Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Multiverse-Universe Debate: Cosmologists Weigh One Reality Vs. Many At World Science Festival - Huffingtonpost

Auf dem World Science Festival in New York diskutierten die Physiker Andreas Albrecht, Alan Guth, Andrei Linde und Neil Turok die Frage, ob unser Universum einzigartig oder eines von vielen Universen ist. Der Artikel fasst die Ergebnisse zusammen. Die Existenz von Multiversen sei eine Möglichkeit, die durch die Theorie der kosmologischen Inflation aufgeworfen werde. Diese Theorie gehe davon aus, dass das Universum sich in den ersten Bruchteilen einer Sekunde nach dem Urknall exponentiell, schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausgebreitet habe. Bestimmte Bereiche des Universums könnten sich schneller als andere ausgedehnt und so eigene Zeitblasen ausgebildet haben, die sich zu eigenen Universen entwickelt haben könnten. Empirische Beobachtungen hätten die Theorie der Inflation untermauert. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft spreche nichts gegen die Existenz von Multiversen, zugleich gebe es aber auch keinen Beweis ihrer Existenz - pts

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Godlike Great Programmers: The Scientists Arguing for Religious Belief - The New Yorker

Die meisten Wissenschaftler seien ungläubig oder trennten Wissenschaft und Religion. Es gebe aber auch erstaunlicherweise führende Wissenschaftler, die aus der Wissenschaft Argumente für Übernatürliches ziehen. So gehe die "Computer-Theologie" Jürgen Schmidhubers von der Prämisse aus, dass es einen "schnellsten, effizientesten, optimalen Weg gibt, alle logisch möglichen Universen zu berechnen, unseres eingeschlossen - falls unseres berechenbar ist, wogegen nichts spricht". Aber, so wendet der Autor des Artikels ein, wenn ein Universum durch einen Computer beschrieben werden kann, bedeute das nicht, dass es auch durch einen solchen und einen "Gottähnlichen großen Programmierer" auch regiert werde. David Eagleman schließt umgekehrt vom Nichtwissen auf Gott: "Unser kosmisches Nichtwissen ist zu gewaltig, um sich zum Atheismus zu bekennen". Zurecht fragt der Autor allerdings, inwiefern sich diese Nichts-ist-unmöglich-Mentalität ("Possibilianismus") vom Agnostizismus unterscheide - hhp

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Biblical Inerrancy and Evolution,Part 1- The BioLogos Forum

Thomas Jay Oord macht durch seine eigene biografische Entwicklung die Relativierung eines wortwörtlichen Bibelverständnis nachvollziehbar. Der Kernsatz, "der Zweck der Bibel ist unsere Erlösung", gibt die formale Hinsicht an, unter der von "Irrtumslosigkeit" der Bibel gesprochen werden kann. Biblische Wahrheit wird damit nicht in naturwissenschaftlicher Hinsicht beansprucht. Oord, der evangelikal zu verorten ist, erinnert in dieser Sicht der Irrtumslosigkeit der Schrift an die formale Bestimmung, die auch das Zweite Vatikanische Konzil vornimmt: Die Wahrheit der Bibel ist auf unser Heil bezogen ("causa salutis") - hhp

| Franziskus (Papst) | Evolution | Johannes Paul II. | Englisch | Benedikt XVI. | Sünde | Schöpfung | Wissenschaftsgeschichte

Does the new Pope believe in evolution? - io9

Die Frage des Online-Magazins io9 „Glaubt der neue Papst an die Evolution?“ ist zwar unglücklich formuliert, interessiert aber die Fans des interdisziplinären Dialogs brennend. Die Antwort des io9-Artikels geht allerdings über ein knappes „Ja“ kaum hinaus und erinnert angesichts der kurzen Amtszeit Franziskus’ eher an Kaffeesatzlesen. So stützt sich die positive Behauptung lediglich auf die anzunehmende Kontinuität zu seinen Amtsvorgängern, die stellvertretend für Franziskus zu Wort gebracht werden. Dabei macht George Dvorsky, der Autor des lesenswerten Artikels, ausdrücklich und mit Links auf zentrale kirchliche Äußerungen aufmerksam, die immer wieder Anlass zu Konflikten oder Missverständnissen sind, und damit zumindest auf ein kirchliches Kommunikationsdefizit hinweisen. Wenn der Autor meint, Franziskus könne die Vorgängerpositionen „ausarbeiten“, dann ergeben sich hier wichtige Anknüpfungspunkte.

