Erstellt von al | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Evolution | Synthetische Biologie

"Das Leben bahn sicht seinen Weg"

Kann es künstliches Leben geben? Dürfen Menschen so tief in die Schöpfung eingreifen? Darüber diskutieren eine Physikern, die mit Hilfe der synthetischen Biologie nach dem Ursprung des Lebens sucht, und ein Biologe, der die Eigenwilligkeit aller Lebewesen verteidigt, und damit die Existenz von Intentionalität annimmt, während Kant diesselbe doch für eine menschliche Beschreibungskategorie gehalten hat. Beide Diskussionspartner sind auch Philosophen. Was gilt? Handle so, dass sich die Möglichkeiten vermehren und leben sei? Oder handle so, dass ein gutes Leben sei? Das Gespräch ist also sehr interessant, leider aber nur ein Teaser, ein Ausschnitt aus einem Buch. - al

Erstellt von fv | | Kosmologie | Deutsch

Gravitationswellen einmal anschaulich

Der Nachweis von Gravitationswellen ist in der letzten Zeit viel diskutiert worden. Doch wie muss man sich diese Wellen vorstellen? Nun, sie sind unglaublich klein! Sehr amüsant und anschaulich zeigt die folgende Graphik, um welche Größenverhältnisse in Raum und Zeit es bei diesem Vorgang geht. Hier kann man nachvollziehen, warum manche Physiker die Genauigkeit nur noch in 10er Potenzen rechnen... - fv

Erstellt von fv | | Wissenschaftstheorie | Deutsch

Gravitationswellen und das Entdeckerdilemma

Über die Ambivalenz von Sensationen Vor wenigen Tagen konnten die PhysikerInnen der LIGO Kollaboration der Weltöffentlichkeit eine Sensation mitteilen: Erstmals waren Gravitationswellen nachgewiesen worden. Man könnte meinen, das dies im Vorfeld pure Freude unter den beteiligten Wissenschaftlern ausgelöst hat. Doch weit gefehlt. Eine solche große Entdeckung ist unmittelbar gepaart mit der Befürchtung, einen Deutungsfehler zu machen und am Ende blamiert dazustehen. Wieviel Auffand betrieben wird, um eine solche Blamage zu verhindern, zeigt der unten stehende Artikel sehr schön. Hier wird deutlich: Wissenschaft ist ein Erkenntnisprojekt, das von Beginn an selbstreflexiv und selbstkritisch ist. Das macht seine Würde aus. Das Forschungsszenario ist so ausgelegt, dass man ständig Fehlmessungen und Fehldeutungen berücksichtigen muss - in diesem Fall wurden von BEginn an Störsignale systematisch eingebaut, so genannte blind injections, um eine Kontrolle darüber zu haben, wie die Daten interpretiert werden müssen. Wissenschaft ist ein kompliziertes Unterfangen, nur so aber lassen sich echte Erkenntnisfortschritte erzielen! - fv

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Kosmologie | Einstein | Physik

Im Kosmos ein Knall, auf Erden ein Hauch

Wir sind alle Wellenwesen, so interpretieren die Autoren dieses Artikel die erste Messung einer Graviationswelle, deren physikalischer Hintergrund noch einmal erklärt wird. Wellen transportieren Information, sie verraten uns etwas über die Welt. Alles, was wir sehen und hören, erreicht uns als Welle. Der praktische Nutzen der Gravitationswellen-Messung: Sie eröffnen den Astronomen ein weiteres Fenster für den Blick ins Weltall. Bislang existierten ausschließlich Teleskope für elektromagnetische Wellen, doch nur ein Prozent des Universums sendet Wellen dieser Art aus – die übrigen 99 Prozent sind Dunkelheit. Über die soll künftig jede gemessene Gravitationswelle etwas verraten. Wellen machen uns lebendig, und die Wellenmetapher sei sehr populär, doch gelte es, Wirklichkeit und Interpretation sorgsam auseinanderzuhalten. Allzu oft vermischten wir beides: die Welt als Welle und Vorstellung. Der Artikel ist der Auftakt für eine ganze Reihe von kurzen Artikeln zu verschiedenen Wellenphänomenen in der betreffenden Ausgabe von ZEIT Wissen. - al

