Presseschau - englischsprachige Artikel

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Richard Dawkins: 'I am a secular Christian' - The Telegraph

Richard Dawkins, der weltweit bekannteste Atheist, sehnt sich nach Nostalgie, kirchlichen Traditionen und versteht sich als "säkularer Christ". Konkret glaubt er daran, dass Menschen ein bestimmter Lebensweg vorherbestimmt ist, der sie magnetisch anziehe. Rückblickend auf seinen eigenen Lebensweg (Anlass war die Vorstellung des ersten Bandes seiner Memoiren) räumt Dawkins ein, dass sein erster Bucherfolg mit "Das egoistische Gen" unglücklich betitelt wurde. Passender wäre "Das unsterbliche Gen" gewesen, um das Missverständnis zu vermeiden, dass Menschen egoistisch sind oder sein sollten. "Ich bedaure, dass diese Idee politisch ausgeschlachtet wurde". - hhp

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An Astronomer for God: William R. Stoeger (1943-2014) - ncse

Peter Hess würdigt den kürzlich verstorbenen Astronomen und Kosmologen William R. Stoeger SJ, der vehement die Annahme verworfen habe, als moderner Wissenschaftler könne man nur Atheist sein. Neben seinen astrophysikalischen Betätigungen habe Stoeger die Bedeutung zeitgenössischer Kosmologie für die Theologie stark gemacht. Kerngedanke dabei sei eine naturimmanente Gerichtetheit, die mit naturwissenschaftlichen Mitteln aus "der Emergenz physikalischer und biologischer Strukturen, von Komplexität, Leben und Geist" erkannt werden könne. Er grenze sich aber scharf vom "Intelligent Design" ab und sehe sich nicht veranlasst, teleologische Mechanismen oder eine "irreduzible Komplexität" anzunehmen. Für Stoeger seien die Naturgesetze eine der zentralen Weisen, durch die Gott im Universum wirke. Gott sei die Erstursache des Universums und der Schöpfer der Zweitursachen der Natur - derjenige, welcher "der Natur die kausale Fähigkeit zur biologischen Evolution des Lebens durch solche Prozesse wie Variation und natürliche Selektion" verleihe. - hhp

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Your atheism isn't going to keep your kids from believing in God - Vox

Jugendliche aus atheistischem Elternhaus, die zum Christentum konvertieren, sind nicht nur Figuren in TV-Serien, sondern auch im wahren Leben keine Seltenheit. Studien (2008) zufolge verblieben nur 46% konfessionell ungebunden erzogener Kinder auch als Erwachsene konfessionslos. Im Vergleich dazu bleiben 68% der Katholiken und 52% der Protestanten ihrer Religionszugehörigkeit treu. Religionen - so schließt der Autor - hätten es leichter, sich generationsübergreifend zu behaupten. Dieser Befund wird jedoch in doppelter Weise relativiert: Der Säkularismus gewinne - den obigen Zahlen zum Trotz - an Boden: Der Atheismus habe sich verdreifacht, der Agnostizismus verachtfacht, gute Chancen, dass sich die Bestandsrate der Konfessionslosen in der nächsten Generation erhöht. Das scheinen auch neuere Untersuchungen (2012), die der Autor als "update" anfügt, zu bestätigen. Nun liegt die Rate der Bestandserhaltung Konfessionsloser bei 53% bzw. bei einer weiteren Studie bei 66%, was der Rate von Gläubigen nahe kommt. - hhp

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'Big Bang' discovery may point to a creator - Baptist Press

