Erstellt von fv | | Quantenphysik | Deutsch

Die Maschine und ihre Meister

Über die Leistungsfähigkeit von Intuitionen Gestern haben wir hier auf einen Artikel aufmerksam gemacht, der sich mit der Simulation von Intuitionen durch Neurocomputer beschäftigte. Hier nun eine Meldung, die in die entgegengesetzte Richtung argumentiert: Hier werden nicht Intuitionen durch "exakte" Maschinen simuliert, sondern Intuitionen helfen, exakte Berechnungen durchzuführen. Ein Versuch mit einer Vielzahl von Probanten hat gezeigt, dass die Intuition vieler Menschen, die innerhalb eines Computerspieles gefordert wird, bessere Resultate liefert als die Rechenleistung großer Rechner. Das ist insofern interessant, weil Intuitionen in der Regel als situationsbezogene individuelle Entscheidungen interpretiert werden. Doch eine Vielzahl von intuitiven Entscheidungen scheint eine Genauigkeit zur Folge zu haben, die denen präziser Rechnerleistungen gegenüber überlegen ist. Welche Richtung man auch wählt: Offenkundig geraten die menschlichen Intuitionen immer stärker in den Blick. Man lernt, dass es nur begrenzt hilfreich ist, die Wurzel aus 164837 in Millisekunden zu berechnen, dass viele entscheidende Abläufe in unserem Alltag eher auf Intuitionen beruhen. Ist das Gebiet der Intuition das nächste große Bewährungsfeld der Computerwissenschaften? - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Hirnforschung | Neuro-Enhancement

KI: Das Kunsthirn mit dem sechsten Sinn - Stuttgarter-Zeitung.de

Mit dem Ziel der "künstlichen Intuition" versucht innerhalb des Human-Brain-Projects eine Kooperation der Unis Heidelberg und Manchester, Eigenschaften des menschlichen Gehirns auf neue Art nachzubilden. Anders als bisherige neuronale Netzwerke auf herkömmlicher Hardware orientierten sich sog. neuromorphe Computer insofern am Vorbild Gehirn, als dieses die Trennung von Speicher und Prozessor nicht kenne und deshalb gewaltige Mengen an Information ohne viel Datenverkehr verarbeiten könne. So benötige der bereits realisierte Neurocomputer "100.000-mal weniger Energie als ein herkömmlicher Rechner" und er lerne "10.000-mal schneller als ein Gehirn". Von derartigen Zahlen unbeeindruckt setzten Skeptiker jedoch nach wie vor auf die Verbesserung herkömmlicher Computer. - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Bioethik

Forscher lassen menschliche Embryonen im Labor wachsen

Gibt es künstliches menschliches Leben? Die Fähigkeit, in den Menschwerdungsprozess einzugreifen, haben zwei Forschergruppen offenkundig durch in vitro Kultivierung von Embryonen deutlich erhöht, wie der gepostete Artikel zum Ausdruck bringt. Nun ist es sicherlich ein großer Fortschritt in dem Wissen um biologischen Vorgänge, dass die entscheidenden Steuersignale zur Entwicklung des menschlichen Embryos nicht vom Organismus der Mutter stammen, sondern autark von den sich teilenden Zellen selbst herkommen. Jedoch lässt dies wieder eine Vielzahl weiterer Eingriffoptionen zu. Wiederum wird die Frage im Raum stehen, was sollte erlaubt, was sollte untersagt werden? Die Versuche selbst sind nach Deutschem Recht, dem Embryonenschutzgesetz, nicht möglich, ein 14 Tage alter Embryo darf nicht zu Forschungszwecken verwendet werden. Viele Fragen und Entscheidungsnotwendigkeiten werden auf dem Weg der weiteren Forschung noch warten! - fv

