Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Anthropologie | Neuer Atheismus | Dawkins | Soziobiologie

Altruismus: Die Gene des Guten - Wissen - ZEIT ONLINE

Erstaunlich, was Autor S. Klein in diesem "Streitgespräch" R. Dawkins entlockt hat. Dessen Bekenntnis "Jesus war ein guter Mann" erinnert nicht entfernt mehr an das, was er im "Gotteswahn" vertreten hat. Dort bezichtigte er Jesus noch, er sei "ein Anhänger der gleichen Gruppenmoral - in Verbindung mit Feindseligkeit gegenüber Außenstehenden -, die im AT als selbstverständlich vorausgesetzt wird" (357). Jetzt erkennt er plöztlich die Feindesliebe an und lässt sich hinreißen: "Jesus war supernett". Dies sei freilich "aus Sicht der Evolution völlig bescheuert", wiewohl erstrebenswert. Das zeigt im Umkehrschluss natürlich (ohne dass dies erwähnt wird), dass sich humane Ethik kaum evolutionstheoretisch begründen lässt. Sofern Dawkins nur die Gesetze Darwins (aner-)kennt, die auch kulturell wirken, kann er sich nur wundern: "Das macht es umso erstaunlicher, dass einige Menschen zur Supernettigkeit fähig sind". Vielleicht wirken ja neben den darwinschen auch andere Kräfte in der Kultur? - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Wissenschaftstheorie | Hawking | Dawkins | Darwin

Science, belief and the question of proof - ABC Religion & Ethics - Opinion

Alister McGrath, ehemaliger Atheist, jetzt Theologe und bekannter Kritiker Richard Dawkins', hinterfragt die Beweiskraft der modernen Wissenschaft, die von militanten Atheisten wie Dawkins gern gegen den Glauben und dessen vermeintlich "totale Abwesenheit unterstützender Evidenzen" ins Feld geführt wird. Wie stark sind denn demgegenüber die "wissenschaftlichen Beweise"? Streng genommen könne man von Beweisen nur in der Logik und Mathematik sprechen. Sicher gebe es Sachverhalte, die bewiesen sind, wie die Formel für Wasser etc. Aber auf die großen wissenschaftlichen Fragen wie die nach dem Ursprung des Universums oder einer Großen vereinigten Theorie mag es gute, aber keine letzten Antworten geben. So gibt es bei der Entscheidung für ein Universum oder Multiversum durchaus keine zwingende Evidenz, und Hawking mag an seine Theorie glauben, aber das sei "Lichtjahre von dem simplistischen Slogan 'Wissenschaft hat Gott widerlegt' entfernt". Darwin war da wissenschaftstheoretisch weiter - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Wissenschaftstheorie | Physik | Kosmologie | Hawking

Warum Stephen Hawking Gott für überflüssig hält - Der Tagesspiegel

Das Spezifische dieses Beitrags von Th. de Padova ist der Vergleich Hawking / Penrose, die beide über schwarze Löcher geforscht die heutige Deutung der Relativitätstheorie geprägt haben. Unterschiede zwischen beiden gehen von der Deutung der Quantenphysik aus und zeigen sich auch in der Bewertung der sog. M-Theorie, Hawkings Kanditat für die 'Weltformel' und die Überflüssigkeit Gottes. Penrose kann diesem Anspruch jedoch nicht folgen: "Für die M-Theorie gibt es bisher überhaupt keine Stütze durch Beobachtung", so zitiert de Padova Penrose. Darüber hinaus zweifelt de Padova daran, dass die M-Theorie selbst den Hawking-eigenen Kriterien für ein gutes Modell genügen kann - hhp