Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von sh | | Evolution | Kreationismus | Englisch

Migration is spreading creationism across Europe, claims academic - Guardian

Der britische Wissenschaftler Michael Reiss, Professor am Institut für Bildung in London, Anglikanischer Pastor und ehemaliger Direktor für Bildung der Royal Society ist davon überzeugt, dass Migration zu einem Anstieg von kreationistischen Überzeugungen in Europa führe und als ein aktuelles britisches und gesamteuropäisches Phänomen angesehen werden müsse. Verstärkt würden besonders junge Leute Evolution ablehnen, besonders wenn sie aus muslimischen oder fundamental-christlichen Elternhäusern kämen. Die Vorstellung, Evolution und Religion seien unvereinbar, sei nach wie vor weit verbreitet. Reiss musste im letzten Jahr seinen Posten als Direktor für Bildung der Royal Society aufgeben, nachdem er vorgeschlagen hatte, dass Kreationismus im Biologieunterricht diskutiert werden solle, wenn auch nur um zu beweisen, dass er keine wissenschaftliche Basis habe - sh

Erstellt von hhp | | Englisch | Schöpfung | Theologie | Kosmologie

Alien life is possible: Vatican - ABC News

Jose Gabriel Funes, Astronom und Leiter der Vatikanischen Sternwarte, hat eine fünftägige Konferenz mit 30 Astronomen, Physikern und Biologen geleitet. Das Thema der Konferenz, außerirdisches Leben, beinhalte zwar viele philosophische und theologische Implikate, der Hauptfokus lag aber auf der wissenschaftlichen Perspektive. Ziel war eine Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungen, aber auch eine Abschätzung, wann der entscheidende Durchbruch der Entdeckung außerirdischen Lebens zu erwarten ist. In den nächsten 10 Jahren - so der Konsens der Wissenschaftler - sei damit wohl zu rechnen; entweder durch Planetenmissionen innerhalb unseres Sonnensystems oder durch teleskopischen Beobachtungen. Freilich müsse - auch hinsichtlich der theologischen Herausforderung - unterschieden werden zwischen einfachen Lebensformen und intelligenten Wesen. Aber auch letzteren könne man theologisch positiv begegnen: "Jedes außerirdische Wesen würde sicherlich die Kreativität Gottes widerspiegeln." - hhp

Erstellt von sh | | Schule | Evolution | Englisch

A birthday present for Darwin - The Guardian

In seinem Kommentar zum Thema Evolution in Grundschulen stellt Andrew Copsor fest, dass dies nicht nur das ideale Geburtstaggeschenk für Darwin sei, sondern auch eine wichtige Waffe gegen die Ignoranz von ID. Es gibt laut Copsor zwei Gründe warum man ID bevorzuge: 1. religiöse Überzeugungen, die die Anerkennung der Beweise verbiete oder 2. Unwissenheit. In einer Gesellschaft, die so schwindend-religiös sein wie England, sei es unmöglich zu glauben, die meisten Leute, die Evolution nicht akzeptierten, seien von Ideologie statt von Ignoranz geleitet, deshalb sei Bildung das beste Mittel. Leider gebe es noch zwei weitere Faktoren, die das öffentliche Verständnis von Evolution behinderten. Zum einen sei die menschliche Neigung, nach einem Zweck zu suchen, hinderlich, zum anderen würden Kinder mit kreationistischen Vorstellungen bombardiert. Diesen Faktoren könne der neue Lehrplan nun früh entgegen treten und englische Schulen an die Spitze des Evolutionsunterrichts stellen - sh

Erstellt von sh | | Dawkins | Schule | Englisch | Evolution

Scientists win place for evolution in primary schools - The Guardian

In Großbritannien wird das Thema Evolution auf den Entwurf eines neuen Lehrplans für Grundschüler gesetzt werden, nachdem 25 Wissenschaftler – unter ihnen natürlich Richard Dawkins – ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht hatten, dass "eine der wichtigsten Vorstellungen, die der Biologie zugrunde liegt" in dem vorherigen Entwurf ignoriert wurde. Die Schulministerin Diana Johnson sagte, ursprünglich sein Evolution als Teil des Bereichs von Wissenschaft und Technik vorgesehen gewesen, im neuen Entwurf werde das Thema jetzt nun explizit erwähnt. Die Ergebnisse einer Beratung von Lehrern, Eltern, der Öffentlichkeit, Experten und anderen Interessierten zum Thema Evolution in der Grundschule werden bald veröffentlicht werden - sh

