Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Optogenetics: Method of the Year 2010 - nature/methods

Nature-methods hat "Optogenetik" zur Methode des Jahres 2010 gewählt und dies nun in frei zugänglichen Texten und einem anschaulichen Video ausführlich dokumentiert. Optogenetik stellt bemerkenswerte Möglichkeiten bereit, Zellfunktionen mit Licht zu steuern. Damit revolutionierte Optogenetik die experimentelle Neurowissenschaft und gab der Zellbiologie neue Einsichten in Signalwege - hhp

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Five Years Later, Evolutionary Immunology and other Icons of Kitzmiller v. Dover Not Holding Up Well - Discovery Institute

Auch die Intelligent-Design-Protagonisten des Discovery Institute blicken auf den Dover-Prozess zurück - aus der Perspektive der Verlierer. Richter Jones habe den Prozess missbraucht, um aktivistisch politischen Einfluss zu nehmen; dies habe er selbst kürzlich (s.u. 2010/12/19: After 5 years...) zugegeben. Die zitierte Stelle zeigt aber nur, dass Jones im nachhinein feststellt, dass er faktisch politischen Einfluss hatte, nicht jedoch, dass er diesen Einfluss im Prozess gesucht habe. Schon im damaligen Urteilsspruch prognostizierte Jones: "Diejenigen, die unserer Meinung nicht zustimmen, werden sie wahrscheinlich als Produkt eines aktivistischen Richters ansehen. Wenn dem so ist, haben sie sich geirrt, weil dies offenkundig kein aktivistisches Gericht ist." Und wenn Jones meine, die ID-Attacken seien von der scientific community zurückgewiesen worden, sei er der Inszenierung der Kläger auf den Leim gegangen; Bakteriengeißel, Blutgerinnung und Immunsystem erwiesen das Gegenteil - hhp

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Five years ago, "intelligent design" ruling in Dover case set a legal landmark - Philadelphia Inquirer

Der Artikel erinnert an den Richterspruch von John E. Jones III. gegen Intelligent Design exakt vor 5 Jahren. Da ID sich in dem 40-tägigen Dover-Prozess als religiöses und nicht wissenschaftliches Konzept herausstellte, wurde die verfassungsgemäße Trennung von Staat und Kirche verletzt. Direkte Angriffe auf Darwins Theorie waren damit für die Folgezeit abgeschmettert und die ID-Bewegung ausgebremst. Aber für die ID-Protagonisten ist "der Kampf nicht vorbei", und "Dover hat nicht das letzte Wort", so John Mills, der die jüngste Kampagne um Lehrbücher zur Evolution in Louisiana anführt. Die ID-Strategie hat sich geändert und will unter dem Schlagwort "teaching the controversy" neuen Einfluss auf die Schulpolitik nehmen. Für ID-Kritiker Ken Miller sind die Argumente "wiederholt von der scientific community in Misskredit gebracht worden". Wenn wir Dover nicht gewonnen hätten, so ein Vertreter der damaligen Anklage, hätten "Dutzende, wenn nicht hunderte von Schulen ID eingeführt" - hhp

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After 5 years, Dover intelligent design ruling's impact still felt - York Dispatch

5 Jahre nach dem dem Richterspruch gegen die ID-Politik der Schulbehörde von Dover bringen Beteiligte beider Seiten zum Ausdruck, wie der Prozess ihr Leben beeinflusst hat. Darunter bekannte Namen wie Richter J. E. Jones, W. Buckingham (pro ID), J. Miller (biology teacher, contra ID), M. Behe (pro), B. Forrest (contra), K. Miller (contra). Guter biografischer Bericht über die Rezeption eines juristischen Meilensteins - hhp

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Four in 10 Americans Believe in Strict Creationism - Gallup

40% der Amerikaner glauben immer noch, dass Gott vor ca. 10000 Jahren die Menschen in ihrer jetzigen Form erschaffen hat. 38% glauben an eine menschliche Evolution unter göttlicher Führung, 16% ohne göttlichen Einfluss. Diese Verteilung ist seit den letzten 28 Jahren erstaunlicherweise relativ stabil, seit 2006 (nach dem Dover-Prozess; hhp) verliert der Kreationismus jedoch leicht an Boden. Die neue Gallup-Umfrage differenziert auch nach Bildungsabschlüssen. Erwartungsgemäß schützt höhere Bildung vor Kreationismus. Aber bei 40% evolutionskritischen Amerikanern wird die Kreationismusdebatte ein (schul-)politischer Dauerbrenner bleiben - hhp

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Einstein’s God - Big Questions Online

Michael Shermer, Herausgeber des Magazins "Skeptic", fragt, an welche Gottheit Einstein tatsächlich geglaubt hat. Der umfangreiche und kenntnisreiche Artikel schützt vor einseitigen Vereinnahmungen - von welcher Seite auch immer. Einsteins Kurztelegramm ("Ich glaube an den Gott Spinozas") bringt mit anderen Belegstellen auf den Punkt, dass er nicht an einen persönlichen Gott glauben konnte. Genauer besehen, ist aber derjenige persönliche Gott, von dem er sich distanziert, ein Gott des direkten Eingreifens und ein Designer, der in einer Reihe mit innerweltlichen Kausalitäten gesehen wird (ein Gott, den auch Dawkins trefflich abwehren kann). In diesem Verständnis ist Gott in der Tat "anthropomorp" gedacht und "kindisch". So versagt sich Einstein ein konkreteres Gottesbild aus der Haltung der intellektueller Bescheidenheit heraus, und sein "Agnostizismus" ist kein militanter Atheismus, der sich hitzig von religiöser Indoktrination der Jugendzeit befreien muss. Sehr lesenswert - hhp

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Generation of viable male and female mice from two fathers - Biology of Reproduction

Der im Volltext frei verfügbare Artikel des Fachjournals "Biology of Reproduction" beschreibt und diskutiert die Herstellung lebensfähiger männlicher und weiblicher Mäuse aus pluripotenten Stammzellen zweier Väter. Die Übertragung auf menschliche Reproduktion erfordere aber noch "deutliche Verbesserungen". Dann aber "könnten eines Tages zwei Männer ihre eigenen genetischen Söhne und Töchter produzieren". Und wenn Geschlechtschromosomen (Y-Chromosomen) transferierbar sind, könnte auch "lebensfähiger männlicher und weiblicher Nachwuchs von zwei Müttern produziert werden". Frankenstein lässt wieder einmal grüßen - hhp