Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Astronomie | Physik

The vastness of the Universe

Die Dimensionen des Universums Dieser Film ist schon einige Jahre alt und doch immer wieder ein Erlebnis: er macht anschaulich, worüber wir reden, wenn wir zugleich von dem ganz Großen der Physik, dem expandierenden Universum und dem ganz Kleinen, den Elementarteilchen reden. Nun hat sich seit 1977, der Entstehungszeit des Films einiges verändert. Dennoch macht der Film deutlich, wie weit die Dimensionen der physikalischen Forschung über die Erfahrungswelt von uns Zweibeiner hinaus gehen.... - fv

Erstellt von fv | | Deutsch | Geschichte | Vatikan

Das meistzensierte Buch des Vatikan war die Bibel

Der Index verbotener Bücher des Vatikan und die Naturwissenschaften - überraschende neue Einsichten Neue und erweiterte Forschungen sind bezüglich eines der schwierigsten Kapitel der kirchlichen Vergangenheit durchgeführt worden, eine u.a. von der DFG finanzierte Forschergruppe hat den Index librorum prohibitorum, den Index, auf dem vom Vatikan verbotene Bücher landeten, genauer untersucht. So wenig nachvollziehbar es ist, dass man überhaupt versuchte, die Verbreitung von Büchern zu verhindern, so erstaunlich sind aber die Erkenntnisse darüber, was verboten wurde. Anbei ein Interview mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf, der die Bestände gesichtet hat. Das Fazit: Es sind nur wenige naturwissenschaftlichen Bücher (allerdings eine wichtige Schrift von Galilei, der Dialog über die zwei wichtigsten Weltsysteme) auf dem Index gelandet, aber sehr viele Bücher alternativer Deutungsweisen, vor allem der Esoterik etc. Das heißt, auf dem Index landeten eher die Konkurrenzprodukte der aufkommenden Naturwissenschaften. (Sicherlich eine eher eine ungewollte Unterstützung...) Das ist aber eine gewichtige weitere Relativierung der Vorstellung, zwischen Kirche und Naturwissenschaften habe es eine klare Gegnerschaft gegeben. Ebenfalls erstaunlich: Das meistzensierte Buch war die Bibel - nämlich in der Form nicht autorisierter Übersetzungen. Und der berühmte Katholik Erasmus von Rotterdam war mit seinem ganzen Lebenswerk auf dem Index. - Lässt das eine Vermutung zu: Der Index diente eher dazu, "die eigenen Reihen geschlossen zu halten", weniger dazu, sich mit expliziten Abweichlern zu beschäftigen? Das heißt, der Index war kein Instrument der Stärke sondern von Beginn an (16. Jahrhundert) ein Instrument der Schwäche, in dem vergeblichen Versuch, sich gegen eine neue Technologie der Meinungsverbreitung, dem Buchdruck zu wehren! - fv

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Bioethik | Wissenschaftsgeschichte

Monströs vereinfacht

Die Erschaffung Frankensteins gilt als monströses Unterfangen und abschreckendes Beispiel. Tatsächlich ist "Frankenstein" der Name des Schöpfers und nicht seines mythsichen Geschöpfes. Der Artikel rekapituliert Rezeption und Entstehungsgeschichte der Romanvorlage im naturgeschichtlichen Zusammenhang und aktualisiert die Fragestellung anhand der Notwendigkeit moderner Technikfolgenabschätzung. Mit Bruno Latour resümiert der Artikel, um unsere Technologie müssten wir uns kümmern wie um unsere Kinder: einsehen, dass sie nicht perfekt sein können, dass sie immer wieder Probleme machen werden - und dass wir sie dabei begleiten müssen. Alles andere wäre eben "monströs vereinfacht". - al