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Kulturkampf der Geschöpfe - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf wehrt sich gegen eine oberflächliche Deutung des Kreationismus und seine arrogante Abwehr. Man könne die Auseinandersetzung nur richtig verstehen, wenn man die politische Dimension des Kreationismus beachte. Es geht nicht nur um Fragen nach Rationalität und Glauben, sondern um "kulturelle Deutungsmacht": Wenn Schöpfungsglaube gestärkt und Evolution entlarvt sei - so der politische Kreationist - fehle das Fundament antichristlicher Weltanschauungen (Kommunismus, säkularer Humanismus, Libertinismus inkl. Homosexualität). Statt dies arrogant abzuwehren, fordert Graf eine religionsanalytische Erklärung der wachsenden Erfolge des Kreationismus. Ansatzweise sieht Graf die Gründe in dem Ungenügen, das Aufklärung, Verwissenschaftlichung, vor allem aber der Aufschwung von Wissenschaft zur Sinnstiftungsinstanz hinterlassen: "Kreationismus ist ein religiöser Gegenentwurf zu einem Wissenschaftsglauben, der Professoren zu Propheten stilisiert" - hhp

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Der Gott der Lücken - Wissenschaft vs. Religion – DerWesten, WAZ Mediengruppe

Der Beitrag berichtet von einem Vortrag des Kulturwissenschaftlers Claus Leggewie über "Die religiöse Rechte und die Wissenschaft". Im Blickpunkt ist der Kreationismus als Bedrohung für die Freiheit der Wissenschaft, beispielhaft verdeutlicht an der Strategie, Intelligent Design im Biologie-Unterricht zu verankern. Hier stimme ich gern zu. Der Artikel versteigt sich dann aber zu der Behauptung, der Versuch, Religion einen innergesellschaftlichen Platz zurückzuerobern, liefe auf eine Bedrohung der Demokratie hinaus. Da hier weder von "religiöser Rechten" noch von "Kreationismus", sondern allgemein von "Religion" die Rede ist, kann man hier kaum zustimmen. Vollkommen zu Recht jedoch schließt der Artikel mit Leggewies Perspektive: Der Abschied vom Lückenbüßergott wäre "eine Befreiung für die Religion" - hhp

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Christlicher Humanismus – Zenit - die Welt von Rom aus gesehen

Hans Otto Seitschek stellt in diesem Artikel dem naturalistischen Humanismus einen christlichen Humanismus entgegen. Der naturalistische Humanismus, der alles auf den Menschen selbst zurückführen müsse, münde letztlich in einen Transhumanismus, der die Neuschöpfung des Menschen durch den Menschen selbst vornehmen müsse. Seitschek erscheint dies nicht möglich. Der christliche Humanismus gehe ebenfalls davon aus, dass der Mensch seinem Leben Sinn verleihen muss. Aber dieser Sinn sei klar an Gott orientiert, was den Unterschied ausmache. Zwei Punkte möchte ich kritisieren. 1. Ich halte es für theologisch schief und argumentativ entbehrlich, wenn der Autor in evolutiven "Erklärungslücken ... Metaphern für die Offenheit der menschlichen Natur" erblickt. 2. Wenn der "christliche Humanismus ... in Gott ein klares ... Ziel" anerkennt, was heißt dann "klar"? Das riecht nach theologischen Positivismus, der die Schwierigkeit hermeneutischen Ringens um ein konkretes Ziel verschweigt - hhp

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FU Berlin untersucht "Neuen Atheismus" - Christliches Medienmagazin Pro

Das evangelikale Medienmagazin Pro berichtet von einem DFG-Projekt über den "Neuen Atheismus", das von Religionswissenschaftlern der FU Berlin durchgeführt wird. Vertreter der "Brights" wie Dawkins, Hitchens, Dennet, Schmidt-Salomon sind ebenso Gegenstand der Untersuchung wie deren Kritiker. Erforscht werden soll ebenfalls die Berichterstattung in den Medien und deren populäre Breitenwirkung. "Pro" berichtet neutral in den Worten der Projektbeschreibung, wird allerdings bei den Kritikern des Neuen Atheismus ausführlicher. Die "Brights" wiederum übernehmen den Wortlaut von "pro", erwähnen jedoch die Kritiker nicht (brightsblog.wordpress.com/2009/05/05/fu-berlin-untersuchung-des-neuen-atheismus/). Sie ergänzen die Seite durch die Linkliste des DFG-Projekts, wobei ausgerechnet die Links auf Schmidt-Salomon und die Giordano-Bruno-Gesellschaft nicht klickbar sind!?? Siehe unbedingt die Projekthompage: www.geschkult.fu-berlin.de/e/relwiss/forschung/DFG-Projekt_Neo-Atheismus/index.html - hhp

