Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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The evolution of intelligent design in Texas schools (pt. 2) - examiner.com

Die paradigmatischen Auseinandersetzungen um Intelligent Design (ID) in Texas gehen in eine neue Runde. Dem Kreationisten Don McLeroy folgt Gail Lowe als Vorsitzende des texanischen Bildungsausschusses. Kein Grund zur Freude: Sie ist ebenfalls ID-Protagonistin. Ihre Ernennung fällt zusammen mit einer Publikation von Stephen C. Meyer, Vize-Präsident der ID-Schmiede "Discovery Institute" und gleichzeitig umstrittendstes Mitglied im Beratungsgremium des Bildungsausschusses. Nach Meyer ist die Information der DNS ein Beweis für ID, da nur eine intelligente Kraft derartige Information produzieren könne. Der Trick besteht nun darin (typisch für ID), dass man empirisch und nicht religiös argumentiert, um in der scientific community mitzumischen und um die für den Unterricht an öffentlichen Schulen relevante Trennung von Kirche und Staat zu umgehen. In Lowes Ernennung und Meyers neuem Buch befürchtet der Autor einen Wendepunkt in der Evolution von ID in Texas Schulen - hhp

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Opinions on evolution from ten countries - NCSE

Gut, dass es auch noch andere Umfragen gibt, als die vom Discovery Institute beauftragte Zogby-Studie (siehe unten). Das National Center for Science Education berichtet von einer internationalen Befragung über Darwin, Akzeptanz der Evolutionstheorie und Haltungen zu Evolution und Glauben. Aus dem Haus der Auftraggeber, dmn British Council, begrüßte Fern Elsdon-Baker die breite Akzeptanz, dass Naturwissenschaft und Glaube nicht im Konflikt stehen müssen. Überzeugt von der Vereinbarkeit von Gottesglaube und Evolution waren in Indien 85%, in Mexiko 65% und in den USA 53%. Die Studie zeigt im Vergleich zur Zogby-Umfrage wie sehr die Validität der Zahlen von der Ausgewogenheit der Fragestellung abhängt - hhp

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New Zogby Poll Reveals Majority Support for Intelligent Design

Mit Freude hat das Discovery Institute, der Think Tank der Intelligent Design (ID) Bewegung, am 30. Juni 2009 die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, die offen zu legen scheint, dass die Mehrheit der US-Amerikaner auf der Seite des ID stehen und den Darwinismus eher skeptisch einschätzen. Unter "Aktuelles > Presseschau" habe ich die Umfrage genauer untersucht. Mein Eindruck: Die Fragen waren allesamt so manipulativ gestellt, dass das Ergebnis voraussagbar war. Scheinbar paradox: Man kann den geschickt gestellten Fragen eigentlich nur im Sinne des Discovery Institutes zustimmen, gleichzeitig aber mit guten Gründen dem "Intelligent Design" naturwissenschaftlich, weltanschaulich, theologisch und politisch eine klare Absage erteilen - hhp

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Paleontology and Creationism Meet but Don’t Mesh - The New York Times

In diesem NYT Artikel berichtet Mark Lyons über den ungewöhnlichen Ausflug von Geologen zum Creation Museum in Kentucky. Der Ausflug war Teil des Freizeitprogramms der Nordamerikanischen Paläontologentagung an der Uni von Cincinnati und ca. 70 Teilnehmer aus der ganzen Welt wollten sehen, wie Kreationisten Paläontologie und Evolution präsentieren. Am bemerkenswertesten und befremdlichsten fanden viele Teilnehmer die Erklärungen für das Alter der Erde und der Dinosaurier. Kreationisten haben zwar die gleichen Fossilien und Steine, kommen aber durch unterschiedliche Grundannahmen zu ganz anderen Antworten als die Paläontologen. Das Museum ist nicht nur innerhalb einer Tagesreise von 2/3 der US Bevölkerung zu erreichen, es ist auch in einem Gebiet, das Paläontologen aufgrund seiner vielen Fossilien im Gestein anzieht. Das Gestein wird auch die Cincinnatische Reihe genannt, die die Zeit von vor 451 – 443 Millionen Jahren widerspiegelt – eine Zeit, die es für Kreationisten nicht gibt - sh

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Richard Dawkins launches children's summer camp for atheists - Telegraph

Dawkins' neuste Idee, um gegen "christliche Verblendung" zu kämpfen ist ein atheistisches Ferienlager in Somerset, England. Zielgruppe des fünf-tägigen Camps sind Kinder im Alter von acht bis 17 Jahren, denen neben traditionellen Ferienlager-Aktivitäten wie Kanufahren, Schwimmen und Wandern auch Unterricht in Philosophie und rationalem Skeptizismus, sowie - natürlich - Evolutionsbiologie geboten wird. Dawkins sagt, er wolle Kinder ermutigen, skeptisch und rational selbst zu denken. Ein Sprecher der Anglikanischen Kirche kommentierte, durch die Nachahmung von Veranstaltungen, die religiöse Gruppen seit Jahren organisierten, lasse Dawkins Atheismus immer mehr wie die Sache erscheinen, gegen die er eigentlich kämpfe. Jeder, der sich jetzt für dieses Camp interessiert, wird enttäuscht sein: die 24 Plätze für das Ferienlager Ende Juli sind bereits alle vergeben. Aber keine Sorge: Richard Dawkins fällt bestimmt bald etwas Neues ein - sh

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At Creation Museum, Genesis Comes to Life - Washington Post

Ben Chapman nimmt den zweiten Geburtstag des Creation Museum in Petersburg, Kentucky zum Anlass, in der Washington Post exklusiv über seinen Besuch dort zu berichten. Besonders hat ihn anscheinend die Vermarktung der Idee beeindruckt, denn neben Eintrittspreisen informiert er auch über die Kosten eines digitalen Fotos inmitten der biblischen Flut oder unter Dinosauriern und von den zahlreichen anderen Souvenirmöglichkeiten. Natürlich berichtet er außerdem von seiner "Reise" durch die Ausstellung: vom Paradies über den Sündenfall bis zur Flut und weiter bis zu einem 28 minütigen Film über Jesus. Ein sehr erheiternder Artikel, nach dessen Lektüre man ein bisschen genauer weiß, ob man dieses Museum besuchen muss - sh

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Creationism and American schools - New York Times

Bei Lehrbüchern zur Evolutionstheorie spielt in den USA die Phrase "Stärken und Schwächen" bekanntlich eine heiß umkämpfte Rolle (s.u.). Die ursprünglich ganz normalen Wörter gehören inzwischen zum rhetorischen Arsenal der Kreationisten, die das Unterrichten der Evolutionstheorie damit unterminieren wollen. Was beim Schulbuch-Großkunden Texas über McLeroy (s.u.) umgesetzt wird, hat länderübergreifende Bedeutung, da die Verlage nur ungern verschiedene Versionen produzieren. Außerdem wurde bereits in einem halben Dutzend Staaten gesetzgeberisch versucht, in Klassen den Blick auf die "Stärken und Schwächen der Darwinschen Theorie" zu lenken - entsprechend einer Petition des Discovery Instituts, des Think Tank der Intelligent Design Bewegung. "Warum sollte man nicht Schwächen thematisieren?" fragt McLeroy. "Weil offene Fragen etwas anderes sind als vermeintliche Schwächen", antwortet die Gegenseite - hhp