Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Bioethik | Sterbehilfe | Deutsch

Wer helfen will, kann das tun - Spiegel Nr. 29/2010

In einem Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, geht es um deren Umfrage, nach der sich 37 Prozent aller Mediziner vorstellen können, Patienten beim Suizid zu assistieren. Für jeden vierten Arzt käme sogar aktive Sterbehilfe in Frage. Man darf dabei nicht vergessen, dass diese nach wie vor strafrechtlich verboten ist. Über den Satz "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos" wird in der Ärzteeschaft derzeit jedoch intensiv diskutiert. Angesichts dessen, dass sich auch innerhalb der evangelischen Kirche Stimmen für eine Akzeptanz gegenüber der Suizidbeihilfe regen, ist dies zu begrüßen. Berechtigt ist allerdings auch Hoppes Ablehnung der aktiven Sterbehilfe und seine Furcht vor einer Diskussion über lebensunwertes Leben. - al

Erstellt von hhp | | Bioethik | Deutsch | PID

Peter Liese: Bundestag muss PID klar verbieten - Gesundheit adhoc - Nachrichten

MdEP Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Bioethik der EVP/Christdemokraten im Europäischen Parlament, fordert, "dass der Deutsche Bundestag so schnell wie möglich ein Verbot der PID erlässt". Beim BGH-Urteil (siehe Pressemitteilung) erschrecke ihn die Analogie zwischen Samenzell- und Embryonenauswahl, die den Unterschied zwischen Zellen vor und nach der Befruchtung verkenne. Zudem spreche der Vergleich mit dem europäischen Ausland gegen PID: Zum einen führten Schwangerschaften nach PID dort häufiger zu Abtreibungen als beim Bevölkerungsdurchschnitt, zum anderen erweise sich dort eine Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen als unrealistisch. Überall dort, wo PID zugelassen sei, werden auch spätmanifeste Krankheiten diagnostiziert. Liese widerspricht damit dem Zeit-Artikel von Martin Spiewak ("Retorten-Embryonen" vom 8.7.), für den die bisherige Entwicklung im Ausland der Selektion und Diskriminierung Behinderter keinen Vorschub leiste - hhp

Erstellt von al | | Hirnforschung | Neurotheologie | Deutsch

Hirnforschung: Unterm Mystikhelm - ZEIT Nr. 29 S.54

Hirnforscher erkunden die Wirkung religiöser Überzeugungen auf Körper und Psyche. Religiöses Erleben ist demnach keine zwingende Reaktion des Gehirns auf bestimmte Reize, Rituale oder Meditationstechniken, sondern hängt entscheidend vom sozialen Kontext und von der persönlichen Einstellung eines Gläubigen ab. Das bedeutet auch, dass das Phänomen religiöser Erfahrungen nicht unabhängig vom jeweiligen Glauben erforscht werden kann. Die Wissenschaft führt am Ende zu der Einsicht, dass die Realität des Religiösen vorrangig geistiger Natur ist. Es zeige auch, so der Verfasser Ulrich Schnabel: Ob Begriffe wie Gott, Buddha oder Allah für uns eine Relevanz entwickeln und wirksam werden, hänge allein von uns selbst ab. Die Frage, ob sie nun »tatsächlich« existieren oder sich beweisen lassen, sei dabei zweitrangig, wenn nicht gar irrelevant. Das halte ich allerdings für einen Trugschluss; für den Glaubenden ist dies sicher von grossem Interesse, denn sonst würde er nicht glauben können. - al