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Alien Planets Able To Support Life May Number 60 Billion, Kepler Spacecraft Data Suggest - Huffingtonpost

Die Autorin erläutert, Wissenschaftler seien der Ansicht, dass es in unserem Universum von bewohnbaren Exoplaneten nur so wimmele. Eine Forschergruppe habe die Anzahl der bisher vermuteten bewohnbaren Planeten verdoppelt. Die Milchstraße alleine könne 60 Milliarden solcher Planeten beherbergen. Zu dieser neuen Annahme seien die Forscher gekommen, weil sie davon ausgingen, dass eine Wolkendecke Leben ermöglichen könnte. Als bewohnbar gelten Planeten wenn auf ihnen flüssiges Wasser vorkommt. Die Wolkendecke, so die Forscher, würde den Planeten abkühlen und könne so dafür sorgen, dass sich auf der Oberfläche des Planeten flüssiges Wasser befinden könnte. Diese Erkenntnis könnte nach Ansicht der Wissenschaftler helfen, flüssiges Wasser auf der Oberfläche von Planeten ausfindig zu machen, denn wenn ein Infrarot-Teleskop kalte Signale an einem Planeten aufspüren würde, könne man diese fast sicher als Wolken identifizieren, die auf Oberflächenwasser schließen lassen würden - pts

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Science, Catholicism and the Papacy in the New Millennium - Huffingtonpost

Peter M. J. Hess vom National Center for Science Education stellt die Frage, wie sich die Haltung der katholischen Kirche zu einer evolutionären Weltsicht entwickeln wird. Er erläutert, die katholische Kirche habe sich im letzten Jahrhundert bemüht, die Evolutionstheorie zu verarbeiten und die christliche Theologie in eine evolutionäre Weltsicht zu integrieren. Er bezieht sich dabei u. a. auf die Enzyklika Humani generis, die Ansprache Johannes Paul II an die Päpstliche Akademie der Wissenschaften im Jahre 1996, die Schrift Gemeinschaft und Dienstleistung der Internationalen Theologischen Kommission und die von Benedikt XVI einberufene Konferenz zu biologischen Evolution im Jahr 2009. Dennoch würden beklagenswerter Weise immer noch Teile der katholischen Kirche die evolutionären Annahmen ablehnen und sich für eine Auslegung der Schrift im wörtlichen Sinne einsetzen. Der Autor ist aber hoffnungsvoll, dass auch der neue Papst die Unterstützung für die Wissenschaft fortsetzen wird - pts

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How 19-year-old activist Zack Kopplin is making life hell for Louisiana's creationists - io9

Zur Zeit lehrt ein 19-Jähriger Aktivist Louisianas Kreationisten das Fürchten. Die dortige Schulgesetzgebung erlaubt die Anschaffung von Lehrmaterialien zusätzlich zu bestehenden naturwissenschaftlichen Lehrbüchern. Das führte dazu, dass kreationistisches Material das wissenschaftliche faktisch verdrängte. Angesichts weitgehender Ignoranz sah sich der inzwischen 19-jährige Zack Kopplin genötigt, gegen diese Schieflage anzugehen. Ermutigt von der Philosophin Barbara Forrest und dem Nobelpreisträger Harry Kroto entwirft er einen Brief, der mit 78 Unterschriften von weiteren Nobelpreisträgern öffentliche Wirkung zeigt und dem schwierigen Kampf gegen kreationistischen Einfluss Aufschwung verleiht - hhp