Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Englisch | Kosmologie | Außerirdische

Alien Invasion: Why Stephen Hawking is Wrong - Wall Street Journal

Hier meldet sich der bekannte Physiker und Mitarbeiter beim Seti-Institut, Paul Davies, selbst zu Wort, um Stephen Hawkings Warnung vor extraterrestrischer Aggression zu entkräften. Mit ihren 4,5 Milliarden Jahre gebe es die Erde so lange, dass die Aliens schon früher den Versuch hätten starten können, die Ressourcen der Erde zu plündern. Zum anderen sind die Distanzen so ungeheuer, dass Außerirdische den Kontakt eher auf Funk beschränken als den engen Kontakt suchen wie im Science Fiction Film. In Hawkings Vergleich mit der Eroberung Amerikas schwinge eine gute Portion Anthropozentrismus mit, als ob ET uns ähneln müsste. Eine Zivilisation, die so fortgeschritte ist, um uns besuchen zu können, dürfte aggressive Tendenzen überwunden und sich gentechnisch auf Harmonie getrimmt haben. Sollten wir selbst in galaktisches Kriegsgeschrei ausbrechen, könnten die ETs uns freilich eliminieren. Paradoxis Fazit: Die größte Bedrohung geht wieder einmal von uns selbst aus. Zum Schmunzeln spekulativ.

Erstellt von hhp | | Englisch | Kreationismus | Anthropologie | Australopithecus sediba

Australopithecus sediba and the creationist response - The Pandas Thumb

Interessante Auseinandersetzung mit der Argumentation der Kreationisten. Der Autor sieht bei "Answers in Genesis" Selbstwidersprüche oder Rückzugsgefechte. Während früher behauptet wurde, komplette Skelette seien einfach als Affe oder Mensch zu bestimmen, übt man sich nun angesichts von A. sediba in Zurückhaltung: "Kreationisten müssen vorsichtig sein bei der Interpretation solcher Neuigkeiten", so die Selbsteinschätzung. Der Autor sieht den Grund des Sinneswandels in der erdrückenden Befundlage der Realität. Es gäbe einfach zu viele Fälle, in denen Kreationisten widersprüchlich oder revidierend zu klassifizieren gezwungen waren - hhp

Erstellt von hhp | | Naturwissenschaft | Deutsch | Theologie | Gottesbild

Gott würfelt nicht - wissenrockt.de

"Sind Physiker etwa gläubiger als Biologen?" Ein interessanter Artikel des humanistischen Magazins beleuchtet u.a. die vermeintlich größere Affinität der Physiker zur Religion. Der Autor, Frank Berghaus, wehrt sich dabei zunächst gegen eine religiöse Vereinnahmung von Wissenschaftlern. Eine Gemeinsamkeit zwischen Quantenphysik und Theologie sieht der Autor aber darin, "dass beide ein Realismusproblem haben". Zustimmung: Beide bilden Alltagswirklichkeit nicht einfach 1:1 ab, sondern sind Konstruktionen. Wenn man deshalb affirmative Bezeichnungen Gottes univok wörtlich nimmt (so würde ich formulieren) entstehen falsche Vorstellungen, die dann Konfliktstoff in sich bergen. Zu Recht erwähnt der Autor deshalb A. Benks Gegenprogramm der negativen Theologie (das der offiziellen Kirche übrigens so fremd nicht ist: Analoge statt univoke Rede ist Konsens). Aber: neg. Theologie ist kein Redeverbot, und die bekannten affirmativen Begriffe ("Schöpfer", "Vater") sind durchaus nicht willkürlich - hhp