Der Artikel beschreibt, wie die empirische Untermauerung der Urknalltheorie in der US-amerikanischen Kreationismus- und Intelligent-Design(ID)-Szene aufgenommen wurde. Während die Ablehnung der darwinschen Evolutionstheorie weitgehender Konsens ist, begegnet man der Urknallthese unterschiedlich. Der Wissenschaftshistoriker und -philosoph Bruce Gordon, Mitglied der ID-Hochburg Discovery Institute, würdigt die Entdeckungen zunächst als nobelpreisverdächtig. Aber auch wenn Alan Guth die "Inflation" eingeführt habe, um die Feinabstimmung des Universums ohne Rückgriff auf einen übernatürlichen Schöpfer erklären zu können, gelte nun: "Die kosmische Inflation macht selbst eine derartige Feinabstimmung erforderlich, dass sie ungewollt die Wahrscheinlichkeit der Schöpfung des Universums durch einen intelligenten Designer erhöht". Und auch ein oft mit der Inflation gekoppeltes Multiversum sei das Ergebnis von Feinabstimmung. Wie man sich auch drehe und wende: Es handle sich um Intelligent Design, und die theophoben Wissenschaftsmaterialisten hätten sich mit dieser Tatsache zu arrangieren. Die Neuentdeckungen seien darüber hinaus sogar mit einem Kreationismus verträglich, der eine junge Erde annimmt, es sei denn, man postuliere auch ein junges Universum. Genau dies aber behauptet "Answers in Genesis" im Rückgriff auf ein wortwörtliches Bibelverständnis. Die durch die neuen Entdeckungen vermeintlich gestützten Voraussagen seien schließlich modellabhängig und sähen in einem anderen Modell ganz anders aus. Auch wenn die Messungen bestätigt würden, könnten andere physikalische Mechanismen im Spiel sein als kosmische Inflation. Unabhängig von Stellung eines Gläubigen zum Alter des Universums, ist für den Physiker Bill Nettles die Entdeckung der Gravitationswellen ein Beweis dafür, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen wurde. Dass sich unser kreativer Geist derartige Modelle und Vorstellungen von Phänomenen machen kann, die Fingerabdrücke der frühen Schöpfung sind, zeichne unsere Sonderstellung gegenüber vormenschlichen Arten aus. - hhp

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Bang for the Buck: What the BICEP2 Consortium's Discovery Means - Evolution News and Views (ENV)

Die Website aus dem Dunstkreis des Discovery Institutes (Intelligent Design Protagonist) bezweifelt die Robustheit der kosmologischen Neuentdeckungen. Statt auf einen signifikanten Effekt zu warten, hätte das Forscherteam in aller Eile publiziert, um den Wettlauf mit der Konkurrenz zu gewinnen. "Nichts in diesem Papier erweckt Vertrauen in die Ergebnisse, vielmehr unterstreicht es die Hybris, die im Herzen der großen Wissenschaft des 21. Jahrhunderts herrscht". - hhp

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A Burning Obsession: Cosmos and its Metaphysical Baggage - ncse

Unter dem Titel "Der Kosmos: Eine Odyssee in der Raumzeit" feierte am 9. März eine 13-teilige Dokumentarserie ihre TV-Premiere. Als Neuauflage will die Serie an den Erfolg ihres in den 80er Jahren von Carl Sagan präsentierten Vorbilds anknüpfen und eine weit über Wissenschaftsfans hinausgehende Zielgruppe ansprechen. Auch für Peter Hess vom National Center for Science Education (NCSE) birgt die Neuauflage ein "enormes Potenzial, einer neuen Generation das Wunderbare und Wertvolle der Wissenschaft nahe zu bringen". Dennoch, von der ersten Sendung ist Hess - jenseits der fesselnden Videos über Sonnensystem und Galaxien - enttäuscht, da sie eine "ausgesprochen schlampige Wissenschaftsgeschichte und eine eigenartig antireligiöse Schlagseite" enthalte. Sie verschreibe sich dem antiquierten und undifferenzierten Konfliktmodell, in dem nur der Kampf der Kirche gegen die aufkeimende Wissenschaft thematisiert wird. So kommen nicht die katholischen und protestantischen Forscher zu Wort, sondern der wissenschaftlich eher unbedeutende Giordano Bruno und seine Ermordung. Ohne die Maßnahmen gegen Bruno zu rechtfertigen, stellt Hess aufgrund der theologischen (!) Anklagepunkte klar, dass "Bruno eindeutig kein Martyrer für die moderne Wissenschaft" war. Zusammenfassend hält Hess es für bedauernswert, dass der Serienstart "unkritisch eine falsche Erzählung über die Geschichte von Naturwissenschaft und Religion wiederholt". Von den verbleibenden Folgen erhofft sich Hess mehr Differenzierung. - hhp

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Nasa finds 715 new planets - the guardian

Die Zahl der Exoplaneten konnte dank einer neuen Analysemethode auf einen Schlag nahezu verdoppelt werden. Die 715 Neuentdeckungen enthalten auch 4 Planeten, die 2,5 mal so groß sind wie die Erde und sich wie diese in einem Abstand zu ihrem Mutterstern bewegen, der flüssiges Oberflächenwasser als Voraussetzung für Leben erlaube. Dies zeige, dass Planeten solcher Größenordnung in der Galaxie weit verbreitet sind. Die Entdeckungen gehen noch auf das inzwischen ausgefallene Raumteleskop Kepler zurück. Die Nasa entwickelt zusammen mit anderen ein Nachfolgeteleskop, um die Suche nach Planeten in habitablen Zonen fortzusetzen. - hhp