Erstellt von fv | | Wissenschaftstheorie | Deutsch

Malen nach Zahlen

Was heißt da "nur Mathematik"? In vielen empirischen Forschungsprozessen ist die Mathematik eine hilfreiche Wissenschaft. Sie erleichtert, etwas exakt zu beschreiben. Damit ist dann zum Beispiel durch die Exaktheit und Allgemeingültigkeit der Beschreibung die Reproduzierbarkeit der Versuche sicher gestellt. Seit Galileo Galilei ist klar, dass die Mathematik DIE Sprache der Naturwissenschaften ist. Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen die Mathematik ihrerseits zu entdecken ist und das immer auch unklar bleibt, was genau passiert, wenn man mathematische Strukturen findet. Der angehängte Artikel zeigt schön, dass man im Bereich der Teilchenphysik Strukturgleichheiten erahnen kann, obwohl völlig unklar ist, was zu diesen Strukturgleichheiten führt: Die Wahrscheinlichkeit quantenphysikalischer Vorgänge und bestimmte mathematische Strukturen scheinen eng miteinander zusammen zu hängen, ohne dass jemand weiß, warum. Möglicherweise ist eine Intuition von Platon zu Beginn der Geschichte Europäischen Denkens auch heute noch gültig: Die Welt ist im Innersten aus mathematischen Strukturen aufgebaut!? Doch was genau sollte eine solche "objektive" Mathematik sein? Die Mathematik ist auch heute noch ein großes philosophisches Problem! - fv

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Erstellt von fv | | Bioethik | Deutsch

Angriff auf den deutschen Embryonenschutz

Doch auf einer schiefen Ebene? Es gibt jetzt ein neues Papier einiger Wissenschaftler, die für die Liberalisierung der Embryonenforschung in Deutschland eiintreten. Im Hintergrund dieser Initiative stehen neue technologische Möglichkeiten mit er so genannten Crispr-Cas Technik bzw. dem genome editing. Blogbeiträge von Alexander Maßmann hatten auch schon darüber berichtet: (http://www.theologie-naturwissenschaften.de/diskussion/genethik-blog.html). Die neuen Technologien scheinen mittelfristig Keimbahntherapien möglich zu machen. Wenn es dazu kommt, wird auch in Deutschland das Embryonenschutzgesetz in seiner jetzigen Form kaum zu halten sein. Nachdem der Embryonenschutz hierzulande so intensiv diskutiert worden ist, wirkt diese neue Initiative, als ob all die Recht gehabt haben, die die Entwicklung als eine auf einer "schiefen Ebene", auf einer "slippery slope" beschreiben: Was gemacht werden kann, wird auch irgendwann gemacht werden. Man muss nur lang genug warten. Wann wird es dann auch um Enhancement gehen und nicht nur um die Bekämpfung von Krankheiten? Wann wird der erste Mensch geboren sein, der dann später weiß, dass einige seiner Eigenschaften fabriziert worden sind? - fv

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Erstellt von al | | Deutsch | Astronomie | Außerirdische

Wow-Effekt im Weltall

Gut 39 Lichtjahre von der Erde entfernt haben Astronomen ein Sternsystem entdeckt, in dem mindestens sieben Planeten eine Sonne namens Trappist-1 umkreisen. Bei allen sieben soll es sich um erdähnliche Gesteinsplaneten handeln, manche könnten flüssiges Wasser bergen – gar Leben. Der Artikel stellt Vision und Wirklichkeit gegenüber, und zwar jeweils anhand der Fragen: Wie weit erntfernt sind 39 Lichtjahre? Was erwartet uns dort? Was bedeutet "erdähnlich" und welche Bedeutung hat dabei flüssiges Wasser? Was können wir wissen und was ist zu tun? In der Tat, die fremde Welt um Trappist-1 und seine Exoplaneten liefern definitiv Stoff, um sich ins All zu träumen. Die Wissenschaft aber holt einen vorerst zurück auf die Erde. Beides hat sein Recht, denn ohne Vision ändert sich die Wirklichkeit nicht. - al

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Erstellt von fv | | Wissenschaftstheorie | Deutsch