Erstellt von fv | | Hirnforschung | Deutsch

Dem Kuss auf der Spur

Sind wir je ganz bei uns selbst? Es gibt wenige unerschütterliche Gewissheiten von uns modernen Menschen, aber eine dieser Gewissheiten ist die, dass alle Menschen als Individuen durch das Leben gehen. Die wichtigsten Dinge muss man mit sich selbst ausmachen, jeder Jeck ist anders, was man tief in sich selbst erfährt, ist unvergleichlich, das geht keinem etwas an, jeder ist einzigartig usw. Die biologische, aber auch die neurowissenschaftliche Forschung haben diese Tendenz bislang bestätigt: Hat nicht jeder Mensch eine einzigartige DNA? Ist nicht jedes Gehirn in seinem komplexen Aufbau unvergleichbar mit anderen Gehirnen? Doch je genauer man forscht, desto mehr Zweifel melden sich. So ist nun eine Diskussion darüber entstanden, ob Gehirne tatsächlich vollkommen eigenständig agieren, ob sie nicht koppelbar sind, oder besser: ob ihr Normalzustand sich nicht immer schon in einer mehr oder minder stark ausgeprägten Koppelung mit anderen Gehirnen befindet... Dieses Video hier zeigt dies am Beispiel des Kusses. Das ist zugegebenermaßen ein Extremfall von Zweisamkeit. Es mag aber die Hypothese erlaubt sein, dass vielleicht bei all unseren menschlichen Tätigkeiten unser Gehirn in einem mehr oder minder ausgeprägten "Koppelmodus" mit anderen Gehirnen befindet, ein interessanter neuer Blick auf den Menschen! - fv

Erstellt von fv | | Naturwissenschaft | Deutsch

Thema Kirche versus Naturwissenschaften

Kirche oder Naturwissenschaften? Martin Urban, vormals Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und dort für die Wissenschaftsredaktion tätig, hat anlässlich eines neuen Buches ein Interview gegeben, das vom Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. Der Tenor ist eindeutig: Die Kirche ist unaufgeklärt, weil sie sich nicht den Herausforderungen der Naturwissenschaften stellt. Urban spricht ein virulentes Thema an (das ist ja auch der Grund, warum wir dieses Forum und andere Internetseiten betreiten und Veranstaltungen durchführen), aber seine Argumente wirken irgendwie schräg. Er scheint zu meinen, dass es in der Kirche so etwas wie eine Theorie von der Welt gäbe, die den Naturwissenschaften widerspricht. Tatsächlich gibt es viele offene Fragen (die Auferstehung wird in dem Interview angesprochen). Doch existiert in der Kirche keine geschlossene Theorie und auch naturalistische Positionen sind weit davon entfernt, widerspruchsfrei zu sein. Wenn man also einmal rhetorisch abrüstet, dann zeigen sich viele Probleme, über die man diskutieren muss und kann. Doch geht es nie um ein entweder-oder, ganz oder gar nicht, sondern um die immer neuen Versuche, dem besten Argument Geltung zu verschaffen! Deshalb spricht Urban ein wichtiges Thema an, die Art, wie er das tut, ist allerdings ärgerlich, weil er ignoriert, wieviel zwischenzeitlich da in Bewegung geraten ist. - fv

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Biologie

Unsere Wunderdroge

Mit dem körpereigenem Hormon Oxytocin wollen Forscher sogar Krankheiten heilen. Dessen Künstlername lautet: "Kuschelhormon". Es macht Schlagzeilen, denn es heißt, es sorge für Vertrauen, wärmere Beziehungen – sogar für besseren Sex. Es tritt also in Aktion, wenn zwei Menschen einander näher kommen, als es unser individueller Sicherheitsabstand vorsieht. Das führt zu fürsorglichem Verhalten gegenüber der eigenen Brut und zu aggressivem Verhalten gegenüber potenziellen Angreifern. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff. Der Artikel bietet anhand mehrere Verwendungsorte des Stoffes einen gründlichen Überblick über die gegenwärtige Oxytocinforschung. - al

Erstellt von fv | | Neuro-Enhancement | Deutsch

Vision und Unbehagen - Zur Technik der Zukunft

Der Mensch als Organ der Technik? Der Kolumnist Gero von Randow hat in einer der letzten Ausgaben der ZEIT einen Artikel geschrieben, in dem er zu mehr Mut und Optimismus im Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Technik aufruft. Doch ist sein Aufruf eigentümlich ambivalent. Von Randow sieht drei Stufen einer Immersion, einer Einlassung des Menschen in die künstliche Dingwelt der Technik. In der ersten umgeben wir uns schlicht mit technischen Dingen und nutzen sie. In der zweiten Stufe kommen die digitalen Medien hinzu, die den Menschen in ein dichtes Netz von Verweisen, einerlei ob reale oder virtuelle einbindet. In einer dritten Stufe entsteht so etwas wie ein künstlicher Organismus aller Dinge mit einer eigenen Intelligenz. Der Mensch erscheint darin nur noch als so etwVon Randow mag das positiv gemeint haben, mir kommt diese Perspektive aber eher wie eine Dytopie als eine Utopie vor?! Richtig ist, dass wir Menschen heute nur noch in soziotechnischen Systemen existieren. Aber daraus so weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, wirkt wenig schlüssig. - fv