Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Atheismus | Englisch | Umfrage

Your atheism isn't going to keep your kids from believing in God - Vox

Jugendliche aus atheistischem Elternhaus, die zum Christentum konvertieren, sind nicht nur Figuren in TV-Serien, sondern auch im wahren Leben keine Seltenheit. Studien (2008) zufolge verblieben nur 46% konfessionell ungebunden erzogener Kinder auch als Erwachsene konfessionslos. Im Vergleich dazu bleiben 68% der Katholiken und 52% der Protestanten ihrer Religionszugehörigkeit treu. Religionen - so schließt der Autor - hätten es leichter, sich generationsübergreifend zu behaupten. Dieser Befund wird jedoch in doppelter Weise relativiert: Der Säkularismus gewinne - den obigen Zahlen zum Trotz - an Boden: Der Atheismus habe sich verdreifacht, der Agnostizismus verachtfacht, gute Chancen, dass sich die Bestandsrate der Konfessionslosen in der nächsten Generation erhöht. Das scheinen auch neuere Untersuchungen (2012), die der Autor als "update" anfügt, zu bestätigen. Nun liegt die Rate der Bestandserhaltung Konfessionsloser bei 53% bzw. bei einer weiteren Studie bei 66%, was der Rate von Gläubigen nahe kommt. - hhp

Erstellt von hhp | | Kreationismus | Dawkins | Atheismus | Englisch

The God decision - Aeon Magazine

Der Titel deutet es bereits an: Michael Ruse bezieht sich auf Richard Dawkins' "The God Delusion" (dt. Der Gotteswahn) und dessen steile Behauptung, dass religiöse Erziehung Kindesmissbrauch sei. Hiervon grenzt sich Ruse ausdrücklich ab, wenngleich er mit Dawkins die atheistische Weltanschauung teilt. Die eigene religiöse Sozialisation wertet Ruse als positiv, habe sie ihn doch zu selbstständigem Denken ermutigt und moralisch wie sozial vorbildlich geprägt. Dass er sich letztlich vom Glauben distanziert habe, beruhe auf guten Gründen, allen voran der Theodizeefrage. Gleichermaßen räumt er ein, dass auch Gläubige für ihre religiöse Einstellung gute Gründe ins Feld führen können, z. B. wenn es um die Frage gehe, warum überhaupt etwas existiere und nicht vielmehr nichts, oder warum es zu Bewusstsein und Empfindungsfähigkeit gekommen sei. Vor dem Hintergrund einer auf guten Gründen basierenden religiösen Option sei es für Eltern sogar eine moralische Verpflichtung, die eigenen Kinder religiös zu erziehen. Anders sehe es aber bei religiösem Fundamentalismus oder Religionsformen aus, die allgemein anerkannte (z. B. wissenschaftliche) Erkenntnisse nicht akzeptierten und die sich deshalb nicht auf "gute Gründe" berufen könnten. In dieser Form zu erziehen, hält Ruse nicht für tolerabel. - hhp

Erstellt von pts | | Deutsch | Neuer Atheismus | Theologie | Religionspsychologie | Atheismus

Zwei wie Pech und Schwefel - The European

Das Auftreten eines neuen, kämpferischen Atheismus in jüngster Zeit interpretiert Detlef Pollak, Professor für Religionssoziologie, als Reaktion auf die in den Medien viel beschworenen Rückkehr der Religion. Zugleich stellt er jedoch fest, dass beide Phänomene – der neue Atheismus und die Rückkehr der Religion – empirisch gesehen in der Gesellschaft keine breite Verankerung haben. Deshalb brauche man eine Erlösung weder vom einen noch vom anderen der beiden Phänomene. Vielmehr sei man – besonders in Deutschland – aufgrund der Erfahrungen mit totalitären Ideologien skeptisch gegenüber jeder Form von fanatischer, welterlösender und welterklärender Heilslehre. Die Werte der Toleranz und der Akzeptanz fremder Lebensformen und Glaubensvorstellungen fänden immer größere Zustimmung. Im Hinblick auf die neuen Formen des Atheismus schließt Pollak deshalb, ein Atheismus, der Anerkennung erlangen wolle, müsste zunächst Respekt vor den kulturellen Leistungen der Religionen aufbringen - pts