Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | PID | Bioethik | Deutsch

Designer-Baby: Sein Name sei Hoffnung - Medizin - Wissen - FAZ.NET

In Frankreich wurde ein Kind geboren, das einem oder besser noch beiden seiner beiden älteren Geschwistern, die an einer genetischen Blutkrankheit leiden, das Leben retten soll. Das Baby wurde in vitro gezeugt und hat von den Eltern den Namen „Unsere Hoffnung“. bekommen. Der Vorsteher der französischen Bischofskonferenz spricht kritisch von der „Instrumentalisierung des Menschen im Dienste eines anderen Menschen“. Genetiker Axel Kahn, Mitglied der französischen Ethikkommission, die das Vorgehen und die dazu nötige PID erlaubt hat, spielt dagegen die Tragweite der Premiere herunter. Der zuständige Arzt René Frydman verwirft den Begriff des „Medikamenten-Babys“ und schwärmt vom Kinderwunsch der Eltern, die beide nach der künstlichen Befruchtung vorhandenen Embroys einpflanzen liessen. Dabei vertrauten sie auf den Zufall, denn nur einer war für die vorgesehene Transplantation kompatibel. Zum Glück hat sich der "richtige" Embryo durchgesetzt. - al

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch

Biobanken: Auf diese Revolution haben wir gewartet - Medizin - Wissen - FAZ.NET

Der Direktor am DKFZ in Heidelberg, Christof von Kalle, weist darauf hin, dass sie in ein bis zwei Jahren soweit sind, die kompletten Genome von 500 Patienten im Jahr für Therapieentscheidungen sequenzieren zu können. Das individuelle Genom, entschlüsselt bis auf wenige Details, wird zur Planungsgrundlage für die Ärzte. Die Krebsmedizin zeigt: Es gibt ihn, den gewaltigen Fortschritt, doch wie schnell er sich vom Labor an die Klinikbetten vorarbeitet, wann vor allem die Patienten in großer Zahl einen Nutzen davon haben und wann letzten Endes das Gesundheitssystem ökonomisch davon profitiert, das zeichnet sich erst in Umrissen ab. Zum Glück arbeitet man bereits an einem Datenschutzkonzept für die Onkologie. Der Deutsche Ethikrat hat sich vor einigen Monaten für ein neues Gesetz ausgesprochen, das die Kontrolle und Qualitätssicherung von tausenden Biobanken hierzulande sicherstellen soll. Hoffen wir, dass die Politik der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hinterherkommt. - al

Erstellt von hhp | | Hirnforschung | Neurotheologie | Deutsch | Theologie | Anthropologie

Spiritualität - Moderne Sinnsuche - Gehirn und Geist

Der Religionspädagoge Anton A. Bucher belegt anhand neuerer, z. T. eigener Umfragen und neurowissenschaftlichen Studien (inkl. Kritik an Persingers "Gotteshelm"), dass auch in einer zunehmend säkularer werdenden Gesellschaft spirituelle Bedürfnisse und Erfahrungen verbreitet sind. Die Attraktivität der traditionellen Kirchen geht bei dieser "modernen Sinnsuche" allerdings zurück. Buchers These: "Ob Menschen in die Kirche gehen, hängt wohl stärker davon ab, wie sie erzogen wurden; ob ihnen spirituelle Erfahrungen zugänglich sind, scheint dagegen eher genetisch determiniert zu sein" - hhp