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Hirndoping - Riskanter Muntermacher - sueddeutsche.de

Mancher übernächtigte Prüfling versucht, seine Hirnzellen mit der Lerndroge Modafinil auf Leistung zu trimmen. Nun wird der Stoff, der als Vigil vermarktet wird, als gefährlich eingestuft. Doch keine Panik: Der gleiche muntermachende Effekt ist durch wenige Tassen Kaffee zu erreichen, oder, um das Ergebnis einer Bonner Tagung zum Thema Neuro-Enhancement zu zitieren: durch ausreichend Schlaf. - al

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Erbkrankheiten: Meine Gene, deine Gene - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Jeder Mensch trägt in seinem Erbgut Fehler. Wenn zwei davon in einer Partnerschaft zusammenkommen, können schwer behinderte Kinder geboren werden. Soll man das testen, noch ehe sie gezeugt werden? Stephen Kingsmore vom National Genome Research Center in Santa Fe stellte im Januar dieses Jahres seinen „universellen Gentest“ vor, der schon vor einer Zeugung Anlagen für Hunderte schwerer Erbkrankheiten enttarnen und Paaren mit Kinderwunsch Aufschluss darüber geben kann, ob ihr Nachwuchs davon betroffen sein könnte. Das neue Verfahren hat das Zeug, die Familienplanung zu revolutionieren wie einst die Pille, so der Artikel. Es öffne aber auch die Tür zur Ära einer wissenschaftlich fundierten negativen Eugenik ein ganzes Stück weiter als bisher. Kingsmore will die Anlagen für rezessive Erbleiden tatsächlich ganz und gar aus dem menschlichen Genpool entfernen. Möglich wäre das nur durch eine Rasterfahndung für alle Paare mit Kinderwunsch. - al

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Zehn Jahre nach der Entschlüsselung der DNS - Das vertrackte Genom - Süddeutsche.de

Worüber die Wissenschaft 2001 jubelte war keineswegs die vollständige Sequenz eines menschlichen Erbguts, sondern ein Referenz-Genom aus den Daten mehrerer Menschen. Vollständigkeit, das zeigte sich, ist in der Genetik eine Frage der Definition. Dennoch sah Craig Venter "eine Revolution in der Medizin" kommen. Zehn revolutionsfreie Jahre später sagt jedoch Eric Green, Direktor des National Human Genome Research Institute in Bethesda: "Profunde Verbesserungen in der medizinischen Versorgung sind durch die Genomik realistischerweise auf viele Jahre hin nicht zu erwarten." Der Optimismus von Francis Collins, dem ehemaligen Leiter des staatlich finanzierten Humangenom-Projekts, ist dennoch ungebrochen, während Venter nun wissen lässt: "Wir wissen gar nichts." Vielleicht sollte man vorsichtig sein mit der Rede von der genetischen Revolution. - al

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Designer-Baby: Sein Name sei Hoffnung - Medizin - Wissen - FAZ.NET

In Frankreich wurde ein Kind geboren, das einem oder besser noch beiden seiner beiden älteren Geschwistern, die an einer genetischen Blutkrankheit leiden, das Leben retten soll. Das Baby wurde in vitro gezeugt und hat von den Eltern den Namen „Unsere Hoffnung“. bekommen. Der Vorsteher der französischen Bischofskonferenz spricht kritisch von der „Instrumentalisierung des Menschen im Dienste eines anderen Menschen“. Genetiker Axel Kahn, Mitglied der französischen Ethikkommission, die das Vorgehen und die dazu nötige PID erlaubt hat, spielt dagegen die Tragweite der Premiere herunter. Der zuständige Arzt René Frydman verwirft den Begriff des „Medikamenten-Babys“ und schwärmt vom Kinderwunsch der Eltern, die beide nach der künstlichen Befruchtung vorhandenen Embroys einpflanzen liessen. Dabei vertrauten sie auf den Zufall, denn nur einer war für die vorgesehene Transplantation kompatibel. Zum Glück hat sich der "richtige" Embryo durchgesetzt. - al

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Biobanken: Auf diese Revolution haben wir gewartet - Medizin - Wissen - FAZ.NET

Der Direktor am DKFZ in Heidelberg, Christof von Kalle, weist darauf hin, dass sie in ein bis zwei Jahren soweit sind, die kompletten Genome von 500 Patienten im Jahr für Therapieentscheidungen sequenzieren zu können. Das individuelle Genom, entschlüsselt bis auf wenige Details, wird zur Planungsgrundlage für die Ärzte. Die Krebsmedizin zeigt: Es gibt ihn, den gewaltigen Fortschritt, doch wie schnell er sich vom Labor an die Klinikbetten vorarbeitet, wann vor allem die Patienten in großer Zahl einen Nutzen davon haben und wann letzten Endes das Gesundheitssystem ökonomisch davon profitiert, das zeichnet sich erst in Umrissen ab. Zum Glück arbeitet man bereits an einem Datenschutzkonzept für die Onkologie. Der Deutsche Ethikrat hat sich vor einigen Monaten für ein neues Gesetz ausgesprochen, das die Kontrolle und Qualitätssicherung von tausenden Biobanken hierzulande sicherstellen soll. Hoffen wir, dass die Politik der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hinterherkommt. - al

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Spiritualität - Moderne Sinnsuche - Gehirn und Geist

Der Religionspädagoge Anton A. Bucher belegt anhand neuerer, z. T. eigener Umfragen und neurowissenschaftlichen Studien (inkl. Kritik an Persingers "Gotteshelm"), dass auch in einer zunehmend säkularer werdenden Gesellschaft spirituelle Bedürfnisse und Erfahrungen verbreitet sind. Die Attraktivität der traditionellen Kirchen geht bei dieser "modernen Sinnsuche" allerdings zurück. Buchers These: "Ob Menschen in die Kirche gehen, hängt wohl stärker davon ab, wie sie erzogen wurden; ob ihnen spirituelle Erfahrungen zugänglich sind, scheint dagegen eher genetisch determiniert zu sein" - hhp

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Medizinethik: Drum prüfe, wer sich bindet - ZEIT Nr. 6 S. 33

Neuartige Gentests sollen Paaren die Angst nehmen, ihre Kinder könnten mit schweren Erbkrankheiten zur Welt kommen. Eine medizinische Revolution, ethisch umstritten. Der Plan ist heikel, weil damit gleichzeitig das Erbgut auf Hunderte Defekte abgeklopft wird. Und weil der Test radikal früh vorgenommen werden soll – noch vor der Empfängnis. Interessierten Paaren würde dann schon vor der Zeugung die Gefahr in ihren Erbanlagen vor Augen geführt. In mehrfacher Hinsicht steckt in dem Unterfangen soziale Brisanz. Ist die Gesellschaft reif für so viel biologische Selbsterkenntnis? Sind die Bürger gewillt, soziale Folgekosten der Durchleuchtung zu akzeptieren? Es zeige sich, so der Autor: Im Streit über die Anwendung der PID wird um das Gestern gerungen. Auch das 2010 frisch in Kraft getretene Gendiagnostikgesetz regele demnächst nur noch die Vergangenheit – den Umgang mit Tests für einzelne Gene. In der Tat müssen diese neueren Entwicklungen in der Diskussion berücksichtigt werden. - al