Erstellt von hhp | | Linkproblem | Englisch | Evolution | Anthropologie | Ardipithecus

San Clemente Company Plays Key Role in Search for Missing Link - San Clemente Times

Um der Frage nachzugehen, wann und warum der aufrechte Gang evolvierte, nutzte man eine "LifeModeler" Software, die bisher bei Hüft- und Knietransplantaten medizinischen Einsatz fand und komplizierte Bewegungen simulierte. Zusammen mit Owen Lovejoy speiste man das Programm mit dem Skelett von Ardipithecus ramidus, fügte Muskeln hinzu und simulierte die Bewegung Ardis. Die Kernfrage war, wie ein Fuß mit einem frei beweglichen großen Zeh Äste greifen und ebenso effizient laufen kann. In dieser Hinsicht erwies sich Ardi als echte Übergangsform. Die Ergebnisse sind übrigens im Discovery Channel ausführlich dokumentiert: http://dsc.discovery.com/tv/ardipithecus/ardipithecus.html - hhp

Erstellt von hhp | | Comfort: Origin | Darwin | Englisch | Wissenschaftstheorie | Intelligent Design | Kreationismus | Ardipithecus | Evolution

Scientist Genie Scott's Last Word to Creationist Ray Comfort: There You Go Again - God and Country

Scott ist aufgefallen, dass der vermeintlich ungekürzten Darwin-Ausgabe Comforts immer noch ein entscheidendes Diagramm und die Epigraphe von Bacon und Whewell fehlen. Scott hätte dabei ruhig erwähnen können, dass das Whewell-Zitat wohl nicht zufällig unterdrückt wird: Whewell nimmt an, "dass Ereignisse nicht durch isolierte Eingriffe einer göttlichen Macht verursacht werden, in jedem Einzelfall angewandt, sondern durch die Einrichtung allgemeiner Gesetze" - was so gar nicht in die kreationistische Denke passt. Den Einwand Comforts, die ständigen Revisionen der Wissenschaft mache diese unglaubwürdig, lässt Scott nicht gelten: "Die Fähigkeit, Erklärungen im Lichte neuer Informationen zu revidieren, ist eine Stärke, keine Schwäche der Wissenschaft". So auch im Falle Ardipithecus, dessen Fund zwar Details revidiere, aber einen gemeinsamen Vorfahre von Mensch und Schimpanse nicht bestreite. Auch als Kreationist könne man die Stärke der Evolutionstheorie anerkennen - siehe Todd Wood. - hhp

Erstellt von sh | | Schule | Umfrage | Evolution | Kreationismus | Englisch

Creationism, Minus a Young Earth, Emerges in the Islamic World - The New York Times

Kreationismus ist auch in der islamischen Welt auf dem Vormarsch, berichtet Kenneth Chang in diesem Artikel der NYT. Im Gegensatz zur christlichen Bewegung gibt es jedoch kaum Young-Earth Kreationisten, da der Koran zwar auch die Schöpfung der Welt in 6 Tagen beschreibt – allerdings mit dem Zusatz, dass ein Tag metaphorisch für tausend Jahre steht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Evolution komplett mit dem Islam vereinbar ist, denn die Evolution des Menschen lehnten viele Muslime ab. Die Debatte um Evolution gewinnt in vielen muslimischen Ländern durch bessere Bildung zunehmend an Bedeutung. Doch eine Umfrage des Evolution Education Research Centers der McGill University, Montreal ergab, dass die Akzeptanz von Evolution je nach Land und Schule stark variiert. Interessant ist dabei, dass besonders Muslime in westlichen Ländern zu den Young-Earth Kreationisten gehören, obwohl diese Bewegung eine fundamental-christliche ist - sh