Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp |

Standing up for science - The Sun Chronicle Online - News

In diesem kurzen Interview mit dem Biologieprofessor und Hauptgegner der Intelligent Design (ID) Bewegung findet sich zunächst ein Überblick über die Geschichte von ID: Von der Bezeichnung "creationists" über "scientific creationists" über "intelligent design" bis zum "critical thinking about evolution". Bei aller Änderung des Etiketts bliebe die Argumentation - so Miller - die ewig gleiche. Gleichzeitig bekennt sich Miller als Christ, der Glaube und Vernunft als komplementäre Zugänge versteht - ganz so, wie christliche Denker von Augustinus bis Thomas von Aquin dies verstanden hätten. Die lebendige Welt zu verstehen ist für Miller "die Anwendung der göttlichen Gabe der Vernunft im Alltagsgeschäft". Ausdrücklich schätzt Miller den "katholischen Respekt vor der wissenschaftlichen Vernunft". Und: "Jeder der drei Päpste (Pius XII., Johannes Paul II. und Benedikt XVI.) hat klargestellt, dass Evolution für den Glauben keine Bedrohung darstellt" - hhp

Erstellt von hhp | | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Englisch | Epigenetik | Wissenschaftstheorie | Evolution

Epigenetics, a confused muddle in the media - Sciblogs

Der Bioinformatiker Grant Jacobs pflegt seit mehr als 6 Jahren "Epigenetik" als Schwerpunkt und kann so glaubwürdig die im Guardian veröffentlichte Darwinismuskiritk von O. Burkeman (s.u.) entkräften. Burkemans Hauptfehler sei es, ohne hinreichende Sachkenntnis die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen statt die Sichtweisen einschlägiger Experten wiederzugeben. Dabei suggeriere er, die neuen epigenetischen Erkenntnisse seien vor der Allgemeinheit verborgen worden. Jacobs stellt dagegen, dass die Epigenetik DAS Trendthema der letzen 5-6 Jahre ist, auch wenn es aufgrund der Vorläufigkeit noch nicht in Lehrbüchern Eingang gefunden hat. Jacobs stellt den Unterschied zwischen den Genen selbst und ihrer Regulation durch Epigenetik in den Vordergrund und weist damit Burkemans Formulierung, die Umwelt spiele eine Rolle in der SCHAFFUNG von Merkmalen, zurück. Nach Jacobs schaffen epigenetische Effekte keine neuen Eigenschaften, sondern sie verändern nur den Gebrauch bestehender Gene - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Soziobiologie | Evolutionspsychologie | Epigenetik | Wissenschaftstheorie | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Evolution

Worst science journalism of the year: Darwin completely wrong (again) - Blog: Why evolution is true!

Wer sich traut, als Nicht-Biologe die Evolutionstheorie zu hinterfragen, fängt sich leicht Prügel ein. So dauerte es nur ein paar Stunden, bis der Guardian-Artikel von Burkeman (s.u.) als "schlechtester Wissenschaftsjournalismus des Jahres" etikettiert wurde. Der Blogger, Jerry A. Coyne, kennt als Professor für Umwelt und Evolution freilich die epigenetische Kritik. Aber "diese dünnen Befunde sollen anscheinend die moderne Evolutionstheorie als falsch erweisen". Dagegen wendet Coyne ein, dass "in nahezu all diesen Beispielen die Veränderungen in ein oder zwei Generationen verschwunden sind und so den evolutionären Wandel nicht dauerhaft beeinträchtigen können". Gegen die Warnung (Burkemans und Fodors), die Selektionstheorie eben doch nicht als so einfach hinzustellen, schärft Coyne ein: "Sie IST einfach - das ist eine ihrer Schönheit" - hhp