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Genforschung: Wie wir neue Software für das Leben schreiben werden - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

In regelmäßigen Abständen gibt die deutsche Presse Verlautbarungen des "Herrn der Gene", Craig Venter, im O-Ton wieder. Nachdem Venter als Pionier das menschliche Genom zu entziffern half, steht für ihn der nächste Schritt an: Wir werden "nicht nur unsere Vorstellung des Lebens verändern, sondern das Leben selbst". Diese Vision ist freilich Headline-tauglicher als der ebenfalls von Venter geäußerte Hinweis, dass wir erst anfangen zu begreifen, wie der genetische Code das Leben programmiert. So verstärken und vereinseitigen die Schlagzeilen der Presse die ohnehin üppige Inszenierung Venters. Man denke zurück an das Jahr 2000, in dem die FAZ am 08.04. im Untertitel verkündet: "Die vollkommene Erkenntnis der Lebensprozesse steht in diesem Jahr bevor", damit aber die Aussagen Venters glatt auf den Kopf stellt. Dieser sagt dort vielmehr, dass die Entzifferung das erste, die vollkommene Erkenntnis das letzte Kapitel sei, und: "Dieser Tag wird nicht morgen oder nächstes Jahr da sein" - hhp

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Route der Erkenntnis - Von der Weltreise zu Darwins Theorie - sueddeutsche.de

Der Artikel beschreibt die Grundlegung des wissenschaftlichen Werdegangs von Charles Darwin. Dass die Weltreise auf der Beagle ein einschneidender Schritt für die spätere Evolutionstheorie bedeutete, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass Darwins Interesse während der Reise weniger der Biologie als vielmehr der Geologie galt. Die geologische Einsicht aber, dass sich über lange Zeiträume kleine Wandlungen zu großen Veränderungen aufaddieren, "sollte zur konzeptionellen Grundvoraussetzung für seine Evolutionstheorie werden, auch wenn sie während der Reise noch nicht einmal angedacht war". Der Artikel beschreibt trefflich das Werden einer Theorie, den "context of discovery": Eine Theorie entsteht nicht einfach durch logische Induktion aus Fakten, sondern basiert auf biografischen, z. T. zufälligen Ereignissen, wie das eindrücklich Erleben eines Erdbebens in Chile, das ein geologisches - später evolutionsbiologisches - Grundkonzept offenbarte - hhp

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Seine Hoheit, der Umweltschützer - NRZ - DerWesten

Prinz Charles, der den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhält, weist seit Jahren auf die Grenzen der Wissenschaft hin und warnt vor den Folgen ungebremster Forschung. Seine Achtung vor der Genialität evolutiv entwickelter natürlicher Baupläne bringt Charles zur Forderung an die Wissenschaft, Natur und Evolution zu verstehen, nicht zu verändern. Gegen spirituelle Leere will er das Gleichgewicht von "instinktiver Weisheit und den rationalen Einsichten der Wissenschaft" wieder hergestellt sehen. Wen wundert es, dass Richard Dawkins die Gelegenheit zum Kontern ergreift: "Weit davon entfernt, spirituelle Werte zu missachten [meint er das wirklich ernst? hhp], ist der wissenschaftliche Rationalismus die Krönung des menschlichen Geistes [das meint er tatsächlich ernst]". Der Streit mit Dawkins ist spätestens seit Charles' Rede bei den Reith Lectures 2000 entbrannt (news.bbc.co.uk/hi/english/static/events/reith_2000/lecture6.stm und www.edge.org/3rd_culture/prince/prince_index.html) - hhp