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Hirntod: Ist die Organspende noch zu retten? - Medizin - Wissen - FAZ.NET

Der Hirntod, so hieß es bisher, falle mit dem Tod des Menschen in eins, weil bei Ausfall des Gehirns der Organismus biologisch aufhöre, ein integriertes Ganzes zu sein: Er sei dann eben kein Organismus mehr. Die Beschränkung auf biologische und neurologische Kriterien hatte den Vorteil, die Suche nach einer philosophischen oder theologischen Todesdefinition zu umgehen. Doch die biologische Hirntoddefinition kann nicht aufrechterhalten werden. Die Annahme, Hirntote zeigten keine somatische Integration mehr, hat sich als falsch erwiesen. Das Konzept des Hirntods ist jedoch unerlässlich für die Transplantationsmedizin. Daher die Anstrengungen, den Hirntod am Leben zu halten. Hirntote zeigten, so heißt es jetzt, wohl eine nach innen, auf den Organismus als Ganzes gerichtete Integration. Doch fehle die Integration in die Umwelt. Wenn nämlich Organspender zum Zeitpunkt der Entnahme noch lebten, dann wäre dies aktive Sterbehilfe, worauf zu Recht hingewiesen wird. - al

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Logik im schwarzen Loch - Die Tagespost - Kommentar im Kulturteil S. 10

Hawkings Behauptung der Selbsterschaffung des Universums (z.B. S.177) ist in den Worten von G. Brüntrup "eine kognitive Katastrophe". Brüntrups Hauptargumentation: "Wie kann etwas sich selbst aus nichts erschaffen? Um wirken zu können, muss dieses 'etwas' ... existieren, denn etwas, was nicht existiert, kann auch nichts bewirken. Andererseits soll dieses 'etwas' ja gerade nicht existieren, sondern aus nichts hervorgehen ... Hawking behauptet also, dass das Universum gleichzeitig und unter der selben Rücksicht existiert und nicht existiert. Das ist ein glatter logischer Widerspruch. ... Aus einem Widerspruch folgt in der Logik bekanntlich alles. Aus seiner widersprüchlichen These kann Hawking folgern, dass Gott nicht existiert, er kann aber auch das Gegenteil daraus folgern, dass Gott existiert. Er kann sogar daraus folgern, dass Angela Merkel eine Primzahl ist. Aus einem Widerspruch folgt eben alles - und daher letztlich nichts." (Originalzitate mit freundl. Genehmigung des Autors) - hhp

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Selbstbestimmung: Nicht gegen meinen Willen | Wissen | ZEIT ONLINE

Eine Patientenverfügung stärkt psychisch Kranke - aber stürzt Ärzte in Gewissensnöte. Was, wenn es um die Behandlung eines Menschen geht, dem gerade kein Urteilsvermögen zugebilligt wird? Viele Angestellte psychiatrischer Stationen sehen in der Patientenverfügung einen Eingriff in ihre Arbeit. Früher entschied nämlich einzig der Arzt, was gut für den Patienten ist. Er handelte danach, was grundsätzlich als richtig angesehen wurde: nicht sterben und nicht durchdrehen - und wer gerade das will, sollte erst recht behandelt werden. Die »Wohl-Schranke« nennen Juristen das.Darf ein Mediziner etwas dabei zusehen, wie sich ein Betroffener umbringt, weil es sein aktueller Wille ist und er zuvor verfügt hat, dass dieser immer gilt? Ab wann muss man jemanden vor sich selbst schützen? Diese Debatte wird andauern. - al

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Atheismus: Diesseits von Gut und Böse | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

