Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Biologie

Unsere Wunderdroge

Mit dem körpereigenem Hormon Oxytocin wollen Forscher sogar Krankheiten heilen. Dessen Künstlername lautet: "Kuschelhormon". Es macht Schlagzeilen, denn es heißt, es sorge für Vertrauen, wärmere Beziehungen – sogar für besseren Sex. Es tritt also in Aktion, wenn zwei Menschen einander näher kommen, als es unser individueller Sicherheitsabstand vorsieht. Das führt zu fürsorglichem Verhalten gegenüber der eigenen Brut und zu aggressivem Verhalten gegenüber potenziellen Angreifern. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff. Der Artikel bietet anhand mehrere Verwendungsorte des Stoffes einen gründlichen Überblick über die gegenwärtige Oxytocinforschung. - al

Erstellt von hhp | | Atheismus | Dawkins | Englisch | Galileo Galilei | Neuer Atheismus | Wissenschaftsgeschichte

McGrath: "Der neue Atheismus ist in Ungnade gefallen" - evangelicalfocus

Für den bekannten Dawkins-Kritiker und Oxforder Professor für Naturwissenschaft und Theologie, Alister McGrath, gehen Forscher zu weit, wenn sie Gott zu leugnen versuchen. Naturwissenschaft und Glaube seien vereinbar, und Galilei sei ein Opfer innervatikanischer Machtkämpfe gewesen, sein "Fall" eine mediale Verzerrung. Heute gehe es darum, gegenseitige Übergriffe oder Vorurteile zu vermieden. Solche Vorurteile und Dogmatismen gebe es sowohl auf religiöser wie auf atheistischer Seite. So offenbare Dawkins Vorstellung von religiösem Glauben als einer Art mentaler Krankheit eher seine Vorurteile, als dass dies eine bewährte Analyse des Glaubens sei. Glücklicherweise - so McGrath - sei der neue Atheismus in Ungnade gefallen und intelligentere Formen des Atheismus seien entstanden. Viele Naturwissenschaftler glaubten, dass Dawkins mit seinem antireligiösen Kreuzzug die Wissenschaft beschmutzt habe. Naturwissenschaft sei eben weder religiös noch antireligiös, sondern vereinbar mit beidem. Auf die Frage des Interviewers, warum man glauben solle, wenn doch der Glaube ein Produkt des Menschen sei, antwortet McGrath, dass all unsere Vorstellungen menschliche Schöpfungen sind, deshalb aber nicht disqualifiziert werden dürften. Man müsse sich lediglich fragen, welche davon vertrauenswürdig sind. Gegen Dawkins' Intolleranz hält McGrath es für eine intellektuelle Tugend, eine Weltsicht auch dann zu studieren, zu verstehen und zu schätzen, wenn man sie für falsch hält. In seiner Jugend sei er selbst Atheist gewesen, inzwischen habe er eingesehen, das Christentum damals schlicht nicht verstanden zu haben. Aber, so schließt der Beitrag, "ich würde nie den Atheismus verspotten, nur weil ich mit seinen zentralen Inhalten nicht übereinstimme". - hhp

Erstellt von fv | | Neuro-Enhancement | Deutsch

Vision und Unbehagen - Zur Technik der Zukunft

Der Mensch als Organ der Technik? Der Kolumnist Gero von Randow hat in einer der letzten Ausgaben der ZEIT einen Artikel geschrieben, in dem er zu mehr Mut und Optimismus im Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Technik aufruft. Doch ist sein Aufruf eigentümlich ambivalent. Von Randow sieht drei Stufen einer Immersion, einer Einlassung des Menschen in die künstliche Dingwelt der Technik. In der ersten umgeben wir uns schlicht mit technischen Dingen und nutzen sie. In der zweiten Stufe kommen die digitalen Medien hinzu, die den Menschen in ein dichtes Netz von Verweisen, einerlei ob reale oder virtuelle einbindet. In einer dritten Stufe entsteht so etwas wie ein künstlicher Organismus aller Dinge mit einer eigenen Intelligenz. Der Mensch erscheint darin nur noch als so etwVon Randow mag das positiv gemeint haben, mir kommt diese Perspektive aber eher wie eine Dytopie als eine Utopie vor?! Richtig ist, dass wir Menschen heute nur noch in soziotechnischen Systemen existieren. Aber daraus so weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, wirkt wenig schlüssig. - fv