Erstellt von al | | Deutsch | Hawking | Anthropologie | Physik

Gespräch mit Marsianern

Theoretiker wie Stephen Hawking oder Edward Witten, der Vordenker der geheimnisvollen Stringtheorie, sind in ihren ganz eigenen Denkwelten unterwegs. Der Artikel berichtet von Interviews, zunächst mit Witten (Princeton). "Doch nicht umsonst haben ihn seine Studenten den "Marsianer" getauft; tatsächlich scheint der Mann in einer außerirdischen Gedankenwelt zu leben, in der die Hirnprozesse extrem beschleunigt ablaufen." Auch mit Hawking (Cambridge) führte der Autor ein Interview. "Stephen Hawking ist ein Popularisierer, der selbst schwierigste physikalische Themen scheinbar leichthin zu erklären vermag." Dennoch fühlt der Autor sich als Zwerg, und so lautet das Fazit des Artikels: In Princeton und Cambridge wurde dem Autor klar, wie klein und unbedeutend die eigene Existenz ist. - al

Erstellt von fv | | Evolution | Deutsch

Strafende Götter als Erfolgsgeheimnis der Menschheit

Alles Evolution? Eine neue Studie untersucht die Auswirkung des religiösen Glaubens auf das Verhalten glaubender Menschen und meint nachweisen zu können, dass religiöser Glaube das kooperative Verhalten erhöht. Das geschieht vor allem durch ein bestimmtes Gottesbild, das als moralische Instanz zu einem bestimmten Verhalten anleitet. Die Studie ist auf mehrere Religionen ausgedehnt. Die Folgerung, die die Autoren ziehen, ist, dass religiöses Verhalten sich als ein evolutionärer Vorteil erweist. Die Frage ist aber, welches Gottesbild der jeweiligen Religion zugrunde liegt und ob man ein tertium comparationis definieren kann (Allmacht etwa). Hier scheint die Studie doch zu einfach zu argumentieren. Erst recht der Artikel, der ein christliches Gottesbild des 16. und 17. Jahrhunderts auf andere Religionen überträgt. Es wird übersehen, wie schwierig es für religiöse Menschen ist, für ihre Erfahrungen einen adäquaten Ausdruck zu finden. So schlicht, dass das Gottesbild in wenigen Adjektiven beschrieben werden könnte, ist es nur in einer Außensicht auf Religion... - fv

Erstellt von hhp | | Anthropologie | Bioethik | Evolution | Organtransplantation | PID | Transhumanismus | Deutsch

Der ganz reale Transhumanismus - hpd

Die Philosophin und Theologin Daniela Wakonigg bedenkt zunächst theoretisch die Möglichkeiten der Verbesserung des Menschen durch sich selbst (Transhumanismus). Angezielte Verbesserung sei dabei nichts Neues: Es gebe "zwischen Ötzis Pelzmantel und dem verpflanzten Herzen ... nur einen graduellen Unterschied". Erst die Gentechnik habe einen qualitativen Sprung erlaubt, indem die Nachkommenschaft genetisch optimiert werden könne; nicht nur durch pränatale Selektion, sondern auch durch präkonzeptionelle Auswahl des Fortpflanzungspartners. Hier setze i. a. Ethik ein: Was heißt "Verbesserung" und welche Auswahlkriterien sollen es sein: Krankheit, Intelligenz, Schönheit, Stärke? Wer entscheidet? Gibt es den Dammbruch? Wichtige Fragen, sicherlich. Aber - so der Clou des Artikels - es gebe sie "schon längst, die Selbstoptimierung des Menschen durch die Genforschung". Das beweise, dass der Mensch keine ethischen Diskussionen abwarte, wenn es um Selbstverbesserung gehe, die offenbar in der menschlichen Natur liege. In dieser Natur liege es aber auch, manches von der Selbstoptimierung auszuschließen wie das Streben nach Macht und Reichtum. Und es erscheint der Autorin nicht unwahrscheinlich, "dass genau dieser Spagat zwischen Selbstoptimierung einerseits und Selbstoptimierungsresistenz andererseits den Menschen letztlich seinen Kopf kosten wird". - hhp