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Biologie macht erst seit Darwin Sinn - Echo Online

Mathias Orgeldinger berichtet von zwei Darwin-Ausstellungen und konzentriert sich auf deren Auseinandersetzung mit dem Kreationismus. Dabei unterlaufen dem Autor schwer wiegende Fehler. So sei "der Kreationismus eine Weltanschauung, nach der das Universum und das Leben ... von einem übernatürlichen Wesen erschaffen wurde" - dann wäre auch das Christentum kreationistisch - Gott bewahre! Die katholische Kirche vertrete eine "theistische Evolution" mit einem "Schöpfergott, der zuweilen steuernd eingreift" - falsch! Von einem solchen Lückenbüßergott hat sich die Kirche längst verabschiedet. Zufall und Ziel seien für Theologen "Gegensätze" - falsch! Die Internationale Theologenkommission stellte 2004 klar, dass "wahre Kontingenz in der geschöpflichen Ordnung nicht unvereinbar ist mit der zielgerichteten göttlichen Vorsehung". Wie sonst bei den Neo-Atheisten üblich wird hier Christentum mit Kreationismus undifferenziert gleichgesetzt, um es damit umso leichter über Bord werfen zu können - hhp

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Paläontologie: Der Mensch erschien im Pliozän - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Der FAZ-Artikel fasst die Science-Veröffentlichung zum Hominidenfund des Ardipithecus zusammen, v.a. die Revisionen gängiger Vorstellungen über die menschliche Evolution: der aufrechte Gang (cancelt die Savannenhypothese), der Gebissbefund (lässt Ardi friedlicher erscheinen als gedacht), die Partnerwerbung (lässt Machos alt aussehen). Der Autor äußert aber auch Skepsis gegenüber Lovejoys soziobiologischer Rückbindung einer monogamen Lebensweise an "Ardi". Der Bericht wird ergänzt durch ein Interview mit dem deutschen Hominidenforscher Friedemann Schrenk, der die Bedeutung des Fundes nur bestätigen kann. Schrenk begrüßt dabei v.a. die Neudefinition von "Hominiden", die vor drei Jahren erst auf den Schimpansen ausgedehnt wurden. Die Unähnlichkeit unseres neuen Urahns mit dem Schimpansen engt die "Hominiden" aber wieder auf den Menschen und seine engeren Vorfahren ein. Schrenk glaubt, "dass man mit Schlüssen vom Schimpansen auf den Menschen jetzt vorsichtiger sein sollte" - hhp

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Sensationsfund "Ardi" war nicht Affe, nicht Mensch - Welt online

Auch die Welt berichtet vom "Sensationsfund" - allerdings mit einigen nicht unerheblichen Fehlern: Richtig ist die Aussage, Ardipithecus ramidus sei "unbestritten der Vorläufer des Menschen". Die Fortführung, "zugleich aber auch der des Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas", ist jedoch falsch. Wegen der zeitlichen Nähe lässt "Ardi" zwar Rückschlüsse auf den letzten gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch zu, Ardi selbst ist aber nicht dieser gemeinsame Vorfahr. Auch kann nicht die Rede davon sein, dass Ardi sich "geschickt auf zwei Beinen am Boden bewegte". Im Science Sonderheft (s. u.) heißt es, dass Ardis "Bipedie primitiver war als die des Australopithecus" (Tim White et all, S. 64). Nicht Ardi, sondern "Lucys Art, Au. afarensis, war ein geschickter Zweibeiner" (Ann Gibbons, S. 39) - hhp

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Schöpfungsglauben mit guten Gründen - Radio Vatikan

Bischof Fürst wies darauf hin, dass Evolutionstheorie und Gottesglaube für "unaufgeregte Betrachter" keinen Gegensatz darstellten. Es handele sich um zwei Sichtweisen auf das Schöpfungsgeschehen, "einerseits um die naturwissenschaftliche Erklärung, andererseits um die theologische Deutung der Weltentstehung". In unverantwortlicher Weise würden solche Atheisten ein Zerr-Gottesbild von einem "Riesen-Handwerker" aufbauen, das sie dann umso leichter zerstören könnten. "Nach christlichem Schöpfungsverständnis verlockt Gott als Schöpfer seine Schöpfung geradezu zum Entstehen neuer Möglichkeiten", sagte der Bischof und zitierte Aussagen verschiedener Päpste zur Vereinbarkeit von Evolutionslehre und Gottesglauben. Er erinnerte an den französischen Theologen und Naturwissenschaftler Teilhard de Chardin, der das Handeln des Schöpfers so umschrieb: "Gott macht, dass die Dinge sich selber machen." Pressemitteilung: drs/ Uwe Renz