Von Tatsachen und Nichttatsachen

Wissenschaft im postfaktischen Zeitalter? Anbei ein interessanter Kommentar zu neueren wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Er bezieht sich auf einige herausragende wissenschaftliche Fortschritte, die sich im Nachhinein als nicht haltbare Behauptungen herausgestellt haben. Werden heute Meldungen über wissenschaftliche Durchbrüche zu schnell publiziert? Auf jeden Fall zeigen diese Fälle, dass auch die Wissenschaft eine durch und durch menschliche Veranstaltung ist. Das ist nicht überraschend und auch keine neue Erkenntnis. Der Artikel bezieht sich auf Ludwik Fleck, man könnte auch das Buch von Karin Knorr-Cetina aus den 80ern nennen, "Die Fabrikation des Wissens". Dennoch ist Wissenschaft als kollektives Unternehmen wie keine andere menschliche Tätigkeit mit Sicherungssystemen ausgestattet, die solche Irrtümer auszuschalten helfen. Es stimmt also beides: Die Anfälligkeit menschlicher Handlungen und das Ideal von Wissenschaft als das Ringen um die beste Darstellung empirischer Befunde. Man darf von dem Ideal nicht lassen und auch nicht von dem selbstkritischen Wissen um die eigene Anfälligkeit! Darüber hinaus: Wissenschaft kann nicht postfaktisch werden, weil sie nie nur faktisch war... - fv

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Erstellt von fv | | Künstliche Intelligenz | Deutsch

Können Hirnforscher einen C64 Prozessor verstehen?

Können Hirrnforscher einen C64 Prozessor verstehen? Es findet zurzeit eine große Debatte darum statt, ob die Hirnforschung nicht ein genaueres Verständnis des Gehirns über ene mathematische Analyse großer Datensätze erlangen kann. Nun haben zwei Wissenschaftler einen einfachen Versuch gemacht: Sie haben die Analysen auf einen einfachen C64 Prozessor (mit etwas über 3000 Transistoren) angewendet. Das Resultat ist ernüchternd. Die Analyse von Zustandswerten durch Algorythmen gibt kaum Aufschluss darüber, wie der C64 aufgebaut ist. Wenn aber, so die Folgerung, schon eine solch einfache Struktur nicht durch Auswertung von Datensätzen nachvollzogen werden kann, was ist dann für so etwas unendlich Komplexeres wie das menschliche Gehirn zu erwarten? (Dank an Uwe Grom für den Hinweis auf den Artikel, der Ursprungartikel findet man über einen link im Deutschen Text.) - fv

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Erstellt von fv | | Künstliche Intelligenz | Deutsch

Aufstieg der Computer - Gehirne

Computer lernen schnell Dieser Artikel ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Stationen der AI, der Künstliche Intelligenz Forschung. Immer wieder vor Augen führen muss man sich, wie schnell die Fähigkeiten der Computer und ihre Rechnerleistung gewachsen sind! Die allerersten Anfänge mit relativ wenigen Schaltrelais in den 40er Jahren haben noch Menschen bewusst begleitet, von denen einige heute noch leben! Das macht den Blick in die Zukunft spannend. Es wirft aber auch die Frage auf: Was ist denn genau menschliche Intelligenz. Meine Vermutung: Man darf nicht die eigenartige Koppelung all dieser Gehirne übersehen, die erst Kultur hervorbringt. Die Koppelung nennt man üblicherweise Sprache. Was das genau ist, ist bis heute nicht ganz klar und wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben. Ob Computer auch zur Sprachgenese fähig sind? - fv

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Erstellt von fv | | Künstliche Intelligenz | Deutsch

Warum Roboter Gefühle haben

Werden Roboter zu den besseren Menschen? Dieser Artikel zu Erkenntnissen einer Konferenz zur "Digitalen Transformation" stellt recht optimistisch in Aussicht, dass in absehbarer Zeit Roboter in der Lage sein werden, wie Menschen zu agieren. Dies gilt inklusive der Gefühle, zu der genügend komplexe Roboter auch in der Lage sein werden. Das sind gewagte Thesen. Denn sie setzen voraus, dass es auf die schiere Rechenleistung von Computern und Robotern ankommt, um sie menschenähnlicher zu machen. Das heißt, dass das, was die Menschen von den Robotern unterscheidet, vor allem die Rechenleistung ist. Doch was wäre, wenn es Probleme und Konstellationen in der menschlichen Welt gibt, die nicht mit Rechenleistung korreliert werden können? Michael Tomasello hat die Fähigkeit zur gemeinsamen Intentionalität als das Kennzeichen menschlicher Kultur identifiziert. Wenn man das annimmt, dann hätten diese Roboter wohl eine höhere kombinatorische Intelligenz (das ist wahrscheinlich) aber sie würden sich verhalten wie Inseln, der Wagenhebereffekt (Tomasello) der die menschliche Kultur ausgelöst hat, bliebe aus.... - fv

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