Der Artikel zielt auf eine "Verteidigung der Gottlosen gegen ihre unermüdlichen Gegner". Dem Atheisten wird oft vorgehalten, auch er habe einen Glauben: daran eben, dass es Gott nicht gibt. Weil sich aber weder Existenz noch Nichtexistenz Gottes beweisen lasse, stünde es gewissermaßen null zu null, und der Rest sei halt »Glaubenssache«. Nach heute gültiger Argumentationslogik hat der Atheist aber keinen Grund, an seiner Gottlosigkeit zu zweifeln. Richtig ist allerdings auch, dass jeder Mensch in Gefahr steht, einer Ideologie anheimzufallen. Das hat Ursachen, die jenseits der Vernunft liegen und mit Argumenten allein können diese Triebkräfte nicht neutralisiert werden. Doch sich dem Ruf des Glaubens zu verweigern, sei eine Lebenskunst. Nun, wenn es auf einem so hohen Niveau wie in diesem Artikel geschieht, sei dem nicht widersprochen. Auch angesehene Theologen wie Eberhard Jüngel werden zitiert: Jeder Mensch kann »menschlich sein ohne Gott«. - al

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Zehn hoch fünfhundert . . . - DiePresse.com

Rudolf Taschner, Mathematiker und Wissenschaftler des Jahres 2004, geht zunächst kritisch an die naturwissenschaftlichen Grundlagen des neuen Hawking-Buches heran. Die sog. M-Theorie sei "ein höchst spekulatives Konzept", und die benötigten 10 hoch 500 Universen, die sich permanent noch vervielfachen, lieferten unfassbare Zahlengiganten. Als Mathematiker weiß Taschner genauso wie Hawking, wovon er spricht, und urteilt: "Astrologie, Vogel- und Eingeweideschau sind im Vergleich zu solchem Irrwitz seriös". Noch unseriöser erscheinen Taschner Hawkings theologische Deutungen. Diese seien nicht ernsthaft zu diskutieren, dienten sie doch "allein der Vermarktung" - hhp

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Atheismus in Zahlen: Erlösung unerwünscht | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

Wen soll man zu den Atheisten zählen? Die Schar der Atheisten wurde auf weltweit 262 Millionen geschätzt, die Zahl der Agnostiker auf 1,071 Milliarden. Zusammen also 1,333 Milliarden Menschen ohne Religion – das Phänomen ist weitverbreitet. Was sind das für Leute? Es gibt mehr Atheisten als Menschen, die sich als Atheisten bezeichnen, und es gibt mehr Agnostiker als Menschen, die sich als unreligiös bezeichnen. Der Tübinger Religionssoziologe Günter Kehrer, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung, konstatiert: »Die Atheisten scheinen in ihrer Mehrheit kein Bedürfnis zu haben, sich als Atheisten zu organisieren.« Fazit des Artikels: Unsere Wahrnehmung von Religion hat sich verändert, aber unsere Wahrnehmung von Nichtreligiösen ist unterentwickelt. Deren Charakteristika: Gott ist ihnen gleichgültig (geworden). So müssen sie sich auf ihre Erfahrungen oder die Wissenschaft verlassen. Auch der Gedanke an Erlösung ist ihnen völlig fremd. - al

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Wunderbare Welt - Stephen Hawking spielt Schöpfer - NZZ

Wenn der Autor Uwe Justus Wenzel schreibt, dass "der Physiker und Mathematiker mit Gott persönlich in Konkurrenz" tritt, widmet er sich einer theoretischen Konsequenz, die man in anderen Beiträgen nicht findet. Gemeint ist, dass Hawkings Theorie nicht nur ohne Schöpfer auskommt, sondern dass sie dem Menschen Schöpfungskräfte zuschreibt: "Ein gutes Modell ... schaffe seine eigene Realität", paraphrasiert Wenzel. Dies betrifft nicht nur die Zukunft, sondern - kontraintuitiv - auch die Vergangenheit. Im O-Ton Hawking liest sich dies so: "Nicht die Geschichte macht uns, sondern wir machen Geschichte durch unsere Beobachtung" (140). Um das wirklich zu verstehen, reicht Wenzels Artikel nicht aus. Vielleicht nicht einmal "Der große Entwurf" Hawkings - hhp