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Über Gott und die Welt - zum Neuen Atheismus - Tagesspiegel

Der Artikel berichtet über ein am Anfang stehendes DFG-Projekt zum "Neuen Atheismus" (siehe auch Art. vom 4. Mai), das von Religionswissenschaftlern der FU Berlin durchgeführt wird. Die ersten Eindrücke der Studie: Der Neue Atheismus ist "nicht aggressiver ... als der traditionelle", was mich etwas erstaunt hat. Immerhin räumt man ein, dass er "medial geballter auftaucht und regelrecht inszeniert wird", dass die Atheismus-Debatte "ein großes Medienecho" ausgelöst habe und Redner wie Dawkins auch hierzulande "in überfüllten Sälen" sprechen. Auch fände die Diskussion "nicht mehr nur unter Intellektuellen, sondern inmitten der Gesellschaft statt". Auf die Grundvorwürfe, Religion ist a) falsch und b) schädlich, gäbe es "mindestens zehn Mal so viele apologetische Erwiderungen von religiöser Seite". So sei auch durch die Buskampagne "kein einziger Gläubiger zum Atheismus bekehrt" - versichert jedenfalls die Website der Buskampagne, die vorgeblich nicht missionieren will - hhp

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Bücherschau zum Darwin-Jahr: Lebenshilfe und andere Erklärungen - Frankfurter Rundschau - Feuilleton

Den meisten der von Christian Schlüter besprochenen 8 Bücher sei gemeinsam, dass sie den vielzitierten "Kampf ums Dasein" als Missverständnis oder tendeziöse Übersetzung entlarven wollten. "struggle for life" und "survival of the fittest" hätten eher mit "fit" i.S.v. Passung, Anpassung zu tun als mit "gewalttätiger Überlegenheit". Darwin sei weder Rassist noch Utopist gewesen, noch habe er die Selektion normativ auf die Gesellschaft übertragen wollen. Überhaupt schätzt der Autor Darwins kluge Selbstbeschränkung und vermutet, dass der Darwinismus "immer dann überfordert [ist], wenn er die ganze Welt erklären soll". Darum warnt Schlüter vor einem "reduktionistischen Szientismus" à la Thomas Junker und rät, sich eher als Agnostiker denn als Atheist zu verstehen, da die Frage nach Gott "mit unseren Mitteln nicht beantwortbar" sei. So scheint es paradox, wenn er am Ende dennoch als Darwins Entdeckung ausgibt, "dass wir die Natur nicht länger als Gottes Schöpfung ... zu begreifen haben" - hhp

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Sind wir nicht alle ein bisschen Fisch? - Sueddeutsche.de

In einem amüsanten Artikel schildert Katrin Blawat, wie sehr der Mensch mit den Tieren verwandt ist. Primaten als Vettern zu betrachten, ist für viele schon ein Zumutung; nun liest man: "Physisch sind wir Menschen noch immer Fische, wenn auch stark modifizierte". In der Tat erinnert jedes Körperteil an unsere Herkunft aus dem Wasser. Vor allem unsere Gebrechen erscheinen vor dem Hintergrund unserer Entstehungsgeschichte plausibel: Wäre der Mensch von Grund auf als zweibeiniges Landlebewesen eigens designed worden, würden ihn weder Knie- noch Rückenschmerzen plagen, und er hätte keinen Schluckauf - einen intelligenten Designer vorausgesetzt. Die Realität sieht bekanntlich anders aus und kann gut als Dämpfer für Intelligent-Design-Gläubige verstanden werden, nicht aber als "Dämpfer für alle, die den Menschen als Krone der Schöpfung sehen" - das ist eine komplett andere Kategorie. "Krone der Schöpfung" ist genau wie "Dornenkrone der Evolution" (Wuketits) Weltanschauung, nicht Biologie - hhp