Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Anthropisches Prinzip | Kosmologie | Deutsch

Kosmologie: Leben im Multiversum - SPIEGEL ONLINE

Der Artikel befasst sich mit der Feinabstimmung der Naturkonstanten im Universum, und schliesst hier zu Recht eine übernatürliche Deutung als unwissenschaftlich aus - was allerdings auch nicht heißt, so muß man ergänzen, das eine solche Deutung unmöglich sei, nur eben nicht wissenschaftlich. Das anthropische Prinzip dann wie in dem Artikel per definitionem mit der Idee eines Multiversums, also der Existenz von Paralleluniversen in Verbindung zu bringen, ist nun aber ein zumindest ungewöhnlicher Schritt, der nicht als ebenso metaphysische Spekulation identifiziert wird, sondern als Wissenschaft verkleidet daher kommt. Auch der Artikel weiß am Schluss festzustellen: "Direkte Indizien für die Existenz anderer Universen lassen sich wohl nie finden". - al

Erstellt von al | | Vatikan | Venter | Synthetische Biologie | Deutsch

Dieser Erfolg braucht Skepsis - Rheinischer Merkur

Theologisch wohl informiert fordert der Artikel nach Entzauberung des Schaffens Venters: "Venter hat nicht Gott gespielt, er hat keine zweite Schöpfung begonnen. Er hat genial imitiert, und die Imitation ist in der Theologie die Chiffre für das Handeln des Menschen." Auf die ambivalenten Reaktionen der katholischen Kirche wird verwiesen und zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass die sich nun aufdrängende Frage eine ethische ist. - al

Erstellt von al | | Venter | Synthetische Biologie | Deutsch

Synthetisches Leben: Zu welchem Zweck? - DIE ZEIT Nr. 22 S.39

Der Gastkommentar von Arthur Caplan würdigt die Leistung Craig Venters als monumental, weil sie uns zeige, was in Zukunft machbar sein werde und dass diejenigen, die daran festhielten, das Leben lasse sich nicht mit mechanistischen, reduktionistischen Begriffen erklären, den Kampf verloren hätten. Würde und Wert wohne zwar beidem inne: dem, was Naturwissenschaftler wissen, können und machen, wie auch allem, was sie nicht verstehen. Leben allerdings "kann gemacht werden." - Dieser Triumphalismus hat ein gewisses "Geschmäckle". Ist der qualitative Unterschied zwischen Materie und Leben damit wirklich aufgehoben? Ist der Mensch gar nun Schöpfer, wie zahlreiche Überschriften zu suggerieren versuchen? Von dem kategorialien Unterschied zwischen göttlichem Schöpfen (ex nihilo) und menschlichen Machen wäre auch hier zu reden. - al