Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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PID-Grundsatzurteil: Koalition streitet um Gentests an Embryonen - SPIEGEL ONLINE

Der Artikel sammelt Kommentare aus der Koalition zum BGH-Urteil über PID. Familienministerin Schröder (CDU) sagte, für sie wäre es ein Widerspruch, einem Paar die PID zu verbieten, Spätabtreibungen aber bis zum 9. Monat unter bestimmten Umständen zuzulassen. Andere CDU-Mitglieder gaben dagegen bekannt, hohe Abtreibungszahlen seien keine Rechtfertigung zu einem weiteren Abbau des Lebenssschutzes. Ähnlich argumentierten Staatsministerin Böhmer und der bayerische Gesundheitsminister Söder: "Wir brauchen rasch eine Gesetzesänderung, um klar zu stellen, dass die PID nicht zur Selektion führt". Bundesforschungsministerin Schavan will zunächst den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme zu dem BGH-Urteil bitten. Gegen ein generelles Verbot wendet sich Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger: "Wir können doch nicht vorschreiben, dass Embryonen ohne Untersuchung mit schweren Schäden eingepflanzt werden, die dann später zu einem erlaubten Schwangerschaftsabbruch berechtigen." - al

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Bundesgerichtshof-Urteil: Konservative wollen Gen-Selektion von Embryonen verbieten -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Wie der Titel offen legt, nimmt der Spiegelbeitrag "Konservative" aufs Korn, die sich gegen die PID aussprechen. Dagegen stellt der Artikel die "Erfolgs"liste der PID-Befürworter, u.a. die britische Selektion von Trägern eines Gens, das die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs erhöht, sowie die Heilung eines spanischen Kindes durch den PID-selektierten Bruder. Dagegen wiederum argumentiert Uwe-Jürgen Ness auf seiner Homepage: "Eine Bewusstseinsbildung in dem Sinne, dass ein Mensch mit Behinderungen oder mit einer potentiell genetisch verursachten Krankheit, wie etwa Krebs, besser gar nicht zur Welt gekommen wäre, läuft einer humanen Gesellschaft zuwider." Ness ist ehem. Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Gen- und Reproduktionstechnologien bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN jetzt bei der LINKEN. Merke: Nicht nur die Konservativen sind gegen PID! - hhp

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Retorten-Embryonen: Prüfung am Beginn des Lebens - ZEIT Nr. 28 S. 31-32

Ein Berliner Gynäkologe hat Präzedenzfälle geschaffen und bei erblich vorbelasteten Paaren Gentests an Embryonen vorgenommen (PID). Anschließend pflanzte er den Frauen nur jene Embryonen ein, die keinen Erbdefekt aufwiesen. Ein solcher Gencheck war nach Auffassung der meisten Juristen und Ärzte in Deutschland verboten, wurde aber jetzt vom BGH erlaubt. Die künstliche Befruchtung braucht zwar neue Regeln, für ausreichende Rechtssicherheit hat das Urteil allerdings keinesfalls gesorgt. So sprechen die Richter von »schwerwiegenden genetischen Schäden«, die mit PID ausgeschlossen werden dürften. Aber welche Krankheiten betrifft das? Die bestehende Unsicherheit in einer so zentralen Angelegenheit wie dem Beginn des Lebens ist inakzeptabel, so der Artikel von M. Spiewak. Er schlägt vor, den Ärztekammern könnten Kommissionen aus Medizinern, Patienten und Experten helfen. Aber spielt bei einer solchen Frage die jeweilige religiöse Orientierung und damit die Theologie etwa keine Rolle? - al