Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Englisch | Kreationismus | Anthropologie | Australopithecus sediba

Australopithecus sediba and the creationist response - The Pandas Thumb

Interessante Auseinandersetzung mit der Argumentation der Kreationisten. Der Autor sieht bei "Answers in Genesis" Selbstwidersprüche oder Rückzugsgefechte. Während früher behauptet wurde, komplette Skelette seien einfach als Affe oder Mensch zu bestimmen, übt man sich nun angesichts von A. sediba in Zurückhaltung: "Kreationisten müssen vorsichtig sein bei der Interpretation solcher Neuigkeiten", so die Selbsteinschätzung. Der Autor sieht den Grund des Sinneswandels in der erdrückenden Befundlage der Realität. Es gäbe einfach zu viele Fälle, in denen Kreationisten widersprüchlich oder revidierend zu klassifizieren gezwungen waren - hhp

Erstellt von hhp | | Naturwissenschaft | Deutsch | Theologie | Gottesbild

Gott würfelt nicht - wissenrockt.de

"Sind Physiker etwa gläubiger als Biologen?" Ein interessanter Artikel des humanistischen Magazins beleuchtet u.a. die vermeintlich größere Affinität der Physiker zur Religion. Der Autor, Frank Berghaus, wehrt sich dabei zunächst gegen eine religiöse Vereinnahmung von Wissenschaftlern. Eine Gemeinsamkeit zwischen Quantenphysik und Theologie sieht der Autor aber darin, "dass beide ein Realismusproblem haben". Zustimmung: Beide bilden Alltagswirklichkeit nicht einfach 1:1 ab, sondern sind Konstruktionen. Wenn man deshalb affirmative Bezeichnungen Gottes univok wörtlich nimmt (so würde ich formulieren) entstehen falsche Vorstellungen, die dann Konfliktstoff in sich bergen. Zu Recht erwähnt der Autor deshalb A. Benks Gegenprogramm der negativen Theologie (das der offiziellen Kirche übrigens so fremd nicht ist: Analoge statt univoke Rede ist Konsens). Aber: neg. Theologie ist kein Redeverbot, und die bekannten affirmativen Begriffe ("Schöpfer", "Vater") sind durchaus nicht willkürlich - hhp

Erstellt von al | | Aufklärung | Deutsch

Interview zum Film "Agora": "Hypatia wird zum Opfer des Christentums stilisiert" - SPIEGEL ONLINE

Die Darstellung des Verhältnisses von Wissenschaft und Religion ist im Gefolge der Aufklärung weit verbreitet. Die modernen Medien perpetuieren dieses Bild in der Regel, und so auch der neue Film "Agora". Der Mord an Hypatia ließ sich einfach perfekt als Lehrstück darstellen, wie dogmatisch und unaufgeklärt die christliche Religion ist. Dahinter steckt die Absicht, die griechische Antike als Kontrastprogramm zu idealisieren - als wissenschaftlich und moralisch hochentwickelte Kultur. Gut, dass der SPIEGEL ONLINE solche Mythen aufdeckt. - al