Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch

Biobanken: Auf diese Revolution haben wir gewartet - Medizin - Wissen - FAZ.NET

Der Direktor am DKFZ in Heidelberg, Christof von Kalle, weist darauf hin, dass sie in ein bis zwei Jahren soweit sind, die kompletten Genome von 500 Patienten im Jahr für Therapieentscheidungen sequenzieren zu können. Das individuelle Genom, entschlüsselt bis auf wenige Details, wird zur Planungsgrundlage für die Ärzte. Die Krebsmedizin zeigt: Es gibt ihn, den gewaltigen Fortschritt, doch wie schnell er sich vom Labor an die Klinikbetten vorarbeitet, wann vor allem die Patienten in großer Zahl einen Nutzen davon haben und wann letzten Endes das Gesundheitssystem ökonomisch davon profitiert, das zeichnet sich erst in Umrissen ab. Zum Glück arbeitet man bereits an einem Datenschutzkonzept für die Onkologie. Der Deutsche Ethikrat hat sich vor einigen Monaten für ein neues Gesetz ausgesprochen, das die Kontrolle und Qualitätssicherung von tausenden Biobanken hierzulande sicherstellen soll. Hoffen wir, dass die Politik der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hinterherkommt. - al

Erstellt von hhp | | Hirnforschung | Neurotheologie | Deutsch | Theologie | Anthropologie

Spiritualität - Moderne Sinnsuche - Gehirn und Geist

Der Religionspädagoge Anton A. Bucher belegt anhand neuerer, z. T. eigener Umfragen und neurowissenschaftlichen Studien (inkl. Kritik an Persingers "Gotteshelm"), dass auch in einer zunehmend säkularer werdenden Gesellschaft spirituelle Bedürfnisse und Erfahrungen verbreitet sind. Die Attraktivität der traditionellen Kirchen geht bei dieser "modernen Sinnsuche" allerdings zurück. Buchers These: "Ob Menschen in die Kirche gehen, hängt wohl stärker davon ab, wie sie erzogen wurden; ob ihnen spirituelle Erfahrungen zugänglich sind, scheint dagegen eher genetisch determiniert zu sein" - hhp

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch

Medizinethik: Drum prüfe, wer sich bindet - ZEIT Nr. 6 S. 33

Neuartige Gentests sollen Paaren die Angst nehmen, ihre Kinder könnten mit schweren Erbkrankheiten zur Welt kommen. Eine medizinische Revolution, ethisch umstritten. Der Plan ist heikel, weil damit gleichzeitig das Erbgut auf Hunderte Defekte abgeklopft wird. Und weil der Test radikal früh vorgenommen werden soll – noch vor der Empfängnis. Interessierten Paaren würde dann schon vor der Zeugung die Gefahr in ihren Erbanlagen vor Augen geführt. In mehrfacher Hinsicht steckt in dem Unterfangen soziale Brisanz. Ist die Gesellschaft reif für so viel biologische Selbsterkenntnis? Sind die Bürger gewillt, soziale Folgekosten der Durchleuchtung zu akzeptieren? Es zeige sich, so der Autor: Im Streit über die Anwendung der PID wird um das Gestern gerungen. Auch das 2010 frisch in Kraft getretene Gendiagnostikgesetz regele demnächst nur noch die Vergangenheit – den Umgang mit Tests für einzelne Gene. In der Tat müssen diese neueren Entwicklungen in der Diskussion berücksichtigt werden. - al