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Entscheidung zur Sterbehilfe: Ein Urteil im Sinne der Menschenwürde - ZEIT ONLINE

Schätzungsweise 140.000 Patienten werden jährlich mit PEG-Sonden am Leben gehalten. Darunter sind viele schon Hirntote. Solches Leben kann Jahre und Jahrzehnte währen. In diesem Fall riet der Anwalt der Tochter, selbst den Schlauch der Sonde über der Bauchdecke zu durchtrennen, und das tat sie dann. Der Anwalt wurde deswegen zunächst verurteilt, jetzt aber freigesprochen. Auch nach diesem Urteil des Bundesgerichtshofes bleibt aktive Sterbehilfe in Deutschland strafrechtlich verboten. "Passive Sterbehilfe" wie in dem geschilderten Fall ist dagegen erlaubt und diene dem Schutz des Patientenwohls, seinem Selbstbestimmungsrecht und seiner Menschenwürde, auch und gerade am Lebensende, so der Artikel. Wer aus religiöser Überzeugung keine Angst vor dem Sterben hat, wird darüber froh sein. Dies sollte natürlich nicht zu einer pauschalen Abwertung der durch solche Sonden ernährten Menschen führen. - al

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Hirnforschung: Die soziale Ich-Maschine - ZEIT Nr. 24 S. 37

Dass es absolute innere Freiheit gibt, glaube in der Wissenschaft keiner, heißt es. Aber muss es dann gleich das Gegenteil sein? Der Mensch sei eine Maschine, die ihre Lebenswelt kollektiv erfinde, ist die These des Hirnforschers Wolfgang Prinz. Gehirne seien Maschinen, die von der Evolution so erzogen wurden, dass sie in Interaktion mit ihrer Umwelt bestimmte Leistungen erbringen. Diese Leistungen könnten zwar nicht allein aus der Struktur dieser Maschine erklärt werden, denn dazu müsse man ihre gesamte Geschichte in Betracht ziehen. Aber es gebe keinen Rest von Subjektivität, dies sei ein Überbleibsel aus der Tradition des deutschen Idealismus. Der Interviewte bevorzuge nüchterne Definitionen. Aber er weiß auch: es gibt für seine These "noch" keine harten Fakten. Ein klassisches Beispiel für Szientismus, den alleinigen Glauben an die Wissenschaft. - al

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Leben 2.0 - ZEIT Nr. 23 S.56

Für das Machbare gebe es nur noch die Grenze unseres Vorstellungsvermögens, so wird Venter zitiert. Der Artikel problematisiert die Folgen einer möglichen Anwendung von Venters Experimenten auf das menschliche Erbgut. In so einem Leben 2.0 wären Menschen, so der Artikel, frei schwebende Selbstverbesserungsunternehmer, und wer dabei nicht mitmache, habe ohnehin verloren. Das ist implizit ein Plädoyer für das Einziehen einer weiteren Grenze des Machbaren, nämlich der Ethik, dem natürlich zuzustimmen ist. - al

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Sterbehilfe: Die Rechtslage | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

Der kurze Artikel informiert über die Rechtslage seit Einführung des Patientenverfügungsgesetzes im vergangenen Jahr. Es gilt in jedem Fall der einmal geäußerte Wille des Patienten, auch was sein Lebensende betrifft. Im Strafrecht hingegen haben die Abgeordneten nichts verändert. Darum ist bis heute fraglich: Macht sich ein Arzt, der, dem Patientenwillen entsprechend, die Beatmungsmaschine ab- oder die künstliche Ernährung einstellt, trotz allem strafbar ? Bleibt dies eine Tötung, zu der man keinen Arzt zwingen kann? Darüber hat der Strafsenat des Bundesgerichtshofs zu entscheiden. - al

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Kosmologie: Leben im Multiversum - SPIEGEL ONLINE

Der Artikel befasst sich mit der Feinabstimmung der Naturkonstanten im Universum, und schliesst hier zu Recht eine übernatürliche Deutung als unwissenschaftlich aus - was allerdings auch nicht heißt, so muß man ergänzen, das eine solche Deutung unmöglich sei, nur eben nicht wissenschaftlich. Das anthropische Prinzip dann wie in dem Artikel per definitionem mit der Idee eines Multiversums, also der Existenz von Paralleluniversen in Verbindung zu bringen, ist nun aber ein zumindest ungewöhnlicher Schritt, der nicht als ebenso metaphysische Spekulation identifiziert wird, sondern als Wissenschaft verkleidet daher kommt. Auch der Artikel weiß am Schluss festzustellen: "Direkte Indizien für die Existenz anderer Universen lassen sich wohl nie finden". - al

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Dieser Erfolg braucht Skepsis - Rheinischer Merkur

Theologisch wohl informiert fordert der Artikel nach Entzauberung des Schaffens Venters: "Venter hat nicht Gott gespielt, er hat keine zweite Schöpfung begonnen. Er hat genial imitiert, und die Imitation ist in der Theologie die Chiffre für das Handeln des Menschen." Auf die ambivalenten Reaktionen der katholischen Kirche wird verwiesen und zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass die sich nun aufdrängende Frage eine ethische ist. - al

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Synthetisches Leben: Zu welchem Zweck? - DIE ZEIT Nr. 22 S.39

Der Gastkommentar von Arthur Caplan würdigt die Leistung Craig Venters als monumental, weil sie uns zeige, was in Zukunft machbar sein werde und dass diejenigen, die daran festhielten, das Leben lasse sich nicht mit mechanistischen, reduktionistischen Begriffen erklären, den Kampf verloren hätten. Würde und Wert wohne zwar beidem inne: dem, was Naturwissenschaftler wissen, können und machen, wie auch allem, was sie nicht verstehen. Leben allerdings "kann gemacht werden." - Dieser Triumphalismus hat ein gewisses "Geschmäckle". Ist der qualitative Unterschied zwischen Materie und Leben damit wirklich aufgehoben? Ist der Mensch gar nun Schöpfer, wie zahlreiche Überschriften zu suggerieren versuchen? Von dem kategorialien Unterschied zwischen göttlichem Schöpfen (ex nihilo) und menschlichen Machen wäre auch hier zu reden. - al