Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Astronomie | Einstein | Physik | Kosmologie | Quantenphysik

Warum gibt es etwas und nicht nichts?

Die große Titelfrage treibt nicht nur Philosophen, sondern auch Physiker um. Denn eigentlich dürften wir gar nicht existieren, Materie und Antimaterie hätten sich nach dem Urknall gegenseitig auslöschen müssen. Dennoch gibt es unsere Welt und die Physiker suchen in ihr nach der verlorenen Antimaterie. Die einen versuchen (so z.B. am CERN), Antiteilchen zu erzeugen,die anderen Suchen nach Antimaterieclustern in der Tiefe des Alls und dritte suchen nach möglichen Unterschieden von Materie und Antimaterie. Ein interessanter Überblick über die (Anti)Materie. - al

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | Biologie | Crispr | Bilder | Deismus

Eine Frau, ihre Entdeckung und wie sie die Welt verändert

Die Mikrobe Streptococcus pyogenes verfügt über ein einzigartiges Werkzeug zur Selbstverteidigung. Sein Werkzeug ist eine Art intelligentes biologisches Skalpell für Präzisionsoperationen am Erbgut. Damit setzt sich das Bakterium gegen die Angriffe von Viren zur Wehr. Mediziner hoffen nun, mithilfe dieser Methode bald HIV-Infektionen heilen zu können, Leukämie und Erbkrankheiten. Genetiker schaffen damit bereits Pflanzen, die bislang niemand kannte. Die Technik weckt große Hoffnungen: Fehler im Genom aller denkbaren Lebewesen können womöglich künftig wegkorrigiert, ausgelöscht werden – wie vertippte Buchstaben in einem Textdokument. Die Frau, die den Anlass für solche Hoffnungen gab, heisst Emmanuelle Charpentier. Sie hat dem Scharlachbakterium sein Geheimnis entrissen. Sein Abwehrsystem nutzt ein molekülkleines Instrument, das aus einem Sucher und einer Art Schere besteht. Die englische Abkürzung für dieses Abwehrsystem lautet Crispr/Cas9, meist kurz: Crispr. Selten hat etwas die Biomedizin so umgekrempelt wie diese Genchirurgie. Die Erfindung der Genschere ist der dritte große Schritt, das Geheimnis der belebten Natur zu lüften. Aussätzige heilen und Gelähmte aufstehen lassen – das gibt es in der Bibel. Heute wenden sich Patienten direkt an Forscher wie Emmanuelle Charpentier. Wie tief darf die Genschere ins menschliche Erbgut einschneiden? Soll der Mensch seinen genetischen Code auch auf Dauer verändern? Droht der Homo crispr? Auch den Deutschen Ethikrat treibt das um. - al

Erstellt von fv | | Anthropologie | Bioethik | Deutsch

Es war einmal ein Mensch

Erneute Diskussion um den Schutz menschlicher Embryonen? Ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung fordert eine erneute Diskussion um die Schutzwürdigkeit menschlicher Embryonen in Deutschland. Im Hintergrund stehen neue Möglichkeiten, "genchirurgisch" in die embryonale Entwicklung einzugreifen und gegebenenfalls erbliche Krankheiten zu bearbeiten. Um dies erforschen zu können, sei es wichtig, erneut intensiver an Embryonen zu forschen. Der Deutsche Ethikrat will sich in der kommenden Woche mit dem Thema befassen. Die Autorin des Beitrags zielt offenkundig darauf, dass die Embryonen vor der Nidation (Einnistung in der Gebärmutter) frei gegeben wird. Eine solche Regelung wäre ohne Zweifel anders, aber wäre sie klarer? Die Autorin stellt Widersprüche zum Abtreibungsrecht heraus. Das stimmt, aber diese Widersprüche blieben auch, wenn man die Schutzwürdigkeit um 5 oder 6 Tage verschiebt (Nidation). Wahrscheinlich werden wir mit Widersprüchen leben müssen, weil es keine Eindeutigkeiten in diesem Feld gibt! Die Frage ist nur, welche Widersprüche uns erträglich erscheinen.... - fv