Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Neurotheologie

Großhirn-Voodoo - Spiegel 18/2011

Egal, ob Mutterliebe, Trennungsschmerz, Gottesglaube: Über alles gibt der funktionelle Kernspin angeblich Auskunft. Nun regen sich Zweifel: Wie groß ist die Aussagekraft der Hirnscans wirklich? Wie beim Lautstärkeregler eines Radios kann ein Forscher bei der Auswertung der Versuchsdaten die Signifikanzgrenzen nach oben oder unten regeln und so bunte Flecken entstehen und wieder verschwinden lassen: ein hoch subjektiver Vorgang. Die fertigen Hirnscans sind von einem naturalistischen Abbild der Wirklichkeit also weit entfernt. Wie viel die hochartifiziellen Rechenkonstrukte am Ende noch mit der untersuchten Fragestellung zu tun haben, wird von vielen Forschern deutlich überschätzt. Die Kritiker wollen die Methode allerdings keineswegs ächten, sondern dringen nur darauf, sie zu verbessern. Das tut wohl Not, zur Aussagekraft über den Glauben der Probanden habe ich jedoch grundsätzliche Zweifel. - al

Erstellt von hhp | | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie | Deutsch | Hirnforschung | Neurotheologie

Großhirn-Voodoo - Spiegel online

Mit großer Euphorie wurde die Kernspintomografie (fMRT) auch auf die großen menschlichen Fragen angesetzt: Von der Willensfreiheit bis zum Gottesglauben erwartete man Auskunft durch Hirnscans. Nun nötigen neuere Forschungen zu größerer Bescheidenheit bei der Interpretation der Daten. Allzu leicht wurde ein Hirnscan als Abbild der Wirklichkeit missverstanden. Dabei habe das fMRT-Bild nur sehr mittelbar mit Hirnaktivität zu tun und die Festsetzung der Grenze, jenseits derer sich die Signale signifikant vom Ruhezustand unterscheiden, sei ein "hoch subjektiver Vorgang". Die Forscher wollen dabei die Methode nicht abschaffen, sondern verbessern und vor allzu vollmundigen Deutungen warnen. Ein gutes Beispiel für das Verhältnis von harten naturwissenschaftlichen Facts und daraus abgeleiteten Interpretationen - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Marc Hauser: Fehlender Zweifel - Zeit online

Ein Forscher, starke Thesen, viele Affen und endlich ein Beweis [Text automatisch generiert]. Der Artikel geht vordergründig über die mögliche Empathie von Primaten, hintergründig aber um Wissenschaftsethos. Auch wenn sich die Thesen des Evolutionspsychologen Marc Hauser als richtig herausstellen sollten, so habe dieser offenbar Experimente und Daten manipuliert, um einer denkbaren Falsifikation zu entgehen. Der gebotene methodische Zweifel sei ignoriert worden - daher der Titel des Artikels - hhp