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Auf den Spuren unseres Denkens (I) - Süddeutsche Zeitung Magazin

Gern glaubt man dem Neurowissenschaftler Eric Kandel, dass aufgrund neuerer Hirnforschung altersbedingter Gedächtnisverlust und selbst Alzheimer heilbar werden könnten. Neurowissenschaften hätten gute Chancen zur Querschnittssprache für viele Wissenschaften zu werden, ohne diese darauf zu reduzieren. Schließlich gebe es "verschiedene Sichtweisen derselben Sache", die sich ergänzen. Ausdrücklich sei damit auch die Religion mit Wissenschaft vereinbar. Aber Achtung! Kandel arbeitet dabei mit einem funktionalistischen Minimalbegriff von Religion: "Meine Religion ist wichtig für mich, nicht weil sie mir die Welt erklärt, sondern aufgrund ihrer Tradition, ihrer moralischen Prinzipien und der Gemeinschaft, die sie stiftet". Religion wird auf soziale Zwecke reduziert und von Welterklärung und Wahrheit dispensiert. Wenn uns etwas "an tiefem Verstehen und Wahrheit liegt", dann müssen wir schon die Wissenschaft bemühen. Dies geht am Wahrheitsanspruch von Religion und Theologie völlig vorbei - hhp

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Starke Zwangsstörungen: Hirnschrittmacher als letzte Hoffnung -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

Menschen mit sehr starken Zwangsstörungen kann ein Hirnschrittmacher helfen - dennoch rät einer der Pioniere der Technik dazu, sie mit Vorsicht einzusetzen. Wunder sollte man sich nicht erhoffen. Die Tiefenhirnstimulation macht aus schwerstkranken Patienten lediglich durchschnittliche Patienten. Daher müsse von Fall zu Fall genau abgewogen werden. Tiefenhirnstimulation ersetzt nicht den Therapeuten - sie kann dem Betroffenen aber ermöglichen, durch seinen verbesserten Gesamtzustand endlich von der Psychotherapie zu profitieren. - al

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Hirndoping - Riskanter Muntermacher - sueddeutsche.de

Mancher übernächtigte Prüfling versucht, seine Hirnzellen mit der Lerndroge Modafinil auf Leistung zu trimmen. Nun wird der Stoff, der als Vigil vermarktet wird, als gefährlich eingestuft. Doch keine Panik: Der gleiche muntermachende Effekt ist durch wenige Tassen Kaffee zu erreichen, oder, um das Ergebnis einer Bonner Tagung zum Thema Neuro-Enhancement zu zitieren: durch ausreichend Schlaf. - al

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Erbkrankheiten: Meine Gene, deine Gene - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Jeder Mensch trägt in seinem Erbgut Fehler. Wenn zwei davon in einer Partnerschaft zusammenkommen, können schwer behinderte Kinder geboren werden. Soll man das testen, noch ehe sie gezeugt werden? Stephen Kingsmore vom National Genome Research Center in Santa Fe stellte im Januar dieses Jahres seinen „universellen Gentest“ vor, der schon vor einer Zeugung Anlagen für Hunderte schwerer Erbkrankheiten enttarnen und Paaren mit Kinderwunsch Aufschluss darüber geben kann, ob ihr Nachwuchs davon betroffen sein könnte. Das neue Verfahren hat das Zeug, die Familienplanung zu revolutionieren wie einst die Pille, so der Artikel. Es öffne aber auch die Tür zur Ära einer wissenschaftlich fundierten negativen Eugenik ein ganzes Stück weiter als bisher. Kingsmore will die Anlagen für rezessive Erbleiden tatsächlich ganz und gar aus dem menschlichen Genpool entfernen. Möglich wäre das nur durch eine Rasterfahndung für alle Paare mit Kinderwunsch. - al

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Zehn Jahre nach der Entschlüsselung der DNS - Das vertrackte Genom - Süddeutsche.de

Worüber die Wissenschaft 2001 jubelte war keineswegs die vollständige Sequenz eines menschlichen Erbguts, sondern ein Referenz-Genom aus den Daten mehrerer Menschen. Vollständigkeit, das zeigte sich, ist in der Genetik eine Frage der Definition. Dennoch sah Craig Venter "eine Revolution in der Medizin" kommen. Zehn revolutionsfreie Jahre später sagt jedoch Eric Green, Direktor des National Human Genome Research Institute in Bethesda: "Profunde Verbesserungen in der medizinischen Versorgung sind durch die Genomik realistischerweise auf viele Jahre hin nicht zu erwarten." Der Optimismus von Francis Collins, dem ehemaligen Leiter des staatlich finanzierten Humangenom-Projekts, ist dennoch ungebrochen, während Venter nun wissen lässt: "Wir wissen gar nichts." Vielleicht sollte man vorsichtig sein mit der Rede von der genetischen Revolution. - al

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Designer-Baby: Sein Name sei Hoffnung - Medizin - Wissen - FAZ.NET

In Frankreich wurde ein Kind geboren, das einem oder besser noch beiden seiner beiden älteren Geschwistern, die an einer genetischen Blutkrankheit leiden, das Leben retten soll. Das Baby wurde in vitro gezeugt und hat von den Eltern den Namen „Unsere Hoffnung“. bekommen. Der Vorsteher der französischen Bischofskonferenz spricht kritisch von der „Instrumentalisierung des Menschen im Dienste eines anderen Menschen“. Genetiker Axel Kahn, Mitglied der französischen Ethikkommission, die das Vorgehen und die dazu nötige PID erlaubt hat, spielt dagegen die Tragweite der Premiere herunter. Der zuständige Arzt René Frydman verwirft den Begriff des „Medikamenten-Babys“ und schwärmt vom Kinderwunsch der Eltern, die beide nach der künstlichen Befruchtung vorhandenen Embroys einpflanzen liessen. Dabei vertrauten sie auf den Zufall, denn nur einer war für die vorgesehene Transplantation kompatibel. Zum Glück hat sich der "richtige" Embryo durchgesetzt. - al

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Biobanken: Auf diese Revolution haben wir gewartet - Medizin - Wissen - FAZ.NET

Der Direktor am DKFZ in Heidelberg, Christof von Kalle, weist darauf hin, dass sie in ein bis zwei Jahren soweit sind, die kompletten Genome von 500 Patienten im Jahr für Therapieentscheidungen sequenzieren zu können. Das individuelle Genom, entschlüsselt bis auf wenige Details, wird zur Planungsgrundlage für die Ärzte. Die Krebsmedizin zeigt: Es gibt ihn, den gewaltigen Fortschritt, doch wie schnell er sich vom Labor an die Klinikbetten vorarbeitet, wann vor allem die Patienten in großer Zahl einen Nutzen davon haben und wann letzten Endes das Gesundheitssystem ökonomisch davon profitiert, das zeichnet sich erst in Umrissen ab. Zum Glück arbeitet man bereits an einem Datenschutzkonzept für die Onkologie. Der Deutsche Ethikrat hat sich vor einigen Monaten für ein neues Gesetz ausgesprochen, das die Kontrolle und Qualitätssicherung von tausenden Biobanken hierzulande sicherstellen soll. Hoffen wir, dass die Politik der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hinterherkommt. - al