Embryonen die genetisch belasteten auszusortieren. Stünden nur drei zur Auswahl, könnte am Ende gar kein gesunder Keimling übrig bleiben. Durchschnittlich sind sieben Embryonen nötig, damit schließlich zwei unbelastete eingepflanzt werden können. Allerdings kommt es durchaus auch vor, dass nur ein oder zwei befruchtete Eizellen schadhaft sind. Dann entstehen überzählige Embryonen. Deren Schicksal muss ebenfalls geklärt werden. Das macht die Befürwortung der PID sicher nicht leichter. - al

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Gendiagnostik: Ethikrat uneins über PID - ZEIT ONLINE

Der Streit um die Präimplantationsdiagnostik spaltet Politik und Gesellschaft. Auch der Ethikrat hat zu keiner einheitlichen Position gefunden. Die Befürworter der PID im Ethikrat argumentieren in ihrem Votum, mit der Methode könne Paaren geholfen werden, "die aus genetischen Gründen wiederholte Fehl- oder Totgeburten erlebt haben". Außerdem könnten Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden. Die PID-Gegner im Ethikrat wenden in ihrem Votum ein, durch PID könne menschliches Leben aufgrund unerwünschter Eigenschaften verworfen werden. Außerdem könne die Anwendung auch bei einer zunächst engen Begrenzung nach und nach ausgeweitet werden. Das kontroverse Stimmungsbild im Ethikrat zeigt in der Tat, dass der Deutsche Bundestag eine offene Diskussion ohne Fraktionszwang führen muss. - al

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Richard Dawkins: "Religion? Die Wirklichkeit hat ihre eigene Magie" - SPIEGEL ONLINE

Richard Dawkins ist mit dem deutschen Titel ("Die Schöpfungslüge") seines englischen Originals ("The Greatest Show on Earth") nicht ganz glücklich, weil die negative Besetzung nicht die positive Intention wiedergibt, die eher eine "romantische Sicht der Schöpfung" offen legen wollte. Dawkins will nicht nur als Religionskritiker, sondern auch als Wissenschaftler öffentlich wahrgenommen werden. Wenn es um die Frontstellung gegen den Kreationismus gehe, arbeitet Dawkins auch schon einmal mit Bischöfen zusammen, habe er doch "nichts gegen zeitlich begrenzte Allianzen gegen gemeinsame Feinde". Dass die religiöse Sicht der Dinge nicht auf Augenhöhe wahrgenommen wird, zeigt aber die Ankündigung seines Kinderbuches, das Alltagsfragen zunächst mit Mythen beantwortet, die dann durch die "Erklärung über die wahre Natur der Dinge" ersetzt werden. Dreimal darf geraten werden, welche Disziplin den Schlüssel zur "wahren Natur der Dinge" in der Tasche hat - hhp

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Kritik der reinen Physik (1): Der Geist der Revolution - faz.net

Anlässlich der arabischen Revolutionen wird auch die Lage der Kosmologie im Anschluss an Thomas Kuhn als revolutionär gedeutet. Die sogenannte „Dark matter crisis" bedeutet die Krise des etablierten, kosmologischen Standardmodels. Eine kritische Diskussion der durchaus nicht umumstrittenen Kuhnschen Thesen erfolgt allerdings nicht. - al

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Auf den Spuren unseres Denkens (I) - Süddeutsche Zeitung Magazin

Gern glaubt man dem Neurowissenschaftler Eric Kandel, dass aufgrund neuerer Hirnforschung altersbedingter Gedächtnisverlust und selbst Alzheimer heilbar werden könnten. Neurowissenschaften hätten gute Chancen zur Querschnittssprache für viele Wissenschaften zu werden, ohne diese darauf zu reduzieren. Schließlich gebe es "verschiedene Sichtweisen derselben Sache", die sich ergänzen. Ausdrücklich sei damit auch die Religion mit Wissenschaft vereinbar. Aber Achtung! Kandel arbeitet dabei mit einem funktionalistischen Minimalbegriff von Religion: "Meine Religion ist wichtig für mich, nicht weil sie mir die Welt erklärt, sondern aufgrund ihrer Tradition, ihrer moralischen Prinzipien und der Gemeinschaft, die sie stiftet". Religion wird auf soziale Zwecke reduziert und von Welterklärung und Wahrheit dispensiert. Wenn uns etwas "an tiefem Verstehen und Wahrheit liegt", dann müssen wir schon die Wissenschaft bemühen. Dies geht am Wahrheitsanspruch von Religion und Theologie völlig vorbei - hhp

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Starke Zwangsstörungen: Hirnschrittmacher als letzte Hoffnung -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

Menschen mit sehr starken Zwangsstörungen kann ein Hirnschrittmacher helfen - dennoch rät einer der Pioniere der Technik dazu, sie mit Vorsicht einzusetzen. Wunder sollte man sich nicht erhoffen. Die Tiefenhirnstimulation macht aus schwerstkranken Patienten lediglich durchschnittliche Patienten. Daher müsse von Fall zu Fall genau abgewogen werden. Tiefenhirnstimulation ersetzt nicht den Therapeuten - sie kann dem Betroffenen aber ermöglichen, durch seinen verbesserten Gesamtzustand endlich von der Psychotherapie zu profitieren. - al

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Hirndoping - Riskanter Muntermacher - sueddeutsche.de

Mancher übernächtigte Prüfling versucht, seine Hirnzellen mit der Lerndroge Modafinil auf Leistung zu trimmen. Nun wird der Stoff, der als Vigil vermarktet wird, als gefährlich eingestuft. Doch keine Panik: Der gleiche muntermachende Effekt ist durch wenige Tassen Kaffee zu erreichen, oder, um das Ergebnis einer Bonner Tagung zum Thema Neuro-Enhancement zu zitieren: durch ausreichend Schlaf. - al