Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution

Lehr-Video zum Thema Evolution auf YouTube veröffentlicht - darwin-jahr.de

Das Evo-Magazin bewirbt hier ein "Lehr-Video" des Kasseler Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera; eine populäre Variante seines Buches "Tatsache Evolution". Das Video trete "wissenschaftlich fundiert" gegen landläufige Missverständnisse an. Zusammen mit dem zu erwartenden Folgevideo ist der Gegner klar im Visier: der Kreationismus, dem man das Feld auf Youtube nicht konkurrenzlos überlassen möchte. Dass aber "das Thema 'Evolution' auf YouTube praktisch vollständig von laienhaften Darstellungen fundamentalistischer Christen besetzt" ist, halte ich für reichlich überzogen. Der Suchbegriff "Evolution" liefert an prominenter Stelle Produktionen von Phoenix und ZDF (z. B. J. Bublaths Reportage gegen den Kreationismus) - unverdächtig und gut gemacht. Im Vergleich dazu wirkt die Kutschera Produktion reichlich hölzern. Aber: Hier wird authentisch - wenn auch unkritisch - Evolution aus dem Mund eines der bekanntesten deutschen Evolutionsbiologen nahe gebracht - hhp

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | Sterbehilfe

Dem Schutz des Daseins verpflichtet - ZEIT ONLINE

Das Zulassen des Sterbens Schwerstkranker mit dem Beistand zum Sterbeverlangen gleichzusetzen, wie de Ridder es tue, ist ein Fehler, so der Verfasser des Artikels Eckhard Nagel, eine prominente evangelische Stimme. Die ärztliche Beihilfe zum Suizid ist keine menschliche Zuwendung. Dies zu verwechseln hätte dramatische Konsequenzen. Es handelt sich nicht nur um etwas graduell anderes, sondern um etwas vollständig anderes: Es geht um die Übernahme der Verantwortung für den Tod eines Menschen. Ein Suizid bleibt ein Widerspruch zum Leben. Zwar ist niemand wirklich in der Lage, die Gründe zu erkennen und zu bewerten, die zu einer Selbsttötung führen. Insofern verbietet es sich, moralisch darüber zu richten oder gar einen Versuch strafrechtlich zu verfolgen. Aber davon abzuleiten, eine Selbsttötung könne zu einem Akt der Selbstbehauptung werden, entspricht nicht der Kapitulation vor einer übermächtigen Krankheit, sondern der Kapitulation vor der menschlichen Existenz. - al

Erstellt von al | | Bioethik | Deutsch | Sterbehilfe

Palliativmedizin: Letzte Hilfe - ZEIT ONLINE

Michael de Ridder plädiert für die ärztliche Beihilfe zum Suizid. Auch Patienten, deren Leiden mit konventionellen medizinischen Mitteln offensichtlich nicht beizukommen sei, hätten ein moralisches Anrecht auf angemessene Hilfe. Und in seltenen Fällen wäre die angemessene Hilfe eben die Hilfe zum Sterben, so der Verfasser. Auch die Denkschrift der EKD gestehe den Ärzten bei der Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls eines ärztlich assistierten Suizids einen »Verantwortungs- und Handlungsspielraum« zu, ähnlich formuliere ein gemeinsames Hirtenschreiben der Bischöfe von Freiburg, Strasbourg und Basel. Fazit: Palliativmedizin und ärztlich assistierter Suizid verhalten sich komplementär zueinander, wenn nicht gar der ärztlich assistierte Suizid zu einer äußersten Maßnahme palliativer Medizin werden könne. Das Beispiel von Oregon zeige, dass Dammbruchargumente zudem unangebracht seien. - al