Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Wissenschaftstheorie | Englisch | Benedikt XVI.

Pope praises science, but insists God created world - cnn blogs

Der Papst habe bei seiner Rede (s.o.) gesagt, Stephen Hawking liege falsch (womit er so Unrecht nicht hätte; hhp), behauptet der CNN-Blog. Fährt aber kleinlaut fort: Nun, tatsächlich habe er den Wissenschaftler nicht erwähnt, aber ... Teilweise sei es Aufgabe der Wissenschaft, Gott im Universum zu enthüllen, heißt es weiter. Kein Wort davon im Original, das den Übergang von den Wissenschaften zur Religion sehr viel vorsichtiger in den Blick nimmt (s. o.).

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Did Volcanoes Wipe Out Neanderthals? Neanderthals may have gone out with a bang - Discovery News

Neues vom Aussterben des Neandertalers: Ein Forscherteam vermutet, dass mindestens drei Vulkanausbrüche vor ca. 40.000 Jahren die westasiatischen und europäischen Lebensräume des Neandertalers verwüstet und damit das rapide Verschwinden der Hominiden angekurbelt haben. Die Vermutung sei durchaus konsistent mit den Genombefunden, die eine Vermischung mit dem modernen Menschen nachwiesen (s. u.), wenn diese im mittleren Osten stattfand, bevor der moderne Mensch sich nach Europa und Asien ausbreitete. Bestritten wird dies von Geologen, die europäische Werkzeugfunde des modernen Menschen vorweisen, die älter sind als die neue These erlaubt - hhp

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Martin Rees: 'We shouldn't attach any weight to what Hawking says about god' - Profiles - Independent.co.uk

Der Artikel stellt Sir Martin Rees vor, Königlicher Astronom und Präsident der Royal Society. Seine Selbstbezeichnung als "technologischer Optimist aber politischer Pessimist" zeigt sich in seinen kürzlichen Äußerungen zu Außerirdischen, Klimawandel, Überbevölkerung, Wissenschaft als 'organisierter Skeptizismus' und zum britischen Schulsystem. Von seinem Freund Hawking, den er seit 40 Jahren kennt, unterscheidet sich Rees zum einen im Blick auf Umweltfragen. Zum anderen kritisiert er scharf dessen Kommentare zur Überflüssigkeit Gottes. "Hawking hat sehr wenig Philosophie und noch weniger Theologie gelesen" und "ich glaube nicht, dass wir seiner Sicht dieser Dinge irgend ein Gewicht beimessen sollten". Anders als viele seiner Kollegen der Royal Society ist Rees kein militanter Atheist. Rees - von Dawkins herablassend als "gefälliger Kollaborateur" bezeichnet - unterstützt eine "friedliche Co-Existenz von Religion und Naturwissenschaft, da beide unterschiedliche Domänen betreffen" - hhp

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Science, belief and the question of proof - ABC Religion & Ethics - Opinion

Alister McGrath, ehemaliger Atheist, jetzt Theologe und bekannter Kritiker Richard Dawkins', hinterfragt die Beweiskraft der modernen Wissenschaft, die von militanten Atheisten wie Dawkins gern gegen den Glauben und dessen vermeintlich "totale Abwesenheit unterstützender Evidenzen" ins Feld geführt wird. Wie stark sind denn demgegenüber die "wissenschaftlichen Beweise"? Streng genommen könne man von Beweisen nur in der Logik und Mathematik sprechen. Sicher gebe es Sachverhalte, die bewiesen sind, wie die Formel für Wasser etc. Aber auf die großen wissenschaftlichen Fragen wie die nach dem Ursprung des Universums oder einer Großen vereinigten Theorie mag es gute, aber keine letzten Antworten geben. So gibt es bei der Entscheidung für ein Universum oder Multiversum durchaus keine zwingende Evidenz, und Hawking mag an seine Theorie glauben, aber das sei "Lichtjahre von dem simplistischen Slogan 'Wissenschaft hat Gott widerlegt' entfernt". Darwin war da wissenschaftstheoretisch weiter - hhp

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Stephen Hawking Asks, What Is Reality? - Time

In einem exklusiven Exzerpt seines neuen Buches (v.a. Kap. 3, Was ist Wirklichkeit?), reflektiert Stephen Hawking höchstselbst die Grenzen der Modelle zur Erklärung des Universums. Für Hawking gibt es verschiedene Bilder der Wirklichkeit, die sich weniger durch Wahrheit voneinander unterscheiden als vielmehr z. B. durch Einfachheit. So ist die Mathematik des Kopenikanischen Weltbildes einfacher als die des Ptolemäus. Zentrale Schlussfolgerung: "Es gibt keinen abbild- oder theorieunabhängigen Realitätsbegriff" (vgl. Buch S. 42), weshalb Hawking einen "modellabhängigen Realismus" vertritt. Danach besteht eine physikalische Theorie oder ein physikalisches Weltbild aus einem i.a. mathematischen Modell und Regeln, die Modellelemente mit Beobachtungen verbinden. Im Blick auf die Gesetze, die unser Universums regieren, vermutet Hawking, dass ein einzelnes mathematisches Modell zur Beschreibung aller Aspekte des Universums nicht ausreicht, sondern nur ein ganzes Netzwerk von Theorien - hhp

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Hawking book explains creation of universe minus God - USATODAY

Interessant: Neben Einblicken in das neue Hawking-Buch (Intelligent Design ist schlecht, Stringtheorie gut, Philosophie tot), kommt auch der Co-Autor Leonard Mlodinow zu Wort: "Wir sagen nicht, es gäbe keinen Gott; wir sagen, dass wir Gott zur Erklärung des Universums nicht benötigen ... Die Perspektive des Buches ist eine naturwissenschaftliche". Die vermeintliche perspektivische Beschränkung und Selbstbescheidenheit steht allerdings in krassem Gegensatz zu dem vollmundigen Anspruch der im ersten Buchkapitel erhoben wird: Hier will die Naturwissenschaft (als Nachfolgerin der verstorbenen Philosophie; S. 11) nicht weniger als "Antworten auf die Schöpfungsfrage geben" und "die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" beantworten - inklusive der Frage: "Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?" (S. 15) Von perspektivischer Beschränkung und Selbstbescheidenheit keine Spur! - hhp

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Religious leaders, scientists, respond to Hawking's 'no God' claim - Independent Catholic News

Die Seite stellt kritische Reaktionen auf Hawkings neues Buch zusammen. Im Zentrum steht die behauptete Selbstschöpfung des Universums aus Nichts. In dieses vermeintliche "Nichts" sei jedoch bei Hawking irgendwie die Gravitation involviert. Er erkläre also allenfalls, wie etwas aus etwas Bestehendem emergiere, nicht aber aus nichts. Entsprechend defizient sei das Gottesbild, dem Hawking die Schöpferkraft abspreche, das aber mit dem christlichen Gott nichts zu tun habe: "Gott ist nicht einfach eine weitere Kraft im Universum, neben Gravitation und Elektrizität." - hhp