Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Englisch | Schöpfung | Kosmologie | Hawking

Stephen Hawking's big bang gaps - guardian

"Ja, aber", sagt der renommierte Physiker Paul Davies zu Stephen Hawkings neuem Buch. Einerseits stimmte er Hawking zu in der Ablehnung einer Erklärungslücke "vor" dem Urknall, die dann von einem göttlichen Designer ausgefüllt wird. Zu Recht weist Davis darauf hin, dass dieser Lückenbüßergott nicht der Gott der modernen Theologie, ja auch nicht der Theologie eines Augustinus ist. Andererseits sieht Davies in der Multiversumstheorie, die er mit Hawking als favorisierte Sichtweise anerkennt, nicht die ultimative Allerklärung. Damit Multiversen entstehen können, muss es ewige, unveränderliche, transzendente "Meta-Gesetze" geben, die die Multiversen durchdringen. Die Meta-Gesetze erklären, bleiben aber selbst unerklärt. "In dieser Hinsicht haben die Meta-Gesetze einen ähnlichen Status wie ein unerklärter, transzendenter Gott" - so Davies - hhp

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Professor John Lennox: As a scientist I'm certain Stephen Hawking is wrong - Mail online

"Hawkings Behauptungen sind töricht!" Zu diesem Schluss komm der Mathematiker John Lennox, bekannter und in evangelikalen Kreisen gern zitierter Widerpart atheistischer Positionen. Er kritisiert v.a., dass Hawking vor die Alternative stellt, entweder auf Gott oder auf die Gesetze der Physik zu setzen, als stünden beide notwendig in Konflikt. Hawking verwechsle Gesetz und Agent - ein typischer Kategorienfehler. Genauso wenig setzen Newtons Bewegungsgesetze allein eine Billardkugel in Gang, dazu braucht es schon einen Spieler-Agenten. Die weitere Kritik macht sich an der vorausgesetzten Gravitation fest: Woher stammt diese? Für Lennox dagegen verstärkt die Schönheit der wissenschaftlichen Gesetze den Glauben an eine intelligente, kreative Macht - hhp

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Why God Did Not Create the Universe - The Wall Street Journal

Kernbestand der "soliden wissenschaftlichen Erklärung der Weltentstehung" ohne Gott ist in Stephen Hawkings Artikel das anthropische Prinzip, wonach es eines ganz besonderen Ortes im Sonnensystem bedurfte, damit Leben entstehen konnte; mehr noch: Es bedurfte einer ausgeklügelten Feinabstimmung des Universums. Wer hinter "ausgeklügelt" einen göttlichen Designer vermutet, wird aber enttäuscht. Die Feinabstimmung mag noch so unwahrscheinlich sein: Wenn es genügend Universen gibt (übrigens durch spontane Entstehung aus dem Nichts), wird die geeignete Feinabstimmung wahrscheinlich. Es bleiben Fragen an Hawking: Ist die Idee dieser Multiversen tatsächlich eine Konsequenz naturwissenschaftlicher Theorien oder eher eine Spekulation? Ist Hawkings "nichts", aus dem etwas spontan enstehen soll, identisch mit dem philosophisch-theologischen "nichts"? Schließlich: Dass Gott in der Kosmologie nicht vorkommt, verwundert kaum, sondern spiegelt nur den methodischen Verzicht der Naturwissenschaft - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Hawking | Kosmologie

Stephen Hawking: God did not create Universe - BBC News

"Es gibt keinen Platz für Gott in den Theorien über die Erschaffung des Universums" zitieren die BBC News Stephen Hawking zu seinem neuen Buch. Statt dessen setze Hawking auf spontane Selbsterzeugung. Gut, dass der kurze Beitrag mit dem Hinweis von Bischof Rayfield endet, Glaube und Gott stünden jenseits der Naturwissenschaft: Wissenschaft könne Gott weder beweisen noch widerlegen - hhp

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Stephen Hawking says universe not created by God - The Guardian

In seinem neuen Buch "The Grand Design", das am 9.9.10 veröffentlicht wird (Leseprobe lag heute The Times bei), stellt Stephen Hawking fest, dass Gott nicht für die Schaffung des Universums nötig gewesen sei, sondern die Naturgesetze wie die Schwerkraft, dafür gesorgt hätten, dass wir existieren. Er verweist auf die M-Theorie, die seiner Meinung nach die alles vereinende Theorie ist, auf die Einstein gehofft hatte. Die Tatsache, dass die Menschen nun so nah dran sind, die Gesetze, die uns und das Universum regulieren, zu verstehen, sei ein großer Triumph. Das neue Buch zeigt Hawkings veränderte Einstellung; Noch in seinem letzten Buch (Eine kurze Geschichte der Zeit, 1988) stellte er fest: "Warum existiert das Universum, warum existieren wir? Wenn wir die Antwort darauf finden, wäre das der ultimative Triumph des menschlichen Verstandes. Denn dann würden wir die Gedanken Gottes kennen!" - sh

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The Frozen Zoo aiming to bring endangered species back from the brink - The Observer / guardian.co.uk

Der "Frozen Zoo" ist eine Sammlung von Genproben von vom Aussterben bedrohter Tierarten, die der San Diego Zoo bereits 1972 zu sammeln begann. Damals steckte die Gentechnologie noch in den Kinderschuhen, aber man setzte große Hoffnungen auf die technologischen Entwicklungen der Zukunft. Bald könnten diese Hoffnungen Realität werden. Bereits Anfang Juli gelang der erste Schritt bei Gewebeproben einer stark vom Aussterben bedrohten Drillaffenart: die Umwandlung dieser Zellen in induzierte pluripotente Stammzellen (iPS), die im nächsten Schritt in Eizellen und Spermien weiterentwickelt werden müssen. Bei Proben anderer Tierarten gelang dieser erste Schritt noch nicht. Projektgegner befürchten eines Jurassic Park Szenarios, die Wiederbelebung bereits ausgestorbener Tierarten. Diese Befürchtungen hält Dr. Oliver Ryder, Vorsitzender des Frozen Zoo Programms, für völlig grundlos: für ihn zählt die Erhaltung von bedrohten Arten. Um ausgestorbene Spezies wiederzubeleben fehle die Motivation - sh

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Government funding for stem cell research blocked by US court - guardian.co.uk

In den USA sind Wissenschaftler in Aufruhr, da die staatliche Finanzierung von Forschungen mit embryonalen Stammzellen (die erst 2009 durch Obama wieder möglich gemacht wurde) von Amtsrichter Royce Lamberth in Frage gestellt wurde. Lamberth stützt sich auf die Dickey-Wicker Gesetzesänderung von 1995, die festlegt, dass keine Steuergelder für Forschungen ausgegeben werden dürfen, bei denen menschliche Embryonen zerstört oder gefährdet werden. Lamberths Urteil wird zwar höchstwahrscheinlich angefochten werden, es bestätigt jedoch Ängste, die es bereits im letzten Jahr gab, dass eine präsidiale Anordnung ein schwächerer Schutz der Finanzierung sei, als ein Gesetz, das vom Kongress verabschiedet wurde - sh