Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | PID

Urteil zur Präimplantationsdiagnostik - Der Embryo als Produkt

Der bekannte Buchautor, Journalist und Mediziner Werner Bartens sieht das Urteil des BGH, die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Feststellung schwerer genetischer Schäden zuzulassen, in mehrfacher Hinsicht kritisch. So werde zum einen der Machbarkeitswahn, gesundes Leben jederzeit planen zu können, verstärkt. Zudem sei es schwierig, die Schwere eines genetischen Schadens und den tatsächlichen Krankheitsverlauf einzuschätzen (z. B. Mukoviszidose). Schließlich erhöhe sich der Rechtfertigungsdruck von Eltern behinderter Kinder, deren "Krankheit" nicht mehr Folge des Schicksals, sondern Folge unterlassener Diagnostik ist - hhp

| Bioethik | Deutsch | PID

Bundesgerichtshof zur PID: Moralische Fragen sollten politisch entschieden werden - ZEIT ONLINE

Der BGH sprach den Arzt frei, der Eltern durch Gendiagnostik zu gesunden Kindern verhalf. Eine gesellschaftliche Debatte wäre angemessener gewesen. Ein Kommentar

Erstellt von hhp | | Deutsch | PID

Die Präimplantationsdiagnostik zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden des extrakorporal erzeugten Embryos ist nicht strafbar - Der Bundesgerichtshof

Die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs (BGH) stellt klar: Die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden ist nicht strafbar. Die PID laufe dem Schutz von Embryonen vor Missbräuchen nicht zuwider und sei geeignet, die Gefahren späterer Abtreibungen zu vermindern. Der Gesetzgeber hätte die PID wohl nicht verboten, wenn diese beim Erlass des Embryonenschutzgesetzes schon verfügbar gewesen wäre. Dort sei auch die Auswahl von Samenzellen im Falle einer geschlechtsgebundenen schweren Erbkrankheit erlaubt worden. Abschließend wird noch einmal die Einschränkung der PID auf "schwerwiegende genetische Schäden" hervorgehoben. Der genaue Wortlaut des Urteils liegt bis jetzt (Stand 22.07.10) noch nicht vor, wird aber ebd. erscheinen - hhp