Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Englisch | Kosmologie | Physik

At Particle Lab, a Tantalizing Glimpse Has Physicists Holding Their Breaths - New York Times

Der Artikel stellt nicht weniger als "die bedeutendste physikalische Entdeckung der letzten 50 Jahre" in Aussicht. Ein Teilchenbeschleuniger hat Datenanomalien produziert, die entweder auf eine neue und unerwartete Version des heißbegehrten Higgs-Boson hinweisen oder gar auf eine neue physikalische Grundkraft - zusätzlich zu Gravitation, elektromagnetischer Wechselwirkung sowie starker und schwacher Wechselwirkung. Welche dieser beiden Deutungen auch zutreffe, die konventionelle Weisheit der Physik werde erschüttert. Neben ehrfürchtigem Respekt gibt es aber auch Skepsis, die in den Datenanomalien ein Artefakt vermuten lässt. Sollten die Messergebnisse aber valide sein, werde das Konkurrenzunternehmen am CERN in nicht allzu langer Zeit die Bestätigung erbringen können. Darauf solle man warten - hhp

Erstellt von hhp | | Evolution | Dawkins | Englisch | Theodizee

Michael Ruse, Dawkins fail to understand philosophical necessity - SocraticGadfly

Dass Übel beim Mechanismus der Selektion notwendig mitgegeben seien, war Kern der Argumentation von Michael Ruses Beitrag zum "Darwinismus und dem Problem des Übels". Der Blog SocraticGadfly versucht, Ruses Argumentation zu untergraben, indem er behauptet, Übel seien durchaus nicht notwendig in philosophischem Sinne. Gott hätte also eine bessere Welt schaffen können? Bei Nichtphilosoph Dawkins sei der falsche Gebrauch von "Notwendigkeit" verzeihlich, nicht aber beim Philosophen Ruse - hhp

Erstellt von hhp | | Darwin | Dawkins | Englisch | Neuer Atheismus | Evolution | Theodizee

Michael Ruse: Darwinism and the Problem of Evil - Huffington Post

Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse verteidigt die bekennenden Christen Karl Giberson und Francis Collins gegen die aufgeregte Kritik der neuen Atheisten, die Evolution und Glaube als unvereinbar hinstellen. Zwar sieht Ruse in der Zufälligkeit des Evolutionsprozesses eine unüberwindbare Schwierigkeit für den Glauben an einen göttlichen Plan. Andererseits sieht er aber nicht, dass die Evolutionstheorie das Theodizeeproblem (Wie kann der allgütige und allmächtige Gott die Übel zulassen?) verschärfe. Denn: Das moralische Übel werde i.a. auf den freien Willen zurückgeführt; der wiederum werde durch die Biologie untermauert. Es bleibt das physische Übel (z. B. Erdbeben). Hier spiele paradoxerweise Dawkins den Christen einen Trumpf in die Hände. Denn wenn Gott durch natürliche Gesetze geschaffen hat, und der einzige naturgesetzliche Weg zu lebendigen Wesen über die natürliche Selektion mit ihren schmerzhaften Mechanismen laufe, dann sind Übel in der Schöpfung unausweichlich - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Intelligent Design

Opposition to antievolution bill continues in Tennessee

Verschiedene Institutionen setzen sich gegen den antievolutiven Gesetzesentwurf in Tennessee zur Wehr. Entgegen den Beteuerungen der Gegenseite gäbe es praktisch keine wissenschaftliche Kontroverse bei der überwältigenden Mehrheit der Forscher über das Faktum der Evolution. Der Entwurf sei damit unnötig, unwissenschaftlich und höchst wahrscheinlich verfassungswidrig. Die amtliche Diskussion beginnt am 16. März - hhp

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The Scopes Strategy: Creationists Try New Tactics to Promote Anti-Evolutionary Teaching in Public Schools - Scientific American

Der Artikel berichtet über neue Strategien der Kreationisten, Evolutionskritik in den Unterricht einzuschleusen. Paradoxerweise vereinnahmen sie ausgerechnet John Scopes, der vor 80 Jahren die Evolutionstheorie lehrte und deshalb verurteilt wurde. Nun wird er als Ikone unabhängigen Denkens hochgehalten: Sicher würde er heute unter dem Etikett der "akademischen Freiheit" dafür eintreten, "alle Seiten eines kontroversen Themas" auf den Tisch zu legen, die "Stärken und Schwächen" zu diskutieren. Die genannten Formulierungen stehen nur scheinbar für kritisches Denken. Tatsächlich aber wird mit Ihnen ein Türöffner für kreationistisches Gedankengut in Gesetzestexte einzuschmuggeln und der "Kitzmiller vs. Dover"-Prozess, der vor 5 Jahren den Kreationismus aus der Schule verbannte, zu untergraben versucht - hhp

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What's the Problem With a Good Placebo? - Religion Dispatches

"Hoffnung hilft heilen" ist für William Grassie das Mindeste, was man komplementärer und alternativer Medizin attestieren kann. Grassie weist auf Plazebo-Studien und psychosomatische Befunde hin, die er aber mit dem Begriff "psychosozial" um die gesellschaftliche Dimension erweitert. Damit kommen die komplexen sozialen und kulturellen Interaktionen und langen Traditionen in den Blick, deren Weisheit u.a. herausgearbeitet hat, dass ein Plazebo-Effekt umso effektiver wirkt, je ausgefeilter ein Heilungsritual zelebriert wird. Eine auf diese holistische Art unterstützte Schulmedizin mag den Heilungsprozess um mindestens 30% erhöhen - so Plazebo-Studien zu verallgemeinern sind. Wo also liegt das Problem bei guten Plazebos? - hhp

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Atheists a dying breed as nature 'favours faithful' - Richard Dawkins Foundation - News

Schock für Atheisten? Gläubige haben mehr Nachwuchs (2,5) als Atheisten, deren Reproduktionsrate (1,7) nicht einmal zum Selbsterhalt ausreiche. Dies ist die Essenz einer über 82 Ländern erhobenen Studie. Der hier vorliegende Auszug von J. Leake aus der Sunday Times berichtet knapp von dieser Studie und zitiert Michael Blume: "Es ist eine große Ironie, aber die Evolution scheint Atheisten zu benachteiligen und Gläubige zu bevorzugen". Blume stehe damit in direktem Widerspruch zu Dawkins, für den Religion ein mit hohen Kosten verbundenes Virus darstellt. Dawkins kommentierte den vorliegenden Artikel knapp: "Das ganze Argument beruht auf der unausgesprochenen Annahme, dass Kinder automatisch den Glauben ihrer Eltern übernehmen. Lasst uns hoffen ... dass dieser Automatismus unterbrochen werden